Alexander Zverev ist der Shootingstar im deutschen Tennis. Der erst 18-Jährige befindet sich schon seit zwei Jahren auf der Profitour - und seine Leistungen versprechen eine glorreiche Zukunft. Wird er der neue Boris Becker?

Für Alexander Zverev könnte es aktuell kaum besser laufen. Beim ersten Masters-1000-Turnier des Jahres in Indian Wells schaffte es der Youngster ins Achtelfinale. Dort unterlag er dem spanischen Weltranglisten-Fünften Rafael Nadal nach eigenem Matchball knapp in drei Sätzen. In den Runden zwei und drei hatte er Siege über Grigor Dimitrov (ATP-Rang 26) und Gilles Simon (19) errungen.

Das Jahr 2016 hat für Zverev sehr gut begonnen. Zum ersten Mal stand der Hamburger bei den Australian Open im Hauptfeld, scheiterte dort allerdings in der ersten Runde am späteren Finalisten Andy Murray glatt in drei Sätzen.

Toller Kampf im Davis Cup

Bei seinem Debüt im Davis Cup Anfang März lieferte er sich über vier Stunden einen harten Fight mit dem Tschechen Tomas Berdych. In Erinnerung blieb seine grandiose Leistung - dass er nach 4:20 Stunden unterlag, ließ sich verschmerzen. Denn: Für seine Karriere kann er aus dieser Niederlage sehr viel mitnehmen, wenn er die richtigen Schlüsse zieht.

Seinen bislang größten Erfolg feierte der Juniorensieger der Australian Open in seiner Heimat am Hamburger Rothenbaum im Jahr 2014. Nach furiosen Siegen gegen vier Top-100-Spieler erreichte Zverev das Halbfinale. In diesem unterlag die damalige Nummer 285 der Welt dann dem Spanier David Ferrer.

Aktuell ist der 18-Jährige auf Position 58 der Weltrangliste geführt. Für den 14-maligen Major-Champion Rafael Nadal ist Zverev in Zukunft ein potentieller Grand-Slam-Sieger. "Ich habe ein paar Mal mit ihm trainiert. Unfassbar, der Bursche. Sein Potenzial ist so groß", sagte der Spanier am Rande des ATP-Turniers in Stuttgart im vergangen Jahr. Ein solches Lob umreißt, was für Deutschlands Tennishoffnung in Zukunft möglich sein könnte.

Zverev entwickelt sich jetzt erst richtig

Der 1,98 Meter große Zverev steht nämlich erst am Anfang seiner Entwicklung.

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Während seiner Wachstumsphase konnte er naturgemäß kaum Kraft aufbauen. Die komplette Energie verbrauchte der Körper fürs Wachstum. Das ändert sich nun, was wichtig ist. Denn: Damit man um die großen Titel mitspielen kann, braucht es in der heutigen Zeit genau diese Kraft, die dem jungen Profi noch fehlt.

Schaut man sich Branchenprimus Novak Djokovic an oder auch den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Nadal, fehlt dem Deutschen noch einiges, um gegen solche Hochkaräter zu bestehen.

Ein weiterer potenzieller Entwicklungspunkt ist die Spielpraxis. Tennis ist ein Sport, in dem vieles im Kopf entschieden wird. Die mentale Stärke kann man im Gegensatz zum Muskelaufbau nicht trainieren. Zverev muss sie sich durch viele Matches erarbeiten. Nur so kann er ein zukünftiger Top-Ten-Spieler werden.

Auszeichnung zum "Star of Tomorrow"

Auch die ATP ist vom Erfolg Zverevs überzeugt. 2015 zeichnete ihn die ATP mit dem "Stars of Tomorrow Award" aus.

In Kürze wird er bei den BMW Open in München aufschlagen. Auftakt ist am 23. April. Am Aumeister sind neben der deutschen Nummer eins Philipp Kohlschreiber auch der der Weltranglisten-17. Roberto Bautista-Agut am Start. Es wird die nächste Gelegenheit sein zu zeigen, was in ihm steckt. Wer Zverev regelmäßig sieht, weiß: Auch in München wird er überraschen können.

Und so darf Deutschland in der Tat hoffen, endlich mal wieder einen richtig großen Tennisspieler in den eigenen Reihen zu haben. Zverev wird Zeit brauchen, natürlich. Doch wenn seine Entwicklung nicht stagniert, könnte er schon sehr bald für noch mehr Furore sorgen.

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