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16.11.2012, 14:34 Uhr

Ist das noch Unterhaltung?

(mom) - Beim Training für das "TV Total Turmspringen" hat sich der Schauspieler Stephen Dürr schwer verletzt: Er lag laut "Bild.de" sogar kurze Zeit im künstlichen Koma. Es ist nicht der erste Unfall bei den diversen Raab-Events. Da stellt sich die Frage: Ist das noch Unterhaltung oder schon ein zu großes Risiko für die Beteiligten?

Bereits 2005 landete der US5-Sänger Izzy Gallegos beim Turmspringen mit dem Gesicht auf der Wasseroberfläche und erlitt einen Netzhautriss. Bei der "Wok-WM" kam es schon mehrfach zu schweren Stürzen - am schlimmsten erwischte es den Oomph!-Sänger Dero, der bei einem Crash in die Bande krachte und das Bewusstsein verlor.

Am meisten unter den "TV Total"-Ablegern muss aber deren Schöpfer selbst leiden. Die Liste der Verletzungen, die sich Stefan Raab bisher zuzog, ist lang. Darin finden sich eine gebrochene Nase aus dem Boxkampf gegen Regina Halmich, ein Jochbeinbruch bei einem Mountainbike-Sturz und ein Innenbandriss beim Speerwerfen bei "Schlag den Raab" und diverse Prellungen und Verstauchungen bei "Wok WM" und "Stock Car Crash Challenge".

Ist das Risiko, bei diesen Sendungen mitzumachen, also zu groß? Wird der Ehrgeiz von Stefan Raab zur Gefahr für die Teilnehmer seiner Shows? Das olympische Motto "citius, altius, fortius" - also "schneller, höher, weiter" - scheint er wie kein anderer verinnerlicht zu haben. Ist es tatsächlich das, was das Publikum sehen will?

Die Frage nach dem Wunsch des Publikums ist leicht beantwortet: Je spektakulärer der Wettbewerb, desto besser die Quote. Die Abstecher zum Springreiten oder zum Eisschnelllauf waren Quoten-Flops, für Stock Car, Turmspringen und Wok-WM setzen sich regelmäßig deutlich mehr Menschen vor den Fernseher. Aber rechtfertigt der Zuschauer-Wunsch das Risiko, das die Teilnehmer eingehen?

Jeder Teilnehmer kennt die Gefahren und muss sie für sich einschätzen. Und ganz nüchtern betrachtet: Bei einem Sprung vom Drei-Meter-Brett kann man mal unglücklich auf dem Wasser aufschlagen, deshalb ist es noch kein gefährlicher Sport. Vom Zehn-Meter-Turm wird bei Raab nur als Mutprobe gesprungen, die Salti und Schrauben machen die Teilnehmer aus niedrigeren Höhen. Natürlich bleibt immer ein Restrisiko, aber das ist auch nicht viel größer als die Gefahr, sich beim Sackhüpfen den Arm zu brechen.

Spätestens seit den ersten Unfällen in diesen Wettbewerben sollte allen Kandidaten bewusst sein, dass sie sich sorgfältig vorbereiten müssen, um das Risiko einer Verletzung zu minimieren. Und wer sich der Aufgabe nicht gewachsen fühlt, der lässt es eben bleiben.

Und ohne die Verletzungen Dürrs verharmlosen zu wollen: Wie schnell er nach dem Unfall bereit war, die "Bild"-Zeitung an seinem Krankenbett zu empfangen und über seinen Zustand zu berichten, zeigt, dass der "Alles was zählt"-Darsteller die Publicity gerne mitgenommen hat. Ganz so schlecht scheint es ihm also nicht zu gehen - das wünschen wir ihm zumindest.

Alle News vom: 16. November 2012 Zur Übersicht: TV
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