Zur mobilen Ansicht wechseln

04.02.2012, 11:24 Uhr

Staatsanwaltschaft stellt Dopingfall Armstrong ein

Los Angeles (dpa) - Die US-Staatsanwaltschaft schließt die Akte Lance Armstrong. Sein langer Kampf gegen die Doping-Vorwürfe ist für den siebenmaligen Tour-de-France-Sieger mit der überraschenden Entscheidung aber noch nicht beendet.

Nach zwei Jahren stellten die Ermittler ihre Untersuchungen gegen den früheren amerikanischen Radstar ein, wie sie in Los Angeles bekanntgaben. Gründe für diesen Schritt nannten die Juristen zunächst nicht.

Unter Führung von Cheffahnder Jeff Novitzky versuchten die Ermittler zu klären, ob während Armstrongs Zeit beim von der Regierung gesponserten amerikanischen Rennstall US Postal ein Dopingprogramm aufgebaut wurde. "Ich bin erfreut, zu erfahren, dass die US-Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen beendet hat. Es ist die richtige Entscheidung", meinte der 40 Jahre alte Armstrong, der im Frühjahr 2011 seine Karriere endgültig beendet hatte.

Ein gemütlicher Ruhestand im Glanze seiner Triumphe bei der Frankreich-Rundfahrt ist aber noch nicht garantiert. Die amerikanische Anti-Doping-Behörde USADA kündigte an, ihre Ermittlungen fortsetzen zu wollen. "Anders als die US-Staatsanwaltschaft ist es unsere Aufgabe, vielmehr den sauberen Sport zu schützen als Strafrecht durchzusetzen", sagte USADA-Chef Travis Tygart. "Unsere Untersuchungen zum Doping im Radsport gehen weiter und wir erwarten weitere Informationen durch die Bundes-Ermittlungen."

Armstrong selbst hatte Doping-Vorwürfe, die ihn während seiner gesamten Karriere begleiteten, stets vehement zurückgewiesen. Wissenschaftlich ist zumindest erwiesen, dass er 1999 bei seinem ersten Toursieg das Blutdopingmittel EPO benutzte. Eine nachträgliche Analyse, die die Zeitung "L'Équipe" 2005 nach seinem ersten Rücktritt veröffentlichte, belegt das. Trotzdem gab es keine Sanktionen, weil sportrechtliche Richtlinien - eine B-Probe gab es nicht mehr - dagegen sprachen.

Auch von ehemaligen Teamkollegen wie dem selbst des Dopings überführten Floyd Landis wurde Armstrong mehrfach beschuldigt, leistungssteigernde Mittel genommen zu haben. Zuletzt erklärte der frühere US-Postal-Fahrer Tyler Hamilton im vergangenen Jahr, dass er gesehen habe, wie Armstrong bei der Tour 1999 sowie vor der Frankreich-Rundfahrt 2000 und 2001 EPO verwendet habe.

Hamiltons Anwalt betonte, dass sein Mandant die Wahrheit gesagt habe. "Der Fakt, dass Doping vorgekommen war, ist ein anderes Thema als eine mögliche Straftat", sagte Chris Manderson der Internetseite espn.com, "wenn die Bundesbehörden beschlossen haben, nicht weiter zu ermitteln, bedeutet das nicht, dass niemand bei einem Radrennen betrogen hat."

Ungeachtet dieser erneuten Vorwürfe zeigte sich Armstrong erleichtert und blickte zuversichtlich in die Zukunft: "Ich freue mich darauf, mein Leben als Vater, als Wettkämpfer und als Verfechter des Kampfs gegen Krebs ohne diese Ablenkung fortzusetzen."

0 Sterne - basierend auf 0 Bewertungen
Zur Übersicht: Sport

21 Meinungen zu "Armstrong: Ermittler lenken ein"

  • Schmitskatze
    Sonntag, 05.02.2012, 11:38 Uhr
    Armstrong ist der größte Radsportler aller Zeiten,daß ist so und das bleibt so.Ihr könnt es nicht ertragen,Tobt euch nur richtig aus,lasst eurem Hass freien Lauf...allein - es wird euch nichts nützen....
  • radovankaracic
    Sonntag, 05.02.2012, 08:52 Uhr
    Daß eine Tour, wie sie Alle im Fernsehen lieben, nicht ohne Doping gehen kann, sollte jedem der schon mal ein Radrennen bestritten hat, klar sein. Erst wenn sich unsere Gesellschaft mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30km/h anstatt wie bisher >40km/h zufrieden gibt, wäre ein "sauberer" Radsport möglich. Wird es aber leider nicht spielen :-(
  • gandalf108111
    Samstag, 04.02.2012, 16:01 Uhr
    Jan Ullrich sagte mal: "ich habe nie jemanden betrogen" Hat er auch nicht, denn es waren ja alle gedopt. Der peinlichste Beitrag ist der von Schmitzkatze. Man muss sich nur mal die Daumen dazu anschauen.
  • Pacster
    Samstag, 04.02.2012, 15:00 Uhr
    Naja, die Nummer geht ja weiter...und wenn da irgendwann mal Ruhe einkehren sollte, kommt Ulrich hinter dem Kamin vor und lässt sich eine "Beichte" von der Presse gut bezahlen. Das Thema ist also lange nicht durch....
  • Zaphod
    Samstag, 04.02.2012, 14:51 Uhr
    War doch klar das er davonkommt. Man hat ihn jahrelang unbehelligt gelassen weil sich seine Story so gut vermarkten lies. Der Kämpfer der den Krebs besiegt hat... ein wahrer amerikanischer Held. Alle haben sie an ihm verdient und jeder wusste das er dopt. Wenn er jetzt angeklagt wird und aussagen würde, würde es wohl extrem peinlich für alle Beteiligten.
  • Mertens67
    Samstag, 04.02.2012, 13:47 Uhr
    Was habt Ihr Hetzer bei Ulrich getobt, was hat die käufliche Hetzepresse bei Ulrich gezetert...täglich wurde auf ihm rumgehackt..war ja auch ei nDeutscher. Wann war denn das letzte mal von Armstrong was zu hören? ''Um einer parole wegen bekämpfen sich die Deutschen gegenseitig stäkrer als ihren ärgste n Feind'' Da hat er bis heute Recht der kleine Franzmann.
  • marie1
    Samstag, 04.02.2012, 13:36 Uhr
    ich wäre an stelle von armstrong mit dieser regelung nicht zufrieden, denn einstellung eines verfahrens ist kein freispruch.
Zuversichtlich

Neue Verhandlung: Preetz hofft auf "vernünftige Beweisaufnahme". >

Am 30. August wird die Gruppenphase für die neue Saison ausgelost. >

Champion

Mit Toronto besiegte der Ex-Bremer im Finale das Team aus Vancouver. >


Internet Made in Germany Ihr WEB.de-Postfach ist grün Web.de unterstützt Unicef

Sie lesen gerade: Armstrong: Ermittler lenken ein. Staatsanwaltschaft stoppt Untersuchung wegen Dopingverdachts.