Es ist das Mekka des Skisports: das Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel. Jedes Jahr stürzt sich die Elite des alpinen Skiweltcups mit halsbrecherischer Geschwindigkeit die weltberühmte "Streif" hinunter. Alles, was Sie rund um das spektakulärste Skirennen der Welt wissen müssen, erfahren Sie hier.

Über drei Kilometer purer Wahnsinn

Die Streckenlänge der "Streif" in Kitzbühel beträgt exakt 3.312 Meter. Vom Start auf 1.665 Metern über dem Meeresspiegel geht es insgesamt 860 Höhenmeter hinunter auf 805 Meter. Dabei beläuft sich die durchschnittliche Neigung des Kurses auf 27 Prozent. Die steilste Stelle ist die "Mausefalle", der berüchtigte Sprung kurz nach dem Start, mit 85 Prozent Gefälle. Bis zu 80 Meter springen die Profis an dieser Stelle. Im Zielschuss erreichen die Fahrer ihre Höchstgeschwindigkeit bei bis zu 140 Kilometern pro Stunde.

Seit 1993 ist Schnee garantiert

Max Verstappen lässt in Kitzbühel die Schneeketten rauchen.

Das Hahnenkamm-Rennen, wie die Abfahrt auf der "Streif" offiziell genannt wird, musste in seiner Historie seit 1931 erst viermal wegen Schneemangels abgesagt werden - in den Jahren 1964, 1988 und 1993. 2007 fand zwar keine Abfahrt statt, dafür aber zwei Slaloms auf dem benachbarten "Ganslern"-Hang. Die Bergbahn AG Kitzbühel reagierte im Sommer 1993 auf die Situation und errichtete eine Beschneiungsanlage entlang der gesamten Rennstrecke.

Rekordsieger kommt aus der Schweiz

Didier Cuche konnte in seiner Karriere fünfmal die "Streif" gewinnen. Franz Klammer aus Österreich kommt auf vier Siege. Der einzige Deutsche, der das Hahnenkammrennen jemals gewinnen konnte, ist Sepp Ferstl. Dem Bayern gelang dafür ein Doppelpack in den Jahren 1978 und 1979.

Fangzäune, soweit das Auge reicht

Zur Abgrenzung der Abfahrt werden mehr als 10 Kilometer Zuschauerzäune, 2 Kilometer "G-Zäune", also Gleitzäune, die in verschiedenen Höhen auf Spezialsicherheitsstangen montiert werden, 1.300 Meter "A-Netze", das heißt Hochsicherheitsnetze, sowie 4 Kilometer "B-Netze", also zwei Meter hohe Auffangzäune, aufgestellt.

Zwei Minuten in 60 Jahren

Der Streckenrekord durch den Österreicher Fritz Strobl, Olympiasieger 2002 und Weltmeister 2007, liegt bei 1:51,58 Minuten. Der zweifache "Streif"-Sieger stellte ihn im Jahr 1997 auf. Zum Vergleich: Thaddeus Schwabl, Sieger im Jahr 1937, benötigte 3:53,10 Minuten.

Rekordpreisgeld in diesem Jahr

Das Preisgeld ist 2016 mit insgesamt 645.000 Euro um 18.000 Euro höher als im vergangenen Jahr. Die Sieger in Abfahrt und Slalom erhalten mit 70.300 Euro aber knapp 5.000 Euro weniger als 2015. Dafür bekommen alle Top-30 Fahrer ein Preisgeld, bisher gab es das nur für die besten 15 Fahrer. Der Super-G-Sieger nimmt 52.725 Euro mit nach Hause, der Gewinner der Kombination 45.325.

Unendlich viele Eintrittskarten

Gute Nachrichten für Spätentschlossene: Es gibt keine Limitierung bei der Zahl der Tickets für das Rennen. Stehplätze kosten für Erwachsene zwischen 25 und 30 Euro, Kinder bis 16 Jahre dürfen kostenlos aufs Gelände. VIPs zahlen für Stehplätze beim Abfahrtsrennen mit Getränken und Snacks 160 Euro, für ein Drei-Tages-Ticket 320 Euro. Der Zuschauerrekord wurde mit 100.000 Besuchern am gesamten Wochenende im Jahr 1999 erreicht. Durchschnittlich verfolgen 45.000 Menschen die Abfahrt am Samstagvormittag.

Millionensumme für die Organisation

Die Organisation des Rennens kostet insgesamt etwa 6,5 Millionen Euro. Der Großraum Kitzbühel setzt während des Rennwochenendes geschätzte 37 Millionen Euro um. Knapp 40 Prozent der Einnahmen stammen aus dem Verkauf von Fernsehrechten, weitere 35 Prozent steuern Sponsoren bei. Die Eintrittskarten sind für 20 Prozent verantwortlich.

Partystadt Kitzbühel

ÖSV-Läufer Florian Scheiber erleidet bei Training in Kitzbühel Kreuzbandriss.

Kitzbühel wäre nicht Kitzbühel, wenn es nicht eine Vielzahl von Partys rund um das Rennen geben würde. Von der "Playboy-Party" über die "Hummer-Party" und die "Schnitzelparty" bis hin zur "Audi-Night" und einem Promi-Eishockeyspiel – für Abwechslung für die zahlreichen VIPs ist also gesorgt.

Medienspektakel am Hahnenkamm

Etwa 580 Journalisten begleiten pro Jahr das Rennwochenende vor Ort. Die Medienvertreter stammen aus rund 30 Nationen. 45 TV- und 30 Radiosender berichten vom Rennen in Kitzbühel, seit 1959 ist es im Fernsehen zu verfolgen. Mittlerweile schalten in Österreich zwischen 1,3 und 1,6 Millionen Menschen ihren Fernseher ein, um die Live-Übertragung von der "Streif" zu sehen.