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14.11.2012, 11:19 Uhr

Warum so prüde, Wanderhure?

(kom) - Die TV-Saga der "Wanderhure" endete am Dienstagabend ohne den erhofften Quotenerfolg. Im dritten Teil der Verfilmung der populären Buch-Trilogie gab es viel zu sehen - nur eben nicht Alexandra Neldel als Wanderhure. War das der Grund für das schwächere Zuschauerinteresse?

Quotentechnisch lief es für Alexandra Neldel diesmal nicht ganz so erfolgreich. Sat.1 konnte zwar fünf Millionen Zuschauer vor die Bildschirme locken, doch das waren weitaus weniger Fans als bei den beiden Vorgängerfilmen. Damit kam man am Dienstag beim jungen Publikum mit "Das Vermächtnis der Wanderhure" auf 17,8 Prozent - im Februar hatte "Die Rache der Wanderhure" aber noch 27 Prozent geholt, und vor genau zwei Jahren schalteten sogar 32 Prozent der 14- bis 49-Jährigen bei "Die Wanderhure" rein.

Trotz der natürlich hochdramatischen Geschichte konnte das Finale der Trilogie damit nicht an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen. Und dass obwohl Intrigen um ein gestohlenes Baby sowie explizite Kampf- und Sexszenen im Mittelpunkt standen. Woran kann es also gelegen haben? Vielleicht an der Wanderhure selbst.

Während Marie (Neldel) in den ersten beiden Teilen noch DIE Wanderhure war, verwandelte sie sich zum Schluss in ein prüdes "Hausmütterchen". Hulda (Julie Engelbrecht) hingegen, der Hauptbösewicht in "Das Vermächtnis der Wanderhure", stahl Marie regelrecht die Show. Während sich die Ex-Wanderhure weigerte, mit Tataren-Oberhaupt Khan ins Bett zu steigen, hatte Hulda eine Bettszene nach der anderen. Auf Nacktszenen mit Marie wurde diesmal gänzlich verzichtet. Vielleicht war das nicht das, was sich die Zuschauer der ersten beiden Teile erhofft hatten.

Einen vierten Teil wird es nicht geben - das hat Produzent Andreas Bareiss bereits ausgeschlossen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa sagte er: "Die Geschichte ist für uns eigentlich auserzählt. Außerdem ist Marie in den späteren Romanen zu alt, sie gibt das Zepter an ihre Tochter ab."

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137 Meinungen zu "Warum so prüde, Wanderhure?"

  • Impartial999
    Sonntag, 25.11.2012, 17:12 Uhr
    @ studienrat: Nun, ich habe den Roman "Die Wanderhure" von "Iny Lorentz"* komplett gelesen. Ich zitiere mal meine eigene Rezension, die ich in einem anderen Forum verfasste: <Zitat> Als Historiker wundere ich mich (mittlerweile) nicht (mehr) über schlecht recherchierte Mittelalter-Romane, in denen Protagonisten agieren, die neuzeitlich denken und handeln, dies aber vor einem mittelalterlichen Hintergrund tun. Solche ahistorischen Darstellungen sind der Regelfall, weil den meisten Autoren einfach der Einblick fehlt, mittelalterliches Denken und Fühlen darzustellen. So auch im vorliegenden Fall. Sämtliche Protagonisten der "Wanderhure" sind modern denkende Menschen, die in ein mittelalterlich aussehendes Sujet eingebunden wurden, in ihrem Denken und Handeln findet sich praktisch nichts "typisch spätmittelalterliches." Wäre dies der einzige echte Fehler, den dieser Roman enthielt, befände er sich in bester Gesellschaft und könnte immer noch zu einer insgesamt positiven Bewertung gelangen. Doch ein positives Gesamturteil ist nicht möglich, denn das Produkt von "Iny Lorentz" gelangt nie über das Niveau billigster Groschenromane hinaus: Die klischeehafte Darstellung fast sämtlicher Protagonisten ist schon beinahe übelerregend. Alle Schurken sind durch und durch böse (und fast immer männlich), alle Guten sind durch und durch gut (und sehr häufig weiblich); es gibt nur Schwarz oder Weiss, aber keinerlei Grautöne. Es fehlt den Protagonisten fast jeder charakterliche Tiefgang, Einblicke in das Seelenleben - zum Verständnis mittelalterlichen Denkens absolut unverzichtbar - gibt es praktisch nicht. Protagonisten verkommen hier zu zweidimensionalen Karikaturen ihrer selbst. Die Handlung ist eine einzige Abfolge abenteuerlich dümmlicher Ereignisse, Vergewaltigungen, Morde, Intrigen und dazwischen immer wieder die unwahrscheinlichsten Zufälligkeiten, um der Handlung ihre vorhersehbaren Wendungen zu geben. Es grenzt schon an vorsätzliche Verdummung der Leser, wenn eine Autorin solch wild zusammengewürfelte Ereignisabfolgen als stringente Handlung verkaufen will. Sex sells, das ist sicherlich richtig, aber in der "Wanderhure" scheint die Handlung - wenn sie denn eine solche Bezeichnung überhaupt verdient - nur als Vorwand für die Schilderung sadistischer Sexualphantasien zu dienen. Passend dazu sind auch Sprache und Stil von "Iny Lorentz", und damit sind wir beim dritten Schwachpunkt - wobei das gesamte Buch eigentlich nur als eine einzige Ansammlung von Schwachpunkten verstanden werden kann. Die "Wanderhure" strotzt vor sprachlichen Klischees und abgenutzten Redewendungen und bestätigt damit den miserablen Gesamteindruck des Lorentzschen Machwerks. Zusammenfassend läßt sich sagen, dass "Iny Lorentz" so ziemliche jede schriftstellerische Todsünde begangen hat, die sich denken läßt: Oberflächliche und zweidimensionale Charaktere bewegen sich vor einem Zerr- und Abziehbild des späten Mittelalters, wobei die Handlung trotz reisserisch dargestellter Freveltaten klischeehaft, langweilig und vorhersehbar ist. Das niedrige sprachliche Niveau bestätigt eigentlich nur, dass sich die "Wanderhure" wohl besser zur Veröffentlichung als Fortsetzungsroman in irgendwelchen Druckerzeugnissen der Regenbogenpresse geeignet hätte. Schade ist es eigentlich nur um jeden Baum, dessen Holz zur Herstellung des Papiers verschwendet wurde, das für den Druck der "Wanderhure" eingesetzt wurde und noch immer wird. Wäre es bei der Bewertung möglich gewesen, null Sterne zu vergeben, so wäre dies mein abschließendes Urteil. Denn die "Wanderhure" ist weder ein historischer Roman, noch vermag das Buch den Leser wenigstens halbwegs anspruchsvoll zu unterhalten. Im Grunde ist es nicht mehr als sadistische Pornographie mit künstlich aufgepfropftem Happy Ending. </Zitat> * Ich habe "Iny Lorentz" deshalb in Anführungszeichen gesetzt, weil es sich hierbei um das Pseudonym eines in München lebenden Autorenpaares handelt, nicht um eine einzelne Schriftstellerin, wie der Name vermuten ließe.
  • studienrat
    Montag, 19.11.2012, 09:05 Uhr
    Hm... Ich würde mich zu gerne mal mit jemandem unterhalten, der die Bücher gelesen hat und ein helabwegs objektives Urteil darüber abgeben kann... Im Moment sind ja Mittelalterromane wieder groß in Mode, da kann man aktuelle Themen einbauen ohne große Gefahr, weil das ja zeitliche so weit weg ist...
  • ladylaura
    Donnerstag, 15.11.2012, 17:57 Uhr
    @rudimentaer ich lebe genau da wo sie auch auch leben..nur haben sie anscheinend die postings hier nicht gelesen.es geht nur darum ob sich a.neldel auszieht usw. und da wollen sie mir den durchblick absprechen? ich lach mich schlapp!!!
  • SepiaMagica
    Donnerstag, 15.11.2012, 16:39 Uhr
    Schrott-Verfilmung, wie alle SAT1-Produktionen.
  • Impartial999
    Donnerstag, 15.11.2012, 16:33 Uhr
    luna777 (15.11.12, um 14:47 Uhr) Dem Himmel sei Dank, Schluss mit der Wanderhure. [...] Aber nun ist der Spuk, der hirnlose, ja endlich vorbei.Jedenfalls dieser.*g* ---------- Ich dachte schon, Sie nähmen das Wunschergebnis der nächsten Bundestagswahl vorweg!
top.de

Angeblich macht sie dem Schweizer "Bachelor" auch schöne Augen. >

Bernie Kuhnt und Conny Niedrig

Sat.1 nimmt "K11" und "Niedrig & Kuhnt" sofort aus dem Programm. >

top.de

Nach GNTM will sich die Drittplatzierte lieber aufs Modeln konzentrieren. >

Götz George

Götz George könnte sich vorstellen, die TV-Krimireihe fortzusetzen. >


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