Armstrong: Ullrich will Siege nicht - Spenden steigen
In einer Stellungnahme vom Freitagabend verwiesen sie darauf, zunächst die Entscheidungen des Rad-Weltverbandes UCI und der USADA abwarten zu wollen.
Fraglich ist, ob die USADA nicht ihre Zuständigkeit überschreitet. Darauf hatte Armstrong bereits selbst verwiesen. Der 40-Jährige, der nicht mehr gegen Dopingvorwürfe vorgehen wird, wollte am Samstag eigentlich bei einem Mountainbike-Rennen in Colorado antreten.
Jan Ullrich hat bekräftigt, dass er nicht nachträglich zum Tour-Sieger von 2000, 2001 und 2003 gekürt werden will. Damals hatte Ullrich jeweils den zweiten Platz hinter Armstrong belegt. "Ich werde mich sicherlich nicht mit fremden Federn schmücken. In den Jahren war Lance einfach besser als ich. Das akzeptiere ich - damals wie heute", sagte Ullrich dem Nachrichtenmagazin "Focus".
Bei einer Pressekonferenz zum Ötztaler Radmarathon betonte er am Samstag: Es sei natürlich schade, was gerade mit Armstrong geschehe. "Ich bin kein Mensch, der sich über das Leid des anderen freut", sagte Ullrich. "So viele Jahre später nach einer Entscheidung am Grünen Tisch noch den Titel zugesprochen zu bekommen, da bin ich nicht der Typ dafür, das interessiert mich auch nicht."
Der Tour-Sieger von 1997 wurde im Februar gesperrt. 2004 hatte Andreas Klöden bei der Tour de France den zweiten Platz hinter Armstrong belegt. Gegen Klöden gab es staatsanwaltliche Ermittlungen wegen Dopingverdachts.
Spaniens fünfmaliger Tour-de-France-Sieger Miguel Indurain will sich einer öffentlichen Verurteilung von Armstrong nicht anschließen. "Da ist etwas Merkwürdiges im Spiel. Aus irgendeinem Grund, den wir nicht kennen, wollen (Armstrongs) Feinde eine schöne Trophäe erobern und dessen Karriere ein Ende setzen", sagte der erfolgreichste spanische Radfahrer aller Zeiten in einem Beitrag für die Madrider Sportzeitung "Marca" (Samstag-Ausgabe).
Über mangelnde Unterstützung muss sich Armstrong nicht sorgen. Die Spenden für seine Krebs-Stiftung sind deren Angaben zufolge sprunghaft angestiegen. Geschäftsführer Doug Ulman sagte dem US-Sportsender ESPN am Freitag (Ortszeit) im texanischen Austin, bis zum Nachmittag seien 78 000 Dollar an Spenden eingegangen. Am Donnerstag seien es nur 3200 Dollar gewesen.
"Es war überwältigend. Die vielen E-Mails, Anrufe und Mitteilungen haben uns einfach sprachlos gemacht", sagte Ulman. Im vergangenen Jahr hatte die Stiftung mit dem Namen Livestrong 51 Millionen Dollar gesammelt. Ihr Ziel ist die Unterstützung von an Krebs erkrankten Menschen. Armstrong hatte eine Hodenkrebserkrankung überlebt und danach von 1999 bis 2005 jeweils die Tour de France gewonnen.
Trotz der Sperre durch die USADA kündigten mehrere wichtige Sponsoren an, die Zusammenarbeit mit Armstrong fortzusetzen, darunter der Sportartikelhersteller Nike und der Bierkonzern Anheuser-Busch. Andere wollen die weitere Entwicklung zunächst beobachten.
In einer Nike-Erklärung hieß es, Armstrong habe seine Unschuld beteuert und sei in diesem Punkt standhaft geblieben. Nike plane, Armstrong und dessen Stiftung weiterhin zu unterstützen, zitierte die Agentur Reuters aus der Erklärung. Nike hilft der Stiftung seit 2004 und erfand das gelbe Armband, von dem bereits 84 Millionen Stück weltweit verteilt wurden. Der bei Anheuser Busch für das US-Marketing zuständige Vizepräsident Paul Chibe meinte über Armstrong: "Er hat Millionen mit seinen sportlichen Erfolgen und seinem Engagement für Krebs-Überlebende und deren Familien inspiriert."
Armstrongs Manager Bill Stapleton zeigte sich überzeugt, dass sein Klient weiterhin bestens zu vermarkten sei. Pro Vortrag erhalte er ein Tages-Honorar von 150 000 Dollar, pro Jahr absolviere Armstrong etwa solche 20 Auftritte gegen Gage. "Seine vielen Fans werden zu ihm halten", betonte Stapleton.
114 Meinungen zu "Armstrong erhält Unterstützung"
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PrinzEugen1
Dienstag, 28.08.2012, 10:59 Uhr Tja, wer an einen "sauberen" Sport glaubt, der bekommt auch in exakt 4 Monaten Besuch.... vom Weihnachtsmann. -
IlPuffo
Montag, 27.08.2012, 17:33 Uhr Armstrong war der größte arrogante betrügerische DRECKSACK im gesamten Radsport! Und der Jan Ullrich kann sich gleich hinter ihm einreihen!!! -
weisweiler
Sonntag, 26.08.2012, 14:13 Uhr @KarlMinister Ich finde die Reaktion von Ullrich auch völlig OK. Er muss es ja nicht rausposaunen, dass er auch gedopt war, er darf andererseits auch nicht sagen: wir waren alle gedopt, hätte er gleich ein paar Klagen am Hals. @ die, die meinen, Doping sollte man freigeben: Dann gewinnt der, der das meiste Geld hinter sich hat, gutes Doping ist teuer! Statt Begleitfahrzeugen gibt es mobile Medizinlabors, alle paar Tage wird Blut getauscht, wie es bei der Formel 1 das Fahrwerk-Setup gibt gibt es dann für die Radfahrer das passende Blut-Setup für das jeweilige Streckenprofil. Bergetappe: Hämatokrit aufpumpen bis kurz vor Pumpenkollaps, Sprintetappe: 20km vor dem Ziel kommt der Testosteronwagen durchs Peloton. Der Fahrer wird kurz gecheckt, dann wird ihm soviel reingepumpt, dass er gerade nicht tot vom Rad fällt. Das kann es doch auch nicht sein. -
urmelaufdemeis12
Sonntag, 26.08.2012, 14:13 Uhr Ein wirklich trauriger Bericht über "Größen des Radsprts". Indurain fragt sich woher die Motivation für solch einen Prozess gegen Armstrong überhaupt kommt. Ullrich sagt, dass er damals einfach schwächer war und daher Platz 2 ok sei. Hallo ... 1.) Doping (bewusste Einnahme leistungssteigernder Mittel) an sich ist ein schwieriges Thema. Denn theoretisch ist ja schon das Trinken mehrerer Tassen Kaffee, durch dessen aufputschende Wirkung, etwas "Doping". Wenn auch nur ein schwaches, im Bezug zur Leistungssteigerung. Daher könnte man ja jetzt sagen: "legalisiert Doping". Dies wäre aber eine Teufelsspirale - denn erstens erhalten fast nur die Sieger und wirklich "Erfolgreichen" Gelder (Preisgelder, Sponsoren, Gagen, ...) von denen Sie sich und ihre Familie am Ende auch ernähren, weiterhin ist die Gesellschaft/das Publikum stets scharf auf immer neue und unglaubliche Rekord. Und schlussendlich will ja auch jeder Sportler, der seine Sportart leistungsorientiert betreibt, am Ende gewinnen und damit Ruhm bzw. Ehre einfahren. Dieser Erfolgsdruck eines jeden Sportlers und das gesellschaftliche drumherum würde dazu führen, dass schlussendlich jeder dopen würde (ja sogar fast müsste). Und was sagt man denen, die eine Sportart ausüben wollen aber dabei bewusst keine leistungssteigernden (gefährlichen) Mittel einnehmen wollen, weil sie ein paar jahre länger und vor allem gesünder leben wollen? Sie sind schlichtweg chancenlos ... Man könnte doch dann auch gleich noch ein neues Parallel-Olympia einführen und das Ganze dann vielelicht Cleanolympics oder so nennen. Man kann also eigentlich sagen, dass es eine gewisse gesellschaftliche Verantwortung sein muss die Sportler zu schützen vor diesen genannten "versteckten" Triebrädern. Und das weiß man, daher ja auch die Antidopinggesetze. Daher ist es für mich am Ende auch nicht weiter fraglich, dass ein Mensch der mehrfach in seiner Karriere Vereinbarungen für einen sauberen (und fairen!) Sport unterzeichnet hat (das muss nämlich jeder Leistungssportler in einem Land mit anerkannter Dopingagentur), am Ende auch dafür bestraft wird, wenn er seine gegebenen Versprechen gebrochen hat. Es ist meines Wissens nach bewiesen, dass Lance Armstrong gedopt hat (nachträgliche Blutprobenergebnisse) und die Aussagen seiner ehemaligen Teamkollegen sind erdrückend. Wieso soll es also jetzt eine Hexenjagd sein die die amerikanische Antidopingagentur fährt? Natürlich kommt er sich dabei etwas doof vor, da er ja weiß dass es noch so viel mehr sportliche "Topstars" gibt, die weiterhin fröhlich über ihre unrechtmäßigen Erfolge (gegenüber anderen fairen Sportlern) lachen können. Miguel Indurain hat einfach nur Glück, dass er wohl einer der letzgenannten Gruppe zuzuordnen ist. 2.) Auch Jan Ullrich war gedopt (zumindest bewiesen ab 2005). Wie wahrscheinlich ist es also, dass er auch vorher schon gedopt hat - wo er auch noch sportlich deutlich besser war ... ich glaube dass muss man nicht weiter ausleuchten. Seine Aussage bekräftigt diese Vermutung auch nur noch mehr. Denn wenn er wirklich clean gewesen wäre, dann würde er die ersten Plätze dankend annehmen. Denn er könnte dann ja auch stolz darauf sein ... Da er aber mit genau dem gleichen Wasser wie Armstrong gekocht hat, sieht er seinen zweiten Platz als gerechtfertigt erzielt (unter gleichen Bedingungen) an und fühlt sich als "rechtmäßig" geschlagener ... Ich bin daher auch für klare und verständliche Dopinggesetze welche benennen was untersagt sind (Blutdoping, Anabolika, ...) und welche Stoffe/Verfahren als ok gelten (z.B. Kaffee). Man könnte die Grenze für die Legalität eines leistungssteigernden Mittels im Endeffekt ziemlich genau dort ziehen, wo der Übergang ist zwischen natürlich und unnatürlich. Das was höchstchemisch hergestellt ist, bzw. nur unter Zuhilfenahme von hochtechnologischer Apparatur möglich ist sollte gesperrt bleiben/werden. Kaffee ist sehr natürlich, Eiweißpulver auch, EPO-Mittel eher nicht, Eigenblutdoping wohl noch weniger, usw. Der Punkt welcher oft angeführt wird, dass die Kontrolleure immer einen Schritt hinterher sind und dass man manche Stoffe doch gar nicht nachweisen kann ist nur halbwahr. Es gibt natürliche Werte und biologische Grenzen von gewissen Stoffen im Körper (als beispiel: irgendein Stoff ist bei einem normal sportlichen Menschen mit 10mg pro Liter im Blut; die biologische Grenze ist jedoch schon bei 15-20 erreicht). Man muss sich also fragen, wieso der Grenzwert bei einigen Dopingtests deutlich über dem biologischen Grenzwert liegt und vielleicht dem Zehnfachen entspricht? Es gibt Analysen (nach Olympia in Peking), wo gesagt wurde dass unzählige Sportler gedopt sind, ja gedopt sein müssen, weil Sie die biologischen Grenzwerte bei gewissen Stoffen einfach so deutlich überschritten haben OHNE aber über den tlw. "utopischen" Doping-Grenzwert zu kommen. Hier wurde dann sehr wahrscheinlich systematisch und kontrolliert gedopt ... Dopingsünder sollte man ebenfalls auch mindestens 5, wenn nicht sogar 7 oder 8 Jahre sperren - in besonderes schweren Fällen auch gerne gleich lebenslang. Sportler welche durch Ihre außergewöhnlichen Rekorde viel Geld verdient haben, sollten ebenfalls finanziell sehr hart bestraft werden. Die jetzigen Strafen sind einfach VIEL zu mild in Anbetracht der "Triebräder". Die schuldigen Menschen hinter den dopenden Sportlern (unterstützende Ärzte - zur Erinnerung: ein Arzt schwört zu Beginn seiner Tätigkeit stets das Beste für die Gesundheit des Menschens zu tun; dubiose Manager und Funktionäre, ...). sollten ebenfalls hart bestraft werden (Entug der Arzt-Lizenz, Gefängnis, etc.). Das wäre eine echte Abschreckung und würde den Sumpf wohl etwas austrocknen. Es kann sich dann im nachhinein auch keiner beschweren, wenn er mehrfach aufgeklärt wird. Weiterhin sollte jedes Land eine unabhängige Dopingagentur etablieren, die einem internationalem Standard folgt (also auch Jamaika, kenia, ...). Alle Top-Sportler (quasi die Olympioniken) sollten regelmäßig untersucht werden (vielleicht einmal im Monat, natürlich eher unangemeldet). So sind dann auch unnatürliche Konzentrationssteigerungen gewisser Stoffe innerhalb kürzester Zeit erklärbar und machen damit z.B. auch Eigenblutdoping nachweisbar. Es gibt so viele Möglichkeiten wie man den sauberen Sport weiter unterstützen kann. Das Ziel sollte aber stets sein das Bewusstsein im Menschen (und in der Gesellschaft, den Medien) zu wecken, dass man sich auch als Dritt- oder Viertplatzierter (selbst bei nationalen oder regionalen Meisterschaften) noch wirklich freuen kann. Sportler sollten stolz darauf sein wenn Sie eine tolle leistung auf fairem Wege erreichen, und Sportler sollten sich schämen wenn sie auf unfairer Weise Siege einstreichen. Es fängt am Ende auch bei jedem selbst an ... -
IlPuffo
Sonntag, 26.08.2012, 14:06 Uhr Armstrong war der größte arrogante betrügerische DRECKSACK im gesamten Radsport! -
Acmilanforever
Sonntag, 26.08.2012, 13:46 Uhr Ich glaube, J.Ullrich hat recht, Armstrong war der Bessere unter allen Radfahrern. Ich weiss das Jahr nicht mehr, aber die Tour de France wurde ja umbenannt in Tou de Farce. Nicht ohne Grund. Diese Anstrengung schafft kein Mensch ohne Hilfsmittel. Schaut euch doch die Distancen an, die die Athleten an einem Tag zurücklegen müssen und es sind um die 20 Etappen. Und ehrlich gesagt, wir können doch so viel dopen wie wir wollen, die Tour de France wird trotzdem keiner von uns gewinnen.
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