Ist das noch Unterhaltung?
Bereits 2005 landete der US5-Sänger Izzy Gallegos beim Turmspringen mit dem Gesicht auf der Wasseroberfläche und erlitt einen Netzhautriss. Bei der "Wok-WM" kam es schon mehrfach zu schweren Stürzen - am schlimmsten erwischte es den Oomph!-Sänger Dero, der bei einem Crash in die Bande krachte und das Bewusstsein verlor.
Am meisten unter den "TV Total"-Ablegern muss aber deren Schöpfer selbst leiden. Die Liste der Verletzungen, die sich Stefan Raab bisher zuzog, ist lang. Darin finden sich eine gebrochene Nase aus dem Boxkampf gegen Regina Halmich, ein Jochbeinbruch bei einem Mountainbike-Sturz und ein Innenbandriss beim Speerwerfen bei "Schlag den Raab" und diverse Prellungen und Verstauchungen bei "Wok WM" und "Stock Car Crash Challenge".
Ist das Risiko, bei diesen Sendungen mitzumachen, also zu groß? Wird der Ehrgeiz von Stefan Raab zur Gefahr für die Teilnehmer seiner Shows? Das olympische Motto "citius, altius, fortius" - also "schneller, höher, weiter" - scheint er wie kein anderer verinnerlicht zu haben. Ist es tatsächlich das, was das Publikum sehen will?
Die Frage nach dem Wunsch des Publikums ist leicht beantwortet: Je spektakulärer der Wettbewerb, desto besser die Quote. Die Abstecher zum Springreiten oder zum Eisschnelllauf waren Quoten-Flops, für Stock Car, Turmspringen und Wok-WM setzen sich regelmäßig deutlich mehr Menschen vor den Fernseher. Aber rechtfertigt der Zuschauer-Wunsch das Risiko, das die Teilnehmer eingehen?
Jeder Teilnehmer kennt die Gefahren und muss sie für sich einschätzen. Und ganz nüchtern betrachtet: Bei einem Sprung vom Drei-Meter-Brett kann man mal unglücklich auf dem Wasser aufschlagen, deshalb ist es noch kein gefährlicher Sport. Vom Zehn-Meter-Turm wird bei Raab nur als Mutprobe gesprungen, die Salti und Schrauben machen die Teilnehmer aus niedrigeren Höhen. Natürlich bleibt immer ein Restrisiko, aber das ist auch nicht viel größer als die Gefahr, sich beim Sackhüpfen den Arm zu brechen.
Spätestens seit den ersten Unfällen in diesen Wettbewerben sollte allen Kandidaten bewusst sein, dass sie sich sorgfältig vorbereiten müssen, um das Risiko einer Verletzung zu minimieren. Und wer sich der Aufgabe nicht gewachsen fühlt, der lässt es eben bleiben.
Und ohne die Verletzungen Dürrs verharmlosen zu wollen: Wie schnell er nach dem Unfall bereit war, die "Bild"-Zeitung an seinem Krankenbett zu empfangen und über seinen Zustand zu berichten, zeigt, dass der "Alles was zählt"-Darsteller die Publicity gerne mitgenommen hat. Ganz so schlecht scheint es ihm also nicht zu gehen - das wünschen wir ihm zumindest.
336 Meinungen zu "Ist das noch Unterhaltung?"
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malermama
Freitag, 30.11.2012, 13:18 Uhr Warum werden da Meinungen gesperrt, die weder anzüglich noch verachtend sind? Darf ich hier nun meine Meinung sagen, oder nicht! Es kann doch nicht sein, das für Einschaltquoten Menschen Kopf und Kragen riskieren! -
soesterlady
Sonntag, 25.11.2012, 15:54 Uhr Ich finde die Sendung unterhaltsam und es kann Jeder der die Sendung nicht sehen will ein anderes Programm wählen , also bitte nicht meckern, zu dem Unfall möchte ich sagen , ist bitter wenn so etwas passiert aber das ganze Leben ist ein Risiko, schade fand ich das Stefan Raab nicht mal ein Wort(gute Besserung) für Stephen Dürr über hatte , ansonsten war es doch unterhaltsam , leichte Kost ich habe dabei Strümpfe gestrickt denn die nächste Weihnacht kommt bestimmt , sei denn am 22.Dezember geht die Welt wirklich unter..... -
ibelieve
Sonntag, 25.11.2012, 15:24 Uhr Wie kommt es eigentlich, dass derartige Sendungen hohe Einschaltquoten haben - sind wir alle bar jeder Verantwortlichkeit? -
psychobernd
Sonntag, 25.11.2012, 14:54 Uhr Jeder muss wissen, was er sich zutraut und welches Risiko er eingehen will...beim Fahrradfahren, Skifahren, Formel-Eins-Rennen-Fahren...wer keine Unfälle sehen will sollte einfach die Kiste auslassen. -
pantherpaulchen
Sonntag, 25.11.2012, 11:39 Uhr Guter Artikel ! Wer teilnimmt ist selber schuld, wenn was passiert! -
CIRCE3
Samstag, 24.11.2012, 14:10 Uhr Raab ist nun nun mal eine Art Ironman, wo Arnie Schw. mit im Film spielte. Dies reizt schon die Zuschauer und auch mehr die Amerikaner. Sowas will man doch sehen. Das Risiko muß jeder selbst für sich übernehmen. Mein Vater ist auch für meine Mutter von dem 10-Meterbrett gesprungen und hat es sehr Gesund überlebt. Allerdings war er da schon im Verein für Rettungsschwimmen. Man sollte entsprechende Ersterfahrungen haben. Keiner springt 10 Meter hoch einfach aus jux und dollerei, höchstens falls man zu unerfahren ist. Drei Meter dürften aber höchst selten sportlich trainierte - sei es in anderen wasserfreien Sportarten- zu einem Unfall bringen. Man muss dafür wohl besonders Wasserscheu sein. Den Kopfsprung sollte man wenigstens schon mit einem Meter beherrschen, oder zuvor üben. -
Heidenfriedhof
Samstag, 24.11.2012, 08:01 Uhr Oberdepp interhält die Unterdeppen - man braucht dabei nicht denken - weiß doch Jeder denken löst Kopfweh aus! Schönes Wochenende
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