Madrid (dpa) - Gleich mit vier Neulingen geht die spanische Fußball-Nationalmannschaft in das Testspiel gegen Deutschland.

Für das Duell am 18. November in Vigo und das EM-Qualifikations-Heimspiel drei Tage vorher im südspanischen Huelva berief Nationaltrainer Vicente del Bosque die Stürmer José Callejón (Neapel), Nolito (Celta de Vigo) und Álvaro Morata (Juventus) sowie Mittelfeldmann Ignacio Cámacho (Málaga) zum ersten Mal in den Kader der "La Roja".

Bayern-Neuzugang Juan Bernat, der vor einem knapp einem Monat seinen Einstand beim Weltmeister von 2010 gefeiert hatte, wurde erneut nominiert. Der 21-jährige Außenverteidiger hatte am 12. Oktober in Luxemburg nach seiner Einwechslung in der 70. Minute mit einem Tor zum 4:0-Sieg beigetragen.

Wegen Verletzung muss del Bosque auf den früheren Leverkusener Dani Carvajal (Real Madrid) sowie auf Spielmacher Andrés Iniesta (FC Barcelona), Stürmer Diego Costa (Chelsea) und Flügelflitzer David Silva (Manchester City) verzichten. Dafür kehren die Real-Profis Sergio Ramos und Isco ins Team zurück.

Del Bosque hob vor allem die Berufung von zwei der vier Neulingen hervor: "Nolito und Castellón wurden berücksichtigt, weil sie zuletzt viele Tore erzielt haben und in sehr guter Form sind. Falls wir gegen Weißrussland auf eine dichte Abwehr treffen und Probleme bekommen, brauchen wir trickreiche Spieler, die auch das Feld öffnen."

Der bei Real Madrid ausgemusterte Callejón (27) führt in Italien die Torschützenliste mit acht Treffern an. Nolito, der mit bürgerlichem Namen Manuel Agudo heißt und ebenfalls 27 Jahre alt ist, war lange Zeit ein Nobody, bis er zwischen 2011 und 2013 bei Benfica Lissabon den Durchbruch im Spitzenfußball schaffte. Zur Zeit ist der Celta-de-Vigo-Profi mit fünf Treffern und fünf Torvorlagen die Sensation der Primera División.

Nachdem Spanien nach drei großen Triumphen (EM 2008, WM 2010 und EM 2012) bei der WM 2014 in Brasilien in der Vorrunde ausgeschieden war, versucht del Bosque einen Umbau seines Teams ohne frühere Stützen wie Bayerns Xabi Alonso oder Barcelonas Xavi. Zuletzt hatte es allerdings weitere Pleiten in Frankreich (0:1) und auch in der EM-Quali in der Slowakei (1:2) gegeben. Punktverluste gegen Weißrussland oder einen Imageverlust im Duell gegen Deutschland darf sich Spanien deshalb nicht leisten.

Der spanische Kader:

Tor: Iker Casillas (Real Madrid), David de Gea (Manchester United) und Kiko Casilla (Espanyol);

Abwehr: Juanfran Torres (Atlético Madrid), César Azpilicueta (Chelsea), Sergio Ramos (Real Madrid), Raúl Albiol (Neapel), Gerard Piqué, Jordi Alba, Marc Bartra (alle FC Barcelona), Juan Bernat (Bayern München);

Mittelfeld: Sergi Busquets (FC Barcelona), Ignacio Camacho (Fc Málaga), Raúl García, Koke (beide Atlético Madrid), Santi Cazorla (Arsenal), Cesc Fábregas (Chelsea), Isco (Real Madrid);

Sturm: José Callejón (Neapel), Álvaro Morata (Juventus), Paco Alcácer (FC Valencia), Pedro Rodríguez (FC Barcelona) und Nolito (Celta)© dpa