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15.01.2013, 15:46 Uhr

Schleichwerbung bei "Wetten, dass..?": Warb auch Teldafax?

Die Affäre um Schleichwerbung bei "Wetten, dass..?" weitet sich aus. Die Firma des Bruders von Thomas Gottschalk soll auch einen Werbevertrag mit dem Skandalunternehmen Teldafax geschlossen haben, um Werbung des Billigstromanbieters in der Show zu platzieren.

(mgb) - Neue Vorwürfe gegen Thomas Gottschalk und seinen Bruder Christoph: Neben Daimler und Solarworld soll die Dolce Media GmbH, die Firma von Christoph Gottschalk, auch dem Billigstromanbieter Teldafax Werbezeit in der beliebten deutschen Fernsehshow verkauft haben. Das berichtet die Online-Ausgabe des Magazins "Handelsblatt".

Teldafax soll eine Million Euro für Werbung gezahlt haben

Ähnlich wie in den bereits bekannten Fällen soll dabei vertraglich festgelegt worden sein, in welcher Form das Unternehmen in der Sendung in Szene gesetzt würde und mit welchem Wortlaut Moderator Thomas Gottschalk den Stromanbieter anpreisen solle. Dem Magazin liegt nach eigener Aussage ein entsprechender Vertrag vor. Demnach sollte Teldafax für sechs Sendungen zwischen 2009 bis 2010 insgesamt 1,5 Millionen Euro an Dolce Media zahlen. Letztlich wurde der Betrag auf rund eine Million Euro reduziert, Teldafax hatte bereits damals erhebliche Geldprobleme. Das Unternehmen musste im Juni 2011 Insolvenz beantragen.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte am Wochenende bereits berichtet, dass Dolce Media seit Jahren die Möglichkeit biete, für Millionensummen verbotene Reklame in Deutschlands populärster Fernsehshow "Wetten, dass..?" zu platzieren. Konkret nannte das Magazin die Unternehmen Daimler und Solarworld.

ZDF weist Vorwurf der Schleichwerbung zurück

Am Montag hatte das ZDF den Vorwurf der Schleichwerbung in der Show zurückgewiesen. Nur in einer Ausgabe 2007 habe es eine "grenzwertige Preispräsentation" gegeben, wonach die Redaktion und Gottschalk auf die Gewinnspielregeln des Senders hingewiesen worden seien.

Trotzdem erwartet der rheinland-pfälzische Ministerpräsident und ZDF-Verwaltungsratschef Kurt Beck eine Reaktion des Senders, wie er am Dienstag mitteilte: "Es ist (...) selbstverständlich, dass ich als Vorsitzender des Verwaltungsrates des ZDF den Intendanten bitten werde, zu den Vorhaltungen Stellung zu nehmen und die heutige Praxis darzustellen."

Er verwies aber zugleich auf Vorgänge von 2007 und früher: "Es handelt sich dabei um Vorgänge, die lange zurückliegen, die auch in den Gremien erörtert wurden." Darauf habe es seinerzeit Reaktionen des Senders und Veränderungen in Abläufen und Kontrollen gegeben.

Gottschalks äußern sich zu Anschuldigungen

Neben dem Sender, meldeten sich auch beide Gottschalk-Brüder zum "Spiegel"-Bericht zu Wort. Christoph Gottschalks Firma betonte: "Dolce Media hat zu keinem Zeitpunkt Rechtsvorschriften verletzt. Insbesondere ist die Durchführung von Gewinnspielen rechtlich abgesichert. Hierzu gehört auch, dass der Gewinngegenstand präsentiert werden darf." Dolce Media habe gegenüber dem ZDF zu keinem Zeitpunkt Vorgaben gemacht, die die redaktionelle Freiheit des ZDF berührten.

Der Anwalt von Thomas Gottschalk schrieb in einer Mitteilung vom Montag: "Thomas Gottschalk war weder Vertragspartner der (...) erwähnten Verträge, noch war er an den Verhandlungen oder Abschlüssen beteiligt. Ihm persönlich ist daher in diesem Zusammenhang auch keinerlei Fehlverhalten vorzuwerfen, so dass es auch keinen Grund gibt, sich konkret hierzu zu äußern."

Zu den nun erhobenen Teldafax-Vorwürfen gibt es bislang noch keine Stellungnahme.

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