Malabo (dpa) - Ghanas Fußball-Verband (GFA) hat nach den Krawallen beim Halbfinale des Afrika-Cups gegen Äquatorialguinea (3:0) Konsequenzen für den Gastgeber gefordert.

"Es ist schade, dass diese dunkle Wolke unseren Erfolg überschattet, die afrikanische Konföderation (CAF) muss entschieden handeln", sagte GFA-Präsident Kwesi Nyantakyi einem Bericht der "L'Équipe" zufolge. Wie mehrere Medien schrieben, sollen mindestens fünf Zuschauer aus Ghana durch Steine, Flaschen und andere Wurfgeschosse verletzt worden sein. "Diese Art von Verhalten ist nicht zu akzeptieren", klagte Nyantakyi.

Der ghanaische Verband hatte die Szenen über seinen offiziellen Twitter-Account als "barbarische Akte von Vandalismus" und "grundlose Gewaltattacken" beschrieben. "Es ist wie eine Kriegszone." Neun Minuten vor Ende der Spielzeit stand die Partie vor dem Abbruch. Zahlreiche Fans aus Ghana hatten sich in den Innenraum des Stadions in Malabo geflüchtet, um sich vor Wurfgeschossen der Heim-Fans in Sicherheit zu bringen. Der Schiedsrichter unterbrach das Spiel, ein Hubschrauber schwebte wenige Meter über den Tribünen und dem Rasen. Erst als die Gäste-Fans von Sicherheitskräften aus dem Innenraum geführt worden waren, konnte das Spiel nach rund 35 Minuten in einem fast leeren Stadion beendet werden.

Halbfinale wird von heftigen Zuschauerkrawallen überschattet.

Spieler und Trainer zeigten sich schockiert. "Ich habe noch nie so etwas mitmachen müssen. Ich entschuldige mich im Namen meines Teams vor dem afrikanischen Verband CAF und der Welt. Es war eine seltsame Erfahrung", sagte Äquatorialguineas Kapitän Emilio Nsue dem Magazin "The African Report".

Ghanas Trainer Avram Grant diskutierte während der Unterbrechung lange und intensiv auf dem Platz mit Referee Eric Otogo und CAF-Funktionären. "Ich kann nicht sagen, dass ich nicht besorgt war", sagte der Israeli. "Ich sorge mich um die Sicherheit meiner Spieler, das ist sehr wichtig für mich." Auch sein Kapitän André Ayew zeigte sich bei Canal Plus "sehr enttäuscht, verbittert und nicht zufrieden." Die ghanaische Regierung habe Fans extra einfliegen lassen. "Und dann gab es viele Verletzte", bedauerte der Teamkollege von Augsburgs Abdul Rahman Baba.

Der Kontinentalverband CAF gab zunächst keine Stellungnahme zu den Geschehnissen ab. Am frühen Freitagnachmittag sollte ein Treffen mit Vertretern des Kongos zum Spiel um Platz drei gegen Äquatorialguinea stattfinden, berichtete ein "Guardian"-Reporter unter Berufung auf den kongolesischen Verband. Diese Partie soll am Samstag ebenfalls wieder in Malabo stattfinden.© dpa