Vollmers Enttäuschung - Vierter Super Bowl für Giants
Ende, aus, vorbei. "Es ist enttäuschend und nur schwer zu begreifen. Das sind viele Emotionen, die man verarbeiten muss", stammelte Vollmer. Der 27 Jahre alte Kraftklotz aus Kaarst hatte in Indianapolis die historische Chance verpasst, als erster Deutscher den begehrten Titel der National Football League (NFL) zu gewinnen.
Patriots-Quarterback Tom Brady musste von Ehefrau und Top-Model Gisele Bündchen mit einer innigen Umarmung getröstet werden. Auch Vollmer trottete nur langsam vom Feld und schlich Richtung Kabine. Die aufmunternden Worte nahm er kaum wahr. Vom Hallendach regnete es Konfetti, aus den Lautsprechern dröhnte der Queens-Hit "We are the champions", und die Giants feierten ausgelassen den vierten Super-Bowl-Triumph ihrer Vereinsgeschichte.
Wie im Endspiel 2008 war der Underdog aus New York zu stark für die favorisierten Patriots. Die Schlusspointe passte zur unglaublichen Comeback-Saison der Giants. Nie zuvor in der NFL-Geschichte war ein Team mit nur neun Siegen in der regulären Spielzeit Meister geworden. "World Champions Baby", tönte New Yorks Wide Receiver Hakeem Nicks. "Das ist das großartigste Gefühl der Welt, Mann", schrie Teamkollege Ahmad Bradshaw. Der Runningback hatte New York 64 Sekunden vor dem Ende mit einem Touchdown 21:17 in Führung gebracht und somit die Partie endgültig gedreht.
Dabei hatte es für Brady, Vollmer und Co. nach der imposanten Halbzeit-Show von Madonna vielversprechend ausgesehen. Die Patriots lagen nach einem Touchdown von Aaron Hernandez in der 34. Minute mit 17:9 vorn. Ihre Defensive spielte stark, in der Offensive brillierte Brady - auch wenn Vollmer in seinem ersten Super Bowl eine wechselhafte Partie zeigte. Vor dem Safety zum 0:2 ließ er seinen Gegenspieler laufen, wurde zunächst vom Feld genommen und fand erst später zu gewohnter Sicherheit.
Sein Fußbruch vom 27. November war zwar nicht komplett verheilt, dennoch bot Trainer Bill Belichick den einzigen deutschen NFL-Profi von Beginn an auf. Vollmers rechter Fuß war "noch nicht bei 100 Prozent, aber gut genug", um in der Offensiv-Abteilung der Patriots, die gegnerischen Verteidiger zu blocken, verriet der 2,03-Meter-Hüne vom Niederrhein.
Nach der zwischenzeitlichen Führung geriet New Englands Offensive jedoch ins Stocken. Die Giants kamen durch zwei Field Goals auf 15:17 heran, und bei vielen der 68 658 Fans im Stadion wurden unweigerlich Erinnerungen an 2008 wach. Damals hatten die Patriots gegen die Giants bis 35 Sekunden vor Schluss mit 14:10 geführt und letztlich mit 14:17 verloren.
Vollmer war trotzdem zuversichtlich, als er und die Offensive nach dem Bradshaw-Touchdown zur Giants-Führung ein letztes Mal das Spielfeld betraten. "Wir hatten noch eine Minute Zeit, sind davon ausgegangen, dass wir noch eine Chance haben. Solche Situationen trainieren wir fast täglich, jeder weiß, was zu tun ist", erzählte er hinterher. Doch das wussten New Yorks Verteidiger eben auch. "Es war ein harter Kampf und wir haben bis zuletzt alles gegeben. Aber die Giants haben einfach ihr Spiel gemacht, als es drauf ankam", meinte Brady, der unbedingt seinen vierten Super-Bowl-Ring nach 2002, 2004 und 2005 gewinnen und damit zu den legendären Joe Montana und Terry Bradshaw aufschließen wollte - vergeblich.
Der nervenstarke Giants-Quarterback Eli Manning entschied auch das zweite Finalduell mit Brady für sich - und wurde wie schon 2008 zum wertvollsten Spieler (MVP) des Finals gewählt. "Dieses Ende passt zu unserer Saison. Wir haben uns nie entmutigen lassen, haben immer an uns geglaubt und das ist der verdiente Lohn", analysierte Manning den zweiten Super-Bowl-Erfolg seiner Karriere. Bereits in der regulären Saison hatte er im Schlussviertel sechs Spiele noch gedreht.
Die Giants werden den Titel am Dienstag auf einer großen Parade in New York feiern. Deutschland muss indes weiter auf einen NFL-Champion warten. Vor Vollmer hatte bereits der Berliner Uwe von Schamann 1983 und 1985 die Finals mit den Miami Dolphins verloren. Vollmer will in den nächsten Wochen erst einmal abschalten, für einige Zeit nach Deutschland kommen und anschließend hochmotiviert die neue Saison angehen. "Wir spielen diesen Sport, um zu gewinnen. Jedes Jahr aufs neue."
108 Meinungen zu "Giants gewinnen Super Bowl"
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Luri
Montag, 06.02.2012, 17:16 Uhr @Pacster Ich kuck den Super Bowl, wegen des Spiels. Ich fand das Spiel letzte Nacht auch verdammt spannend. Klar, die Show drumrum find ich auch klasse, aber ich würds auch ohne die Show kucken. Was die Werbung angeht. Ja, sie war häufig, aber sie war immer so kurz, dass ich sie nich als sonderlich nervig empfand. Ganz ehrlich, lieber immer so Werbebröckchen zwischendrin, wenn beim Spiel eh nix passiert und dafür während der Halbzeitpause ne gigantische Show, als die ewig lange Werbung, in der Halbzeitpause eines Fußballspiels. -
Pacster
Montag, 06.02.2012, 16:21 Uhr *Die meisten User hier überzeugen wieder mal durch Kommentare mit viel typisch deutscher Intoleranz. In Deutschland ist Fußball Nr.1. Der SuperBowl wird hier einfach mal als Nebenaspekt in der Welt des Sports abgetan. Das dieses Spektakel weltweit über 800 Millionen Menschen angeschaut haben, interessiert natürlich niemanden und selbst wenn, weißt es nur darauf hin, wie unwichtig der SB doch ist. Leute, wenn euch ned interessiert, warum schreibt ihr dann hier die Kommentare rein?* Naja, das sieht bei einem Fussball-WM-Finale aber auch nicht anders aus wenn man sich dann amerikanische Foren anschaut. Ich glaube der SuperBowl wird im Gegensatz zum Fussball aich eher als "Das Spektakel" beworben....da geht es beim Endpsiel vielen Zuschauern mehr um Show als um Sport. Würde man das ganze drumherum weglassen, würde sich die Zuschauerzahl vermutlich halbieren(und 90% der übrigegeblieben zuschauer kämen dann aus den USA). -
futech
Montag, 06.02.2012, 14:38 Uhr @CiC: Ganz im Gegenteil! Viele in den US schauen sich den superbowl auch gerade wegen der Werbungen an! Die US Originalwerbungen sind nämlich WELTEN zu dem Mist, der gestern von sat 1 eingeblendet wurde! -
futech
Montag, 06.02.2012, 14:33 Uhr außerdem ist es nicht Sebastian Vollmer und seine Patriots sondern wenn dann Brady und seine Patriots! Nur weil ein deutscher den QB beschützt, ist deswegen noch lange nicht der Teamführer! -
futech
Montag, 06.02.2012, 14:30 Uhr Sat1 hat das Spiel versaut, das kann man nicht leugnen! 1 abgebrochener Touch Down, sowie diverse abgebrochene Spielzüge, Interviews, Statistiken, abgebrochene Kamerafahrten -> alles zugunsten von schlecher, langweiliger Werbespots in deutscher Sprache, von denen es vllt gefühlt 3 gab. Und warum zur Hölle bringt dann Sat 1 auch noch Rugby-Werbung bei einem super bowl? Es war wirklich die schlechteste Übertragung, die jemals gemacht wurde - zudem hatten die Kommentatoren kaum Ahnung - als ob jeder tackel gleich ein "remember me" wäre. Leider wurde somit jegliches Vergnügen an einem an sich spannenden Spiel zunichte gemacht! -
Fynnjard
Montag, 06.02.2012, 13:59 Uhr Die meisten User hier überzeugen wieder mal durch Kommentare mit viel typisch deutscher Intoleranz. In Deutschland ist Fußball Nr.1. Der SuperBowl wird hier einfach mal als Nebenaspekt in der Welt des Sports abgetan. Das dieses Spektakel weltweit über 800 Millionen Menschen angeschaut haben, interessiert natürlich niemanden und selbst wenn, weißt es nur darauf hin, wie unwichtig der SB doch ist. Leute, wenn euch ned interessiert, warum schreibt ihr dann hier die Kommentare rein? -
putzi
Montag, 06.02.2012, 13:44 Uhr Ich habe am Wochenende die Nordbadische Meisterschaft im Handyweitwurf gewonnen. Warum wurde das nicht übertragen?
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