Erstes Kugelstoß-Gold für Kleinert
Knapp zwei Stunden später hatte auch Speerwerferin Christina Obergföll die ersehnte Medaille erkämpft. Bis zum vierten Versuch lag die Favoritin sogar auf Titelkurs, am Ende glänzte Silber in der Abendsonne von Helsinki.
Die 30-Jährige von der LG Offenburg, die jahrelang im Schatten von Steffi Nerius stand, musste sich am Freitag mit 65,12 Metern nur der Ukrainerin Wira Rebryk (66,86) geschlagen geben. Für Titelverteidigerin Linda Stahl aus Leverkusen gab es mit 63,69 Metern diesmal EM-Bronze - es war schon die fünfte Medaille für das starke deutsche Team in der finnischen Hauptstadt.
Mit 36 Jahren holte sich Kleinert zum ersten Mal Gold ab. Die Magdeburgerin stieß die Kugel 19,18 Meter weit und machte ihrer Freude mit einem Schrei Luft. Nach drei sechsten Plätzen und einem siebten Rang hat die Olympia-Zweite von 2004 das erste EM-Gold wie eine Erlösung empfunden, sie konnte die Freudentränen nicht mehr zurückhalten. "Ich kann auch heulen, wenn ich gut war. Mittlerweile strahle ich heller als die Sonne", meinte die dreimalige WM-Zweite.
Beim Siegerfoto mit der deutschen Fahne lachte Nadine Kleinert aber schon wieder und ging dann auf die Ehrenrunde. "Ich ziehe den Hut vor Nadine, in ihrem Alter sowas noch zu erreichen. Sie ist noch nicht am Ende ihrer Leistungsfähigkeit für dieses Jahr", sagte ihr Trainer Klaus Schneider.
Kleinerts Clubkollegin Josephine Terlecki wurde mit 18,33 Metern Vierte, Christina Schwanitz (LV 90 Erzgebirge) landete mit 18,25 Metern auf dem fünften Platz. Silber holte die Russin Irina Tarasowa (18,91) vor der Italienerin Chiara Rosa (18,47).
Auch Diskus-Weltmeister Robert Harting peilt an diesem Samstag sein erstes EM-Gold an. Nach einer fast schlaflosen Nacht war der Berliner müde in den Ring gestiegen, entledigte sich im Vorkampf aber mit Weiten von 64,88 und 65,49 Meter seiner Pflicht. "Ich hatte es mir leichter vorgestellt", meinte der Weltmeister von 2009 und 2011.
Für Betty Heidler war die EM schon am Vormittag zu Ende. Die Hammerwurf-Weltrekordlerin patzte überraschend in der Qualifikation mit indiskutablen 65,06 Metern - das war's. Die Titelverteidigerin konnte ihre Sachen packen und die ersehnte Medaille abhaken. Dabei war die zweimalige Vize-Weltmeisterin mit einer Erfolgsserie von zwölf Siegen nach Finnland gereist.
"Ich habe mich gut gefühlt. So eine Situation habe ich lange nicht gehabt", sagte die 28 Jährige von der LG Eintracht Frankfurt. Im vergangenen Jahr hatte Heidler bei ihrem Weltrekord mehr als 14 Meter weiter geworfen. Vereinskollegin Kathrin Klaas kam mit 68,95 Meter locker in den Endkampf.
Mit einem Super-Satz hat sich Weitspringer Sebastian Bayer zum Medaillenkandidaten gekürt. Der 26 Jahre alte Hallen-Europameister vom Hamburger SV flog gleich im ersten Versuch mit etwas zu viel Windunterstützung 8,34 Meter weit und qualifizierte sich für die Entscheidung am Sonntag. "Ich hoffe, dass ich diese Weite im Finale bestätigen und vielleicht noch weiter springen kann. Aber das ist dann wieder ein ganz anderer Wettkampf", sagte Bayer.
4 Meinungen zu "Erstes Gold für Kleinert"
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schieber1
Samstag, 30.06.2012, 10:56 Uhr @NordiDidi2 Hier irrst Du mit Deiner Aussage zur Silbermedaillie. Es war ein komplett kontrollierter Lauf von Gabius. Das harte Training hat sich ausgezahlt, so konnte er am Ende noch ein paar Körnchen zulegen. -
schieber1
Samstag, 30.06.2012, 10:55 Uhr Tolle Leistung ganz ohne Doping, deshalb auch vermutlich die geringere Weite. Allerdings ist es so besser und gesünder für die Sportlerin. Herzlichen Glückwunsch. -
spo123
Samstag, 30.06.2012, 10:22 Uhr @NordiDidi2 Aus meiner Sicht gehört die Silbermedaille von Arne Gabius über 5000 Meter nicht in die Kategorie Zufall. Er lief vorher in Oslo eine super Zeit und gehörte schon zu dem engeren Favoritenkreis. Schön, dass web.de auch 'mal über die LA - Europameisterschaft berichtet. Im Allgemeinen lese ich fast nur etwas über Fuba oder die NBA. -
NordiDidi2
Samstag, 30.06.2012, 10:08 Uhr Das Gold ist sehr schön,aber wenn man liest, dass dazu 19,18 Meter gereicht haben ist das für das Frauenkugelstoßen beschämend ! Wenn man liest, dass der Weltrecord über 22 Meter liegt, frage ich mich, ob früher immer gedopt wurde. Irgendwie ist das bei den Männern nicht annähernd so. Ich wünsche mir, dass es in Deutschland wieder aufwärts geht. Der Anfang scheint z.B. beim Zehnkampf gemacht. Jetzt müssen sich die Laufleistungen vom Sprint bis zur Langsrecke verbessern. Die Silbermedaille im 5000-Lauf war nur ein Zufall !
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