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30.01.2013, 17:52 Uhr

Armstrong: Keine Generation war "sauber"

Berlin (dpa) - Von Einsicht oder Reue weiter keine Spur: Lance Armstrong hält sich und die Radprofis seiner Epoche nicht für größere Betrüger als Sportler zu anderen Zeiten.

"Meine Generation war nicht anders als andere", sagte der des Dopings überführte, gesperrte und inzwischen geständige Amerikaner dem Onlinedienst cyclingnews.com. Im ersten Interview nach seiner TV-Beichte behauptete Armstrong, dass schon immer betrogen wurde. "Keine Generation ist davon ausgenommen oder 'sauber'. Nicht die von Merckx, Hinault, LeMond, Coppi, Gimondi, Indurain, Anquetil, Bartali oder die meine."

Dem 41-Jährigen waren 2012 alle seine sieben Siege bei der Tour de France aberkannt worden - die US-Anti-Doping-Agentur USADA hatte ihm in einem mehr als 1000 Seiten starken Bericht jahrelanges Doping und Handel mit illegalen Substanzen nachgewiesen. Bei Star-Talkerin Oprah Winfrey räumte Armstrong dann erstmals in seiner Karriere Doping ein.

Für den Auftritt hatte er viel Kritik geerntet, vor allem weil er bei seinen Aussagen nicht über den Wissensstand des USADA-Berichts hinausging und auch keine Helfer oder Hintermänner nannte. "Ich habe niemanden 'geschützt'", betonte Armstrong bei cyclingnews.com in dem via Email geführten Interview. "Ich wollte dort über mich sprechen, meine Erfahrung, meine Fehler."

Nach dem jahrelangen Leugnen will der Texaner nun nach eigenen Worten sogar bei der Säuberung der Sportart helfen. "Obwohl ich das Auge des Orkans war, geht es hier nicht um einen Mann, ein Team, einen Teamchef. Hier geht es um Radsport und um ehrlich zu sein, um ALLE Ausdauersportarten. Einen Mann öffentlich zu lynchen, wird dieses Problem nicht lösen", fand der langjährige Radsport-Dominator.

Armstrong plant offenbar, mit der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA zusammenzuarbeiten. Eine Kooperation mit der amerikanischen USADA, die ihn zu Fall gebracht hatte, lehnt er ab. Auf den Weltverband UCI, dem Armstrong während seiner aktiven Zeit sehr nahe stand, setze er ebenso nicht mehr. "Die UCI hat keinen Platz an dem Tisch", sagte er.

Den Verbands-Präsidenten Pat McQuaid griff der frühere Superstar scharf an. Dieser hatte nach Bekanntwerden der Affäre und der finalen Aberkennung der Tour-Titel betont, Armstrong habe "keinen Platz mehr im Radsport". Dem Iren gehen es nur noch darum, seine eigene Haut zu retten, fand Armstrong inzwischen und ergänzte: "Armselig."

Alle News vom: 30. Januar 2013 Zur Übersicht: Sport

49 Meinungen zu ""Keine Generation war sauber""

  • schleiferjupp
    Donnerstag, 21.02.2013, 11:36 Uhr
    Mail an alle verbalen Gülleschleudern: Die meisten von Euch Schmutzfinken hat noch nie auf einem Rennrad gesessen, dafür umso länger in der Kneipe. Vor kurzem machte im Fußball einmal kurz der Beschiß von Spielmanipulationen die Runde. - Nochmal was gehört? Die Medien sind eingeschlafen. - Das ist Beschiß! Wenn flächendeckend nach- geholfen wird wie im Radsport und anderen induviduellen Sportarten besteht doch Chancengleichheit. Worüber aufregen? Des Volkes Stimme reagiert richtig. Der Betrug findet im Fußball statt!
  • SpvggLopo
    Freitag, 01.02.2013, 09:37 Uhr
    Dass ALLE Fahren gedopt haben , ist natürlich unbestritten . Von daher kann man Armstrong nicht den Vorwurf machen , dass er die anderen "betrogen" hat . Punkt . Was mich interessiereen würde ist der Punkt , ob das Kräfteverhältnis gleich wäre , wenn alle NICHT gedopt hätten bzw. ob die Art und Weise des Dopings einen Einfluss auf die Leistungs- fähigkeit hat - sprich Armstrong oder Ullrich wären unter nicht-gedopten leistungsmässig nicht die besten gewesen ... *Fragezeichen
  • dackel
    Donnerstag, 31.01.2013, 10:14 Uhr
    mir sch..egal welche ausreden und vergleiche dieser betrüger anführt - hauptsache dieser sogen. "sport" verschwindet aus den schlagzeilen und - noch viel wichtiger - vom bildschirm. diese heuchlerische wandlung vom saulus zum paulus und zurück kann er in sein goldenes kopfkissen weinen. armstrong hat genau wie der ganze radzirkus jede chance zur wiederherstellung eines einigermaßen sauberen image verspielt. wer sich heute noch radrennen ansieht, der sollte das bei kinderveranstaltungen tun, die dopen sich höchstens mit cola. den rest können sie einstampfen - ich hoffe, die sponsoren sehen das genauso und lassen diesen "sport" zur hölle fahren
  • Kasperltheater
    Donnerstag, 31.01.2013, 10:00 Uhr
    Wann streicht ihr eigentlich dieses Thema endlich. Er ist ein Betrüger sonst nichts.
  • RubberSoul
    Donnerstag, 31.01.2013, 10:00 Uhr
    Ich fahre selber viel Rennrad in der Freizeit und es ist ein schöner Outdoor-Sport. Der gesamte Profi-Sport ist mit Doping "verstrahlt", an den Profi-Fußball trauen sich die Medien nicht ran, dann würden sie ja viel Geld verlieren. L. Armstrong ist ja nur die Spitze des Eisbergs und seine Behauptung stimmt, viele Spitzen-Rennradprofis der 60er und 70er Jahre haben keinen Magen mehr, viele sind an Magen-Krebs gestorben, damals wurde Doping mit Tabletten praktiziert.
  • sherlock1960
    Donnerstag, 31.01.2013, 09:39 Uhr
    Grundsätzlich - und ich meine lediglich - grundsätzlich hat er nicht unrecht , der Lance . Das ändert jedoch nix an der Tatsache , dass er über Jahre alle betrogen hat . Die Zuschauer , seine Kameraden , seine Sponsoren , den Sport . Und dadurch , dass er auf andere verweist - und sagt - der auch auch geklaut , gespickt , gedopt , oder was auch immer , kommt er mir wie ein kleiner Junge vor , den man beim abschreiben erwischt hat . Es wäre an der Zeit , Einsicht zu zeigen . Aber das ist von diesem Mann wohl zuviel verlangt . Nur weil es alle machen , muss es nicht richtig sein ... meint Mick
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