Ernüchterung nach einer Woche "Gottschalk Live"
Zu Wort meldete sich der 61-Jährige, der nach seinem Abhang von "Wetten, dass..?" den quotenschwachen ARD-Vorabend beleben sollte, am Freitag dagegen in der "Bild"-Zeitung. "Ja, es holpert noch!", räumte Gottschalk ein. "Nein, wir haben unsere Form noch nicht gefunden. Aber wir wissen jeden Tag ein bisschen mehr und werden auch noch ein paar Tage mehr brauchen."
Aus der Chat-Runde verabschiedete sich der ARD-Hoffnungsträger, er habe Durst und er freue sich auf Montag. "Am Wochenende in die USA u. bitte nicht wiederkommen!", gab ihm eine Chatterin mit auf den Weg. "Ich geb' ihm 3 Wochen, dann kommt keiner mehr... danach redet er mit sich selber." Einige beklagten sich, dass Gottschalk nicht Rede und Antwort stehe.
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Aber im Netz boten die User auch konstruktive Kritik: "Gutes Konzept, mega schöne Räumlichkeiten und teilweise sehr lustig", schrieb ein Teilnehmer. "Aber lasst etwas mehr Entspannung einkehren. Wirkt manchmal etwas gehetzt das ganze. Weniger ist manchmal mehr." Und der ständige Hinweis auf das "mit dem ganzen neuen Zeug" wie Twitter und Facebook könnte langsam auch mal wegbleiben.
Auffällig ist, dass Gottschalk seine Gesprächskultur nicht den Vorabendbedürfnissen angepasst hat. Er führt Unterhaltungen wie auf der "Wetten, dass..?"-Couch - dabei fallen die Fragen häufig länger aus als die Antworten seiner Interviewpartner. Den Zuschauern stießen auch die Werbe- und Wetterunterbrechungen auf, die jedoch nach der ersten Ausgabe weniger wurden.
Die ARD setzt unverdrossen auf die Weiterentwicklungsfähigkeit von Gottschalks neuer Show: "Die Premierensendung wurde von riesiger Neugierde begleitet und mit Vorschusslorbeeren versehen", teilte Programmdirektor Volker Herres der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage mit. "Jetzt beginnt das Fein-Tuning und der Show-Alltag. Wir konzentrieren uns auf die Sendung, arbeiten täglich an den Inhalten und streben am Ende eine gute Vorabendquote an."
Für die muss Gottschalk sich nun aber mächtig ins Zeug legen. Nach der Premiere am Montag mit 4,34 Millionen Zuschauern brach die Quote am Dienstag auf 2,43 Millionen ein, am Mittwoch blieben 2,20 Millionen dran, am Donnerstag waren es nur noch 1,83 Millionen und damit praktisch kaum mehr, als die ARD zuletzt mit ihrer fast schon vergessenen Quizshow "Das Duell im Ersten" auf dem Sendeplatz erreicht hatte.
Gottschalk ohne "Wetten, dass..?" war immer ein Risikofaktor. Gehversuche mit anderen Formaten endeten über kurz oder lang. Dies ignoriert der Entertainer vorläufig noch: Ihm sei nur "wirklich wichtig: dass das Publikum mir die Zeit gibt, auf einem neuen Sendeplatz zu einer neuen Form zu finden", schrieb er in "Bild". "Das wird nicht von heute auf morgen klappen, aber ich weiß, dass ich das hinkriegen kann."
Und er fährt fort: "Sie werden nur Ihren Spaß mit mir haben, wenn ich ihn selber habe. Das kriegen wir hin. Sind Sie bitte etwas geduldiger mit mir, als ich es bin. Danke!"
431 Meinungen zu "Ernüchterung bei Gottschalk"
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barbie50
Mittwoch, 15.02.2012, 17:56 Uhr Er soll doch bei seiner Gummibärchen-Werbung bleiben, und die ist schon ätzend genug! -
gerda1401
Mittwoch, 15.02.2012, 17:24 Uhr Herr Gottschalk flegelt am" Schreibtisch", der mehr einer Werkbank gleicht ( soll das einen intellektuellen Touch vermitteln?), schaut laufend in die falsche Kamera. Seine " Gespräche" mit den Gästen sind mehr Selbstdarstellung, alles wirkt gehetzt,konstruiert. Herzliche , am Studiogast interessierte Gesprächsführung, kann man beim mdr " hier nach vier" sehen.Na ,vielleicht sind wir noch nicht verdorben genug für die amerikanischen Sitten und Kulturauffassungen. Trotzdem : alles Gute für die Zukunft, Herr Gottschalk. -
GausR56
Mittwoch, 15.02.2012, 16:33 Uhr 1. ist es eine schlechte Zeit, 2. sind die Werbepausen tötlich, das macht keinen Spaß, 3. das ist nicht Tommy´s Ding, er braucht den großen Auftritt und Life-Publikum, alles andere ist nix. Er hätte nicht abdanken sollen, das war sein größter Fehler, das hat er jetzt davon. -
Fazer21
Mittwoch, 15.02.2012, 15:59 Uhr ich ich ich ich, kann ich auch ständig sagen. -
HPR
Mittwoch, 15.02.2012, 15:19 Uhr es ist eine Unverschämtheit, was diese Fernsehgewaltigen mit den Zwangsgebühren der Zuschauer so treiben. nur noch "Schwätzshows" mit Pseudostars und Selbstdarstellern die kein Mensch sehen will. Ein schöner Film ohne Mord und Totschlag, ohne Sexshows im Vorabendprogramm. ohne ständige Selbstkritik die ja ständig dem deutschen Michel unter die Nase gerieben wird. Eben leichte Kost für den Feierabend. lasst die Filmschaffenden mal sowas wie den "Bastian" oder "Zwei sind einer zuviel" machen, keiner der abends von der Arbeit kommt will so hochtrabenden Schwachsinn mehr haben versteht das doch endlich mal! -
kkm
Sonntag, 05.02.2012, 11:32 Uhr An den Leiter des WDR-Programmbereichs Unterhaltung, Siegmund Grewenig: Sie können TUEN + LASSEN was Sie wollen, solange Sie einen solchen Langeweiler, um es deutlich auszudrücken, wie Gottschalk, beschäftigen, werde ich ARD nicht mehr einschalten. Ihre Fernsehplanung ist katastrophal, Sie sollten auch dieses Planungsteam austauschen. Die Ära Gottschalk ist vorbei, leider erkennt es Herr Gottschalk nicht selbst, helfen Sie ihm dabei, verschaffen Sie ihm einen sauberen Abgang, damit es ihm nicht allzu weh tut und der Allgemeinheit weiterhin die hohen Kosten erspart bleiben. -
woly54
Samstag, 04.02.2012, 10:17 Uhr die sendung ist gar nicht mal so schlecht aber diese ständigen werbeunterbrechungen nerven.beim zdf gehts ja auch ohne zb bei leute heute. ohne werbung hätte er sicher auch mehr zuschauer.
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