Gottschalks "Wohlfühl-Halbe-Stunde" am ARD-Vorabend
Gleich zu Beginn seiner neuen Show "Gottschalk Live" verkündete er die Marschrichtung: "Eine halbe Stunde Happy Hour, also halbe Happy Hour" sollte es geben - der Euro-Rettungsschirm bleibe draußen, auch der Bundespräsident. So plauderte er über Prominente (vor allem Heidi Klum und Seal) und mit einem Prominenten - nämlich Schauspieler und Regisseur Michael "Bully" Herbig, scherzte ein wenig mit seiner Redaktion und versuchte erst einmal, sich und seine Zuschauer mit dem neuen Format vertraut zu machen.
Ein netter Abend, könnten diese nach so einem Wohnzimmerbesuch sagen, allerdings bei weitem noch nicht perfekt. Hier und da vielleicht ein bisschen trocken und die Atmosphäre - trotz der schönen Wohnzimmer-Deko - noch etwas steril.
Denn erst einmal wirkten die drei Werbepausen ziemlich unsanft in die Mitte der Sendung reingequetscht; Gottschalk fand hier keine gelungene Überleitung. Dann kamen seine Witze und Sprüche so komplett ohne Lacher oder Klatscher - denn Publikum ist ja nicht im Studio - manchmal gar nicht rüber.
Doch Gottschalk ließ hier und da aufblitzen, warum er seit rund drei Jahrzehnten zu den Top-Fernseh-Entertainern gehört: Sein spontanes Herumalbern mit der Redaktion, seine Selbstironie beim Umgang mit aktuellen Paparazzi-Fotos vom Abendessen mit seiner Sekretärin oder einem Bericht in der Regenbogenpresse über einen angeblichen Cousin, machten Lust auf mehr.
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Die Plauderei mit Herbig - auch nett, aber vor allem, weil beide die weißen Hotel-Hausschuhe trugen, die "Bully" dem "Thommy" als Geschenk mitgebracht hatte. "Gottschalk Live" zeigte deutlich: Der Showmaster ist vor allem dann stark, wenn er improvisiert, Spaß machen kann und spontan sein darf; das Aufsagen von Gagschreiber-Witzen ist seine Sache nicht - das war auch schon bei seinen 90er-Jahre-Ausflügen in die Late Night so gewesen.
Etwas länglich wirkte die Sendung auch, weil der 61-Jährige den Zuschauern erst einmal das Format erklärte, inklusive Social-Media-Aspekten - aber immerhin mit ironischem Seitenhieb auf den öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag: "Der ältere ARD-Zuschauer wird langsam von mir an diese Themen herangeführt."
Für Dienstag kündigte Gottschalk Schauspieler Armin Rohde und Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer - und außerdem ein Eisbär-Baby, den Halbbruder von Knut: "Dann müssen Sie gucken, wenn's nicht meinetwegen ist, dann wegen des Eisbärbabys. Ich brauche jeden Zuschauer", sagte der 61-Jährige auf den Knien rutschend in ironischer Verzweiflung zum Fernsehpublikum.
Dass er nicht ganz ohne Aufregung und Anspannung an die neue, fast werktägliche Vorabendshow (19.20 bis 19.50 Uhr) gegangen ist, zeigte Gottschalk vor allem im Anschluss an die Sendung. Beim Fototermin während des obligatorischen halbstündigen Chats mit den Zuschauern zeigte er sich vom heftigen Trubel doch recht genervt: "Ruhe jetzt", kam es mehrmals energisch aus dem Mund des gebürtigen Franken.
178 Meinungen zu "Halbe Happy-Hour mit Gottschalk"
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Karli01
Mittwoch, 01.02.2012, 16:04 Uhr Falsche Sendezeit. Er hat Supergesprächspartner. Durch Werbeeinblendung, wirkt alles zu hektisch. 1. Sendung hat mir einen Schrecken eingejagt. Vom Supermoterator gewechselt zum Opa. Outfit opamäßig mit Schlapperlatschen. In Thomas steckt noch viel mehr, als er in der neuen Sendung zeigt. Also wieder hoch in die Königsklasse. -
bekobeko
Samstag, 28.01.2012, 10:03 Uhr Hallo Thomas deine Sendung ist nicht schlecht. Du versuchst dich so gut wie möglich zu verkaufen. bzw. Zuschauer zu gewinnen, was dir anscheinend zum Wochenende hin nicht gelang. Du hast meiner Meinung nach viel zu viel Themen für die Kurze zeit ein Thema aber das richtig ausführlich, oder zwei die dann aber über die ganze Woche verteilt. Denn mi dem Eisbär hast du ein winziges Stück ja schon in dieser Richtung angefangen. Das Thema muss spannen sein wie ein Krimm, dann stimmen bestimmt auch wider die einschalt Quoten. Die erste Sendung war super keine Politik, Negativnachrichten etc. Wenn ich an Beckenbauer was hatte das Gespräch für eine aussage, was konnte ich mitnehmen aus dem Gespräch... Das gleiche war mit Bulli. Versuche mal einen Roten faden zu finden der dich durch die Woche führt. Hol dir Leute von der Straße mit Ihren Problemen, das sind Probleme die viele habe, und nicht Probleme oder Sachen von Promis denn davon steht genug in den Zeitschriften. Gruß Bernd -
caktus
Mittwoch, 25.01.2012, 10:42 Uhr also mich reißt das nicht vom Hocker,obwohl Gottschalk selbst mir symphatisch ist. -
erhardreiter
Mittwoch, 25.01.2012, 10:29 Uhr Herr Gottschalk sollte sich wenigstens rasieren wenn er im Fernsehen auftritt.Oder soll das sein Arroganz und Überheblichkeit unterstreichen? -
Stellamia
Dienstag, 24.01.2012, 16:48 Uhr Salve Herr Gottschalk und ARD, wir sehen Sie gerne, lieber Thomas, und waren gespannt auf die Sendung und auch gleich enttäuscht. Diese antike, zusammengewürfelte Wohnzimmeratmosphäre paßt überhaupt nicht zu Ihnen (wir hätten Ihnen schon etwas mehr Stil zugetraut) und diese ständige Werbeunterbrechung muß nun wirklich nicht in einer Talkshow sein. Ätzend!!!. Einmal laß ich mir ja diese sch... Verdummungsminuten gefallen, aber dann ist es auch gut, schließlich zahlen wir nun mal auch pünktlich unsere GEZgebühr. Es wäre wünschenswert, wenn Ihr doch manches nochmals überdenken würdet. ciao -
extrasenfdazu
Dienstag, 24.01.2012, 13:51 Uhr wie auch immer, Caro, die Fachfrau für "Social Media" ist jedenfalls ne süße Maus :) PS: jetzt weiß ich auch, warum ich die Krawatte kriegen sollte: die kann ich nämlich bei meinem ersten Date mit Caro umbinden; wenn sie dann dasselbe Kleid trägt, das sie gestern anhatte, harmonieren wir farblich hervorragend miteinander ;) -
OldDirtyHarry
Dienstag, 24.01.2012, 13:08 Uhr Ich war schon neugierig, was dort geboten wird. Aber es ist wohl nur etwas für hartgesottene Gottschalk-Fans. Gestern trat wenigstens noch "Bulli" Herbig positiv in Erscheinung. Das Härteste aber waren drei (!) Werbeunterbrechungen. Vielleicht schaue ich mir eine Sendung an, wenn ich nichts Besseres zu tun habe, aber auf keinen Fall regelmäßig.
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