DHB-Team verliert gegen Dänemark
Nach dem vorangegangenen 27:25-Erfolg Mazedoniens gegen Polen hätte der deutschen Mannschaft schon ein Punkt für das erste Halbfinale seit der EM 2008 genügt. Damit kommt es zum Abschluss der Gruppenspiele gegen Polen zum Showdown um den Halbfinaleinzug und einen Platz im Olympia-Qualifikationsturnier. "Wir haben hier schon so viele Endspiele gehabt. Wir haben jetzt eine zweite Chance, und sie lassen wir uns nicht nehmen", verkündete Bundestrainer Martin Heuberger selbstbewusst.
Über die vergebene erste Möglichkeit wollte er seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. "Dänemark ist nicht umsonst Vize-Weltmeister, das ist eine ganz ausgebuffte Mannschaft. Wir waren einfach nicht clever genug", meinte er. Und Kapitän Pascal Hens bemängelte: "Wir haben die Abschlüsse zu früh gesucht." Vor rund 5000 Zuschauern in der Arena Belgrad warfen Uwe Gensheimer (4/2), Michael Haaß (4), Lars Kaufmann (4) und Christoph Theuerkauf (4) die meisten Tore für das deutsche Team. "Das war der erste Matchball, eine Chance haben wir noch. Vielleicht wäre nur eine Chance besser gewesen. Jetzt haben wir die Situation, die wir vermeiden wollten", erklärte Haaß.
Martin Heuberger hat sich vor der Partie als Fan des dänischen Handballs geoutet. "Handballerisch ist es eine Augenweide", erklärte der Bundestrainer. Zuletzt bekamen er und seine Mannschaft die Spielkunst der Skandinavier beim Supercup im vorigen November vorgeführt, als es in Berlin eine 26:29-Niederlage gab.
Auch die letzten wichtigen Duelle beider Teams waren verloren gegangen: Im EM-Halbfinale 2008 in Norwegen, in der Vorrunde bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking sowie in der Hauptrunde der WM 2009 in Kroatien. Nichtsdestotrotz gab er als Devise für die Partie aus: "Jetzt wollen wir das Spiel gegen Dänemark gewinnen. Dann können wir über das Halbfinale reden."
Für die Begegnung mit den Dänen traf Heuberger wieder einmal eine überraschende Entscheidung. Er stellte Kapitän Pascal Hens in die Anfangsformation, obwohl dieser noch am Vortag wegen eines Magen-Darm-Infektes das Bett gehütet hatte. "Wir brauchen ihn gegen Dänemark", begründete er die Maßnahme. Zudem verzichtete der Bundestrainer auf eine Sonderbewachung für Dänemarks Rückraum-Ass Mikkel Hansen und vertraute wieder der bislang stabilen Abwehrvariante. "Einen Systemwandel zu vollziehen, birgt Risiken."
Das zahlte sich zunächst aus. Die deutsche Mannschaft erwischte einen glänzenden Start und setzte sich 5:1 (6.) ab. Eine frühe Auszeit von Dänemarks Trainer Ulrik Wilbek fruchtete dann nach dem 6:2 (7.). Der Vorsprung der DHB-Auswahl schmolz Tor um Tor und war beim 6:6 (13.) aufgebraucht. Doch ungeachtet dessen spielte das Team um den weiter glücklos, aber engagiert agierenden Pascal Hens mit großer Gelassenheit weiter und zog so wieder mit 10:8 (23.) in Front.
Danach jedoch häuften sich einmal die Fehler in der Offensive. Diese nutzten die mit vier Bundesliga-Akteuren angetretenen Dänen eiskalt zu Kontertoren durch Anders Eggert von der SG Flensburg-Handewitt und Hans Lindberg vom deutschen Meister HSV Hamburg. Das Team von Bundestrainer Heuberger geriet so mit 11:14 (25.) ins Hintertreffen und ging mit einem 14:17-Rückstand in die Pause, weil die Skandinavier im Angriff weitaus effektiver waren.
Vor allem mit ihrem blitzschnellen Konterspiel hielten die Dänen das deutsche Team auf Distanz. Die DHB-Auswahl hatte sich mühevoll auf 16:18 (35.) herangekämpft, da sorgten drei Treffer aus Tempogegenstößen beim 16:21 (38.) für ein Fünf-Tore-Minus. Danach stemmte sich der WM-Elfte zwar mit allen Mitteln gegen die drohende zweite Turnierniederlage, konnte sie aber nicht mehr abwenden.
17 Meinungen zu "DHB-Team unterliegt Dänen"
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obisodum
Dienstag, 24.01.2012, 13:52 Uhr wer. wie Anfänger, soviele Chancen liegen läßt, kann gegen solch einen konterstarken Gegner niemals gewinnen! Desasterös die Vorstellung des HERRN HENNS demotivierend und leistungshemmend für die gesamte Mannschaft. Um das positive Gesamtbild des Team nicht zu zerstören - "POMMES" fahr nach Hause und NIE MEHR National-Mannschaft!!!!! Wir erinnern uns von vor 2 Jahren unter Heiner Brand - genau dasselbe Spielchen. Ein überbewerteter Quertreiber, den es nur an die fetten "FLEISCHTÖPFE" zieht........... -
Handballmama
Dienstag, 24.01.2012, 11:10 Uhr @oldiesachse: dem kann ich echt nur zustimmen!!! Was da so manche rot-gelb-gekleidete "Fans" abliefern, ist unter aller Kanone! -
oldiesachse
Dienstag, 24.01.2012, 11:08 Uhr Gegen Dänemark kann man verlieren; Psacal Henns hätte ich nicht spielen lassen; aber so ist halt Sport. Ich finde es allerding total daneben, wie die Deutsche Nationalmannschaft ständig vom Publikum ausgepfiffen wird, ständig Gegenstände auf Feld fliegen, und die größte Frechheit=> egeal in welchem Spiel, werden die Gegentore vom Hallensprecher derart angekündigt das es schon fast peinlich ist. Wieso wird die EM eigentlich in so einem "unsportlichen" Land ausgetragen! Gruß Oldiesachse -
leonxxl
Dienstag, 24.01.2012, 10:23 Uhr Das kann passieren. Gegen den Vize-Weltmeister darf man verlieren. Aber ganz ehrlich: Da war gestern mehr drin. Wenn man allein mal überlegt, was die deutschen Jungs in den letzten zehn Minuten verworfen haben. Dazu die ganzen technischen Fehler,so kommt eins zum anderen. Aus Sicht eines Trainers war es vollkommen richtig von Heuberger, Hens von Anfang an eine Chance zu geben. Wenn es überhaupt noch die Möglichkeit gibt, dass er noch einmal durchstartet, dann musste man ihn jetzt aufs Feld lassen. Ob er dann 22min spielen muss, darüber kann man streiten. Trotzdem: Hens´ Heimreise zu fordern ist genauso abstrus wie die Niederlage heute an ihm festzumachen. Wenn Gensheimer, Glandorf, Haaß und Theuerkauf ihre freien Chancen nutzen, gewinnen wir dieses Spiel. Und wer bitte sollte denn Hens im Falle eines Spielertauschs ersetzen? -
Handballmama
Dienstag, 24.01.2012, 10:13 Uhr So, und zu dem Spiel gestern abend: die Jungs haben verdammt gut angefangen, aber gegen den Vize-Weltmeister kann man durchaus verlieren, auch wenn es sicherlich viele blöde Ballverluste oder 100 %ige-Torchancen gab. Wer sich auch nur annähernd für Handball interessiert, der kann das nachvollziehen. Im Spiel davor haben die Jungs 8 Tore aufgeholt und gewonnen, davon sagt keiner mehr was. Im Handball kann soviel in kurzer Zeit passieren. Genau gehören Formkrisen dazu, Pascal Hens hätte ich schon ein paar Tore gegönnt, er KANN es ja, aber manchmal fehlt auch das kleine Quentchen Glück. Ihn gleich zu verdammen, find ich blöd. Wie Blacky gestern abend schon sagte: die Medien sollen sich doch einfach mal zurückhalten mit ihren - teilweise dämlichen - Kommentaren! Er muss zu seinem Selbstbewußtsein zurück kommen - das ist für ihn das Wichtigste! -
Handballmama
Dienstag, 24.01.2012, 10:08 Uhr @jupol Es gibt dennoch viele viele Handballfans, die sich auf dieses Spiel gefreut haben! Und Gott sei Dank wurde es wenigstens übertragen. Da haben sich Sport1 und/oder Eurosport ja schön rausgehalten! Im übrigen war der Tatort aus der Konserve, neue gibts nur Sonntag Abend in der ARD.
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