Nürnberg (dpa) - Der 1. FC Nürnberg hat zwei Tage nach der Trennung von Valerien Ismael einen neuen Trainer gefunden. Der Schweizer René Weiler wird den arg kriselnden Fußball-Zweitligisten übernehmen, wie die Franken bekanntgaben.

Weiler sieht sich für den Job beim "Club" gerüstet. "Ich habe mich in den letzten Monaten bewusst auf die Aufgabe vorbereitet", sagte der Schweizer. Dass er in Nürnberg wegen der misslichen Lage von Beginn an unter Druck steht, sei ihm bewusst. "Wir sind hier im bezahlten Fußball, da zählen die Resultate", sagte der 41-Jährige bei seiner Präsentation. Weiler bringt Manuel Klökler als Co-Trainer mit zum "Club". Roger Stilz, der Assistent des am Montag beurlaubten Chefcoachs Valerien Ismael, werde nicht mehr am Trainingsbetrieb teilnehmen. Seine Zukunft ist offen.

Für Weiler ist Nürnberg die erste Fußball-Station außerhalb der Schweiz. Er trainierte bis zur vorigen Saison den Erstligisten FC Aarau und war seitdem ohne Verein. Mit Aarau feierte er 2013 seinen bisher größten Erfolg als Coach, nämlich den Aufstieg in die Super League. Zuvor war er beim FC St. Gallen, Grasshopper Zürich und dem FC Schaffhausen aktiv. Weiler war schon im Sommer ein Kandidat auf den Trainerjob beim neunmaligen deutschen Meister, nach eigenen Angaben gab es ein "konkretes" Angebot aus Franken.

Dann aber entschieden sich die Nürnberger doch für Ismael, der nach sieben Niederlagen in 13 Zweitliga-Partien beurlaubt worden war. Am Dienstag hatten noch Fitness- und Reha-Trainer Markus Zidek sowie Torwart-Trainer Daniel Klewer die Übungseinheit geleitet.

Obwohl Sportvorstand Martin Bader noch am Montagabend behauptete, "mit keinerlei Trainern gesprochen, uns keinerlei Gedanken gemacht" zu haben, ging es nun doch ziemlich schnell. So hatte es der Leiter der Fußball-Abteilung beim FCN, Wolfgang Wolf, am Dienstag bereits angedeutet, als er am Sky-Mikrofon die Vorstellung des neuen Trainers für Mittwoch oder "im schlechtesten Fall" für Donnerstag ankündigte.

Weiler steht beim "Club" vor einer schweren Aufgabe: Die eigentlich mit Aufstiegsambitionen in die Saison gestarteten Franken sind in der 2. Liga bis auf Tabellenrang 14 abgerutscht. Statt der schnellen Rückkehr in die Bundesliga droht den völlig verunsicherten Nürnbergern nach zuletzt nur einem Punkt aus drei Spielen derzeit sogar der Absturz in die 3. Liga.© dpa