Rom (dpa) - Diese erzieherische Maßnahme von Giovanni Guidetti bei der WM in Italien hat sich ausgezahlt. "Ich hab ihnen vor dem Spiel gesagt: Angst gibt es nicht, das will ich nicht sehen", erklärte der Italiener.

Die deutschen Volleyballerinnen gehorchten. Einen Tag nach dem ernüchternden 2:3 gegen die Dominikanische Republik bezwangen sie den Weltrangisten-19. Argentinien pflichtgemäß mit 3:0 (25:12, 25:13, 25:14) und feierten ihren ersten Sieg.

Der EM-Zweite kam in Rom zwar schwer in die Gänge, hatte über die gesamte Spieldauer mit dem Außenseiter jedoch keine echten Probleme. Auf dem Weg in die zweite Runde dürfte am Donnerstag Leichtgewicht Tunesien in Gruppe A nicht mehr als ein Sparringspartner sein.

"Ich bin sehr glücklich. Wir wollten auf die Niederlage unbedingt reagieren", resümierte Guidetti. "Wir konnten umsetzen, was wir uns vorgenommen haben. Es war aber kein lockerer Durchlauf", sagte Kapitän Margareta Kozuch.

"Ich hoffe, dass wir für die wichtigen Spiele am Wochenende Kraft tanken können", hatte Mittelblockerin Christiane Fürst der Nachrichtenagentur dpa vor dem Duell gesagt. Danach sah es zunächst aber nicht aus: Träge begannen die DVV-Frauen und lagen mit 3:7 zurück. Der Angriff funktionierte erneut nicht richtig, es gab zu viele Missverständnisse beim Zuspiel.

Dann drehte Guidettis Mannschaft, die auf eine Gruppen-Audienz beim Papst verzichtet hatte, aber auf und kämpfte sich über eine effektive Block-Abwehr zurück. Mit Kapitän Kozuch am Aufschlag lief es plötzlich - 16:9 führte der Weltranglisten-Neunte. Das Team von Coach Guillermo Orduna hatte erhebliche Probleme, das deutsche Tempo mitzugehen, und verlor Satz eins 12:25.

Die Stimmung außerhalb des Parketts in der PalaLottomatica war auch am zweiten Wettkampftag in Rom verhalten, nur die Partien von Gastgeber Italien ziehen die Fans einigermaßen an. Und auch im zweiten Abschnitt kamen die deutschen Schmetterkünstlerinnen gegen die Argentinierinnen, deren beste WM-Platzierung 1960 Rang acht war, zunächst nicht in die Gänge und lagen rasch 2:5 hinten. Mit cleveren Aufschlägen und Biss in der Defensive setzten sie sich jedoch auf 17:9 ab. Die starke Kozuch verwandelte den ersten Satzball zum 25:13.

Der letzte Durchgang lief schließlich für den selbst ernannten Medaillenkandidaten wie am Schnürchen. Der Auftakt klappte mit einem 8:3 glänzend, auch weil der Angriff sofort da war. Selbst die beiden Auszeiten der Argentinierinnen bei einer deutschen Führung zum 14:6 und 16:7 hatten keine entscheidenden Auswirkungen auf den weiteren DVV-Spielrhythmus. Guidetti konnte es sich sogar leisten, noch einmal munter durchzuwechseln.© dpa