Bremen (dpa) - Der krisengeschüttelte SV Werder Bremen kann dank einer schnellen Finanzspritze auf sportlich bessere Zeiten hoffen. Der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga hat seinen Vertrag mit dem Vermarktungspartner Infront vorzeitig verlängert.

Der neue Kontrakt tritt mit Beginn der Saison 2019/20 in Kraft, hat eine Laufzeit von zehn Jahren und ist nach Angaben des Clubs mit einer Sofortzahlung im hohen einstelligen Millionenbereich verbunden. Der Verein dementierte aber Medienberichte, die von rund neun Millionen Euro sprechen.

"Das verschafft uns im sportlichen Bereich einen gewissen Handlungsspielraum", erklärte Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry zu dem ungewöhnlichen Abschluss. Ob und in welcher Größenordnung das sieglose Schlusslicht mit dem frischen Geld neue Spieler wie Bryan Ruiz vom FC Fulham holen wird, soll nun mit dem Aufsichtsrat abgesprochen werden. "Wir müssen weiterhin vernünftig und maßvoll sein. Wir werden in der Winterpause nur etwas unternehmen, wenn es absolut sinnvoll ist", betonte Filbry.

Bereits in der Sommerpause wollte Sportchef Thomas Eichin den WM-Teilnehmer Ruiz verpflichten. Der Stürmer von Costa Rica sollte für rund zwei Millionen Euro an die Weser kommen. Der Aufsichtsrat mit Willi Lemke an der Spitze lehnte den Transfer aus finanziellen Gründen ab. Der Kontakt zu dem Profi ist aber nicht abgerissen.

Werders Sportliche Leitung mit Eichin und Trainer Robin Dutt kann den Infront-Betrag nicht in vollständiger Höhe für neue Spieler ausgeben. Ein kleinerer Teil der Sofortzahlung fließt nach Informationen des "Weser-Kurier" an die Stadiongesellschaft. Das bestätigte der Verein. Filbry sprach dennoch von einem "Meilenstein" und bedankte sich bei dem internationalen Sportmarketing-Unternehmen, für das der frühere Nationalspieler Günter Netzer als Executive-Direktor tätig ist.

"Die langfristige Vereinbarung ist ein starkes Bekenntnis unseres strategischen Partners zu Werder Bremen", sagte Filbry. "Wir haben großes Vertrauen in die Führung und die Zukunft des Vereins, und werden wirtschaftlich unseren Beitrag leisten, damit der SV Werder Bremen auch sportlich wieder an die erfolgreichen Zeiten anknüpfen kann", teilte Netzer in der gemeinsamen Erklärung mit. "Werder Bremen ist eine der großen Fußballmarken in Deutschland", fügte er hinzu.

Die im schweizerischen Zug ansässige Firma Infront vermarktet seit 2008 die kommerziellen Rechte des Bremer Bundesligaclubs. Dazu zählen das Haupt- und Trikotsponsoring und die Stadionwerbung. Auch das Engagement des umstrittenen Hauptsponsors Wiesenhof kam mit Hilfe des Vermarkters zustande.© dpa