Tiflis (dpa) - Georgien sucht nach der 0:4-Pleite gegen Polen einen neuen Trainer. Temur Ketsbaia ist nach der klaren Heimniederlage als Coach der georgischen Fußball-Nationalmannschaft zurückgetreten, teilte der Verband mit.

Georgien ist am 29. März 2015 nächster Gegner der DFB-Auswahl in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2016. Wer dann in Tiflis auf der Bank sitzen wird, ist noch offen. Nach dem 0:4 am Freitagabend liegt Georgien in der Gruppe D mit drei Punkten aus vier Spielen auf dem vorletzten Platz vor Gibraltar.

Das 0:4 gegen Polen war sogar eine Rekordheimniederlage für die Georgier. Doch Ketsbaias Abgang war schon vor dem Spiel eine fast beschlossene Sache. Denn der 46-jährige Trainer und ehemalige Nationalspieler hatte in dieser Woche vor dem Spiel die Nerven verloren, er war auf Journalisten und die Regierung losgegangen.

In einer TV-Show flippte er aus und gab den Medien die Schuld an den Misserfolgen. "Als ich kam, war der georgische Fußball schon tot - und ich bin trotzdem gekommen. Jetzt tauchen einige Köpfe auf und fragen, ob ich der Richtige bin", wetterte Ketsbaia. Daraufhin boykottierten die Journalisten seine Pressekonferenz, auf der er ankündigte: "Wenn wir gegen Polen nicht gewinnen, trete ich zurück."

Nach der Niederlage war Ketsbaia schon wieder lammfromm. "Es ist sehr schade, dass meine Arbeit als georgischer Nationaltrainer so endet. Ich wünsche dem georgischen Fußball nur das Beste und werde als Georgier immer ein großer Fan unserer Nationalmannschaft bleiben", versicherte der gescheiterte Trainer.

Die Suche nach Ketsbaias Nachfolger läuft bereits. Noch ist es unklar, mit welchem Coach Georgien am 29. März gegen Deutschland antreten wird. Möglicherweise muss der Neue dann vor Heimpublikum in Tiflis gegen den Weltmeister gleich sein Debüt geben. Die georgische Presse brachte zwei Kandidaten ins Spiel: U21-Coach Alexander Tschiwadze hat die Nationalmannschaft schon zweimal trainiert; und den früheren Kapitän Kachaber Zchadadze, der Anfang der 1990er Jahre für Eintracht Frankfurt in der Bundesliga spielte und derzeit Trainer bei Inter Baku/Aserbaidschan ist.© dpa