Uli Hoeneß soll wegen seiner Selbstanzeige und der mutmaßlichen Steuerhinterziehung als Präsident des FC Bayern München zurücktreten. Das fordern laut einer Umfrage 63 Prozent der Bevölkerung.

Der repräsentativen Umfrage des Demoskopie-Instituts YouGov im Auftrag der "Bild"-Zeitung zufolge sind lediglich 27 Prozent dafür, dass Hoeneß weiterhin Präsident des FC Bayern bleibt. Dabei ist die Mehrheit überrascht von den Vorwürfen, die gegen den 61-Jährigen erhoben wurden.

Knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) sagten, dass sie Hoeneß eine Steuerhinterziehung "nicht zugetraut" hätten; 39 Prozent gaben an, sie hätten ihm ein solches Vergehen zugetraut. 

Als Kavaliersdelikt wird Steuerhinterziehung nicht gesehen. Auf die Frage, ob Steuerhinterziehung durch "Wohlhabende" oder das "Erschleichen" von Hartz-IV-Leistungen "moralisch verwerflicher" sei, antworten 65 Prozent, dass Steuerhinterziehung schlimmer sei. Knapp 90 Prozent der Befragten gaben zudem an, dass sie bei ihrer eigenen Steuererklärung noch nie "wissentlich getäuscht" hätten.

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen den 61-Jährigen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Hoeneß selbst rechnet wegen der Steuer-Affäre mit einem persönlichen Imageschaden. "Mir ist klar, dass meine Glaubwürdigkeit darunter leidet. Aber da muss ich jetzt durch", sagte der Unternehmer und Präsident des FC Bayern der "Sport Bild". (cai)