Ullrich war offenbar 24 mal bei Dopingarzt Fuentes
(cfl) - Jetzt ist es raus: Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" hat das Bundeskriminalamt die kompletten Doping-Aktivitäten von Jan Ullrich aufgedeckt.
Dem Bericht zufolge ist der Ex-Radprofi zwischen 2003 und 2006 insgesamt 24 mal nach Madrid gereist, um sich von Dopingarzt Eufemiano Fuentes behandeln zu lassen. Ullrichs damaliger Betreuer Rudy Pevenage habe allein für den Zeitraum von Februar 2005 und Mai 2006 acht Flüge für seinen Schützling gebucht. Pevenage sei in den drei Jahren bis 2006 15 Mal selbst in der spanischen Hauptstadt gewesen, um sich nach Erkenntnissen des BKA mit den Doping-Medizinern zu treffen.
Die Beweise dafür hätten die BKA-Fahnder von einem Computer in Pevenages Wohnung. Zwar sei eine in dem PC enthaltene Festplatte gelöscht gewesen, doch BKA-Spezialisten hätten die Daten rekonstruieren können. Dies stehe laut "Spiegel" in bislang unter Verschluss gehaltenen Informationen der Bonner Staatsanwaltschaft. Gegen Zahlung einer Geldbuße von 250.000 Euro hätten die dortigen Strafverfolger im März 2008 das Verfahren gegen Ullrich eingestellt.
"Zusammenfassend kann festgehalten werden", zitiert der "Spiegel" aus den Ermittlungsakten, "dass der Beschuldigte Ullrich das Dopingsystem des spanischen Arztes Dr. Fuentes nutzte, um sich vertragswidrig mit leistungssteigernden Mitteln und Methoden auf seine Wettkämpfe vorzubereiten."
Gegenüber den Bonner Ermittlern habe sich Ullrich nicht zu diesen Vorwürfen geäußert. Zudem hat der Sieger der Tour de France von 1997 Doping-Vorwürfe stets bestritten. Allerdings sei die Staatsanwaltschaft laut "Spiegel" bei der Überprüfung seiner Konten auf zwei Zahlungen an Fuentes in Höhe von zusammen 80.000 Euro gestoßen.
Bei ihren Nachforschungen konnten die BKA-Fahnder offenbar auch herausfinden, wie viel Jan Ullrich zwischen dem 1. Januar 2003 und dem 30. Juni 2006 verdient hatte: Insgesamt sollen es "Spiegel" zufolge 8.505.286 Euro gewesen sein.
250 Meinungen zu "Ullrich war offenbar 24 mal bei Dopingarzt Fuentes"
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cicero1
Donnerstag, 22.10.2009, 14:18 Uhr randy, er hat nur die blauäugigen, die vom Radsport eh keine Ahnung haben, betrogen. Leute, die sich dafür interessieren, und das nicht erst seit Ullrich 1996 wie Phönix aus der Asche kam, verwundert das alles nicht. Und seine Kollegen hat er auch nicht betrogen, da alle Fahrer der Spitzenklasse (Pro-Tour-Teams) dopen. Auch viele der alten Helden (Merckx, Altig, Riis etc.) haben das mehr oder weniger offen eingestanden. -
petze24
Sonntag, 18.10.2009, 17:16 Uhr Die Unschuldsbeteuerungen in der Presse sind noch gut in Erinnerung - die Dreistigkeit, mit der Ullrich alle Welt belogen hat - welche Vorbilder sollen sich die Jugendlichen heutzutage eigentlich noch wählen können? Mit den Ergebnissen der Wahlen sieht es nicht viel besser aus. Da wundere ich mich überhaupt nicth mehr, dass junge Leute in der verlogenen Welt auch oft nur noch ganz persönliche Ziele verfolgen. Dass nun der werte Herr Ulrich seine zu Unrecht eingefahrenen Millionen genießen darf, dass ist der eigentliche Skandal!!! -
Merlin51
Sonntag, 18.10.2009, 15:08 Uhr Sorry, muss heißen: Anders die Politiker: In den letzten dreißig Jahren haben ich keinen erlebt (außer Helmut Schmidt), der das dt. Volk n i c h t belogen und betrogen hat. -
derstille6er
Sonntag, 18.10.2009, 14:23 Uhr Hallöle, viele liebste Grüße an alle Aufrechten und 'kritischen' Menschen ;-) Wo ist das Problem - wir leben in der 'sozialen' Marktwirtschaft und jeder von uns 'fühlt' sich doch so geborgen in diesem Umfeld - weil ???? Bin selbst enttäuscht von dieem System, doch kenne ich kein anderes und 'Besseres' und wenn dies wohl das 'kleinste Übel' ist.... ?????????????? Also love or leave it - oder mal mit konstruktiver Kritik einschreiten und mal was besser machen!! Einen Herrn Jan Ullrich verurteilen ist ja wohl doch eher Selbstkasteiung in meinen Augen!!!!!!!!!!! beutiful day und immer locker durch die Hose atmen :-) PS: Finde das Ganze ziemlich krank - hab aber nichts Beseres im Angebot - hat jemand? -
cicero1
Sonntag, 18.10.2009, 11:43 Uhr Merlin51, obwohl ich Schmidt für den besten Kanzler seit Bismarck halte, hat auch der nicht immer offen agiert. So wurde z.B. die demografische Rentenproblematik schon damals bekannt, ohne dass dieses offengelegt oder gar gegengesteuert wurde. Wäre unpopulär gewesen und Wählerstimmen gekostet.
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