Die deutschen Biathletinnen eilen weiter von Sieg zu Sieg und heizen knapp zwei Monate vor der WM in Oslo die Hoffnungen auf einen erfolgreichen Saisonhöhepunkt an.

Laura Dahlmeier mit ihrem Doppelsieg in Verfolgung und Massenstart sowie Franziska Hildebrand mit ihrem Erfolg im Sprint sorgten beim ersten Teil des Weltcup-Heimdoubles in Ruhpolding für große Emotionen. "Heute war es auf alle Fälle ein perfektes Rennen für mich. Wahnsinn, ein Traum, ein geiles Rennen", sagte die 22-jährige Dahlmeier in der ARD. "Ich fühle mich gerade richtig stark."

Erstmals in ihrer Karriere entschied sie zwei Rennen bei einem Weltcup für sich. Zudem gewannen die deutschen Skijägerinnen erstmals seit fast vier Jahren wieder alle drei Einzelrennen bei einem Weltcup.

"Das ist ein super cooles Gefühl, zu wissen, dass fast immer eine durchkommt. Mittlerweile ist es ja so, dass jede von uns in jedem Rennen ganz oben stehen kann", sagte die sechsmalige Weltcupgewinnerin Dahlmeier. Angesichts von sechs Saisonsiegen und insgesamt 13 Podestplätzen wecken die Skijägerinnen Erinnerungen an die goldenen Zeiten mit Magdalena Neuner, Kati Wilhelm und Andrea Henkel, als das Motto hieß: Eine kommt immer durch.

Denn außer in den ersten beiden Rennen stand immer mindestens eine Deutsche auf dem Podium. Viermal war es Dahlmeier, zweimal Franziska Hildebrand. "Dieser gigantische Saisonverlauf ist eine schöne Momentaufnahme. Aber er ist kein Grund für Euphorie oder Selbstzufriedenheit", mahnte Bundestrainer Gerald Hönig, wenngleich auch er den Höhenflug genießt: "Es macht gerade richtig Spaß."

Vor allem Dahlmeier, die in der Verfolgung in beeindruckender Manier ihren dritten Saisonsieg feierte, drängt mehr und mehr in die Rolle der neuen Führungspersönlichkeit. Mit einem sehr hohen läuferischen Grundniveau und einer effektiven Technik ausgestattet, kann sie sogar gesundheitliche Rückschläge wie den Infekt über Neujahr, schnell kompensieren. Zudem agiert sie am Schießstand so abgeklärt, als hätte sie schon unzählige Jahre in der Weltspitze auf dem Buckel.

Ihr Erfolgsrezept liegt vielleicht auch darin, nicht zwanghaft verbissen dem Erfolg nachzujagen. "Man muss schon einen gewissen Ehrgeiz haben, um erfolgreich zu sein. Aber ich kann auch mal ein bisschen faul sein, brauche andere Reize und Eindrücke", sagte die Staffel-Weltmeisterin. Hätte sie nicht zu Saisonbeginn erkältet drei Rennen verpasst, würde sie wohl jetzt schon im Gelben Trikot laufen.

Auch Franziska Hildebrand legte endgültig ihr Image als zuverlässige "Mitläuferin" ab und reifte zur Siegkandidatin. Lange Zeit galt die exzellente Schützin als läuferisch limitiert, jetzt zahlt sich ihre harte Arbeit aus. "Es ist ein geiles Gefühl, zu wissen, dass man vorne mitlaufen kann", sagte die 28-Jährige.© dpa

Das DSV-Quartett hat den Team-Weltcup im Skispringen in Willingen gewonnen.