Moskau (dpa) - Die russische Eishockey-Legende Viktor Tichonow ist im Alter von 84 Jahren in Moskau gestorben. Tichonow sei in der Nacht in einer Klinik einer langen Krankheit erlegen, sagte am Montag der Generaldirektor von Tichonows Heimatverein ZSKA Moskau, Igor Jesmantowitsch, der Agentur R-Sport.

Der am 4. Juni 1930 in Moskau geborene Trainer gilt als Symbol einer goldenen Ära des Eishockeys.

Unter seiner Führung wurde die Sbornaja zwischen 1978 und 1992 achtmal Weltmeister und dreimal Olympiasieger. Mit dem Zerfall der Sowjetunion endete die große Ära von Tichonow, dessen Übungsmethoden von Spielern auch immer wieder als diktatorisch kritisiert wurden. Eine überraschende letzte Rückkehr auf die Trainerbank bei der WM 2004 in Tschechien endete mit einem enttäuschenden zehnten Platz.

Kremlchef Wladimir Putin nannte den Tod des berühmten Trainers einen "großen Verlust" für den gesamten russischen Sport. Der Präsident habe den Hinterbliebenen sein Beileid übermittelt, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow. Der Coach der Nationalmannschaft, Oleg Snarok, sprach von einem "unschätzbaren Verlust" für das russische Eishockey. "Aber das Werk von Viktor Wassiljewitsch lebt weiter - auch in seinem Enkel", meinte Snarok in einer Mitteilung.

Viktor Tichonow junior steht bei SKA St. Petersburg unter Vertrag. Der Spitzenclub sollte am Montagabend ausgerechnet bei ZSKA Moskau antreten, dem Heimatverein seines Großvaters. "Wir überlassen es ihm, ob er spielen will", sagte SKA-Vizepräsident Roman Rotenberg.

Russische Medien hatten zuletzt immer wieder über Klinikaufenthalte von Tichonow berichtet. So musste er Mitte Oktober wegen Problemen am Herz und an den Beinen behandelt werden. "Bis vor etwa sechs Wochen kam er als Zuschauer zu Spielen und zum Training. Dann verschlechterte sich seine Gesundheit", sagte der zweifache Eishockey-Olympiasieger Wladimir Petrow. Die Trauerzeremonie soll am 27. November in der Halle des früheren Armeeclubs ZSKA stattfinden.© dpa