Leben ohne Toilette und sauberes Wasser: Afrikas Sanitärmisere
Viele mögen schmunzeln, wenn sie das Wort "Welttoilettentag" hören. Jedoch haben sich die Vereinten Nationen schon etwas dabei gedacht, als sie diesen vor zehn Jahren erstmals offiziell ausriefen. Anlässlich dieses Tages richten sich die Augen der Welt auf die verheerende sanitäre Situation in vielen Entwicklungsländern. Denn in den Industriestaaten können sich viele nicht einmal in ihren kühnsten Gedanken vorstellen, wie das ist, kein Badezimmer, kein fließend Wasser und kein Klo im Haus zu haben. Aber in Afrika ist dies für die meisten Armen fast zur Selbstverständlichkeit geworden.
Mehr als 2,6 Milliarden Menschen leben nach UN-Angaben ohne eine ausreichende Sanitärversorgung. Schätzungen zufolge stehen 80 Prozent aller Krankheiten in Entwicklungsländern im Zusammenhang mit verunreinigtem Trinkwasser. Täglich sterben etwa 5.000 Kinder unter fünf Jahren an Erkrankungen, die von mangelhafter Hygiene, verschmutztem Wasser und verunreinigter Nahrung hervorgerufen werden. In Afrika südlich der Sahara tötet Durchfall mehr Kinder als Tuberkulose, Malaria und Aids zusammen.
Gravierend ist die Situation vor allem in den Armensiedlungen. Beispiel Kibera in Nairobi, der größte Slum Afrikas, in dem rund 800.000 Menschen unter oft menschenunwürdigen Bedingungen in zerrütteten Wellblechbehausungen leben: Sauberes Wasser bekommen die Bewohner nur durch Abschöpfen aus riesigen schwarzen Plastikcontainern. "Und das ist für die Frauen, die das Wasser nachhause tragen müssen, Schwerstarbeit", sagt Frankie, der seit einigen Jahren interessierte Touristen durch Kibera führt.
Auch in punkto Toiletten ist die Auswahl begrenzt. Es gibt einige von humanitären Organisationen eingerichtete kommunale Aborte, daneben Grubenlatrinen (pit latrines), die in der Regenzeit oft überlaufen, so dass die Exkremente sich mit dem Schlamm vermischen und zu einer raschen Ausbreitung von Infektionskrankheiten führen. Ein alltägliches Bild in Kibera sind auch die sogenannten "fliegenden Toiletten". Vor lauter Not verrichten die Menschen dabei ihr Geschäft in Plastiksäckchen, die sie anschließend in hohem Bogen und möglichst weit von ihrer Hütte wegwerfen. Denn Abfallentsorgung gibt es in dem Slum ebenfalls nicht.
Aber es gibt auch positive Ansätze: Inzwischen wurden in dem Slum auch einige Biolatrinen eingerichtet, wo die "großen Geschäfte" in einem Tank gesammelt werden und das daraus entstehende Methangas zum Kochen und zur Elektrizitätserzeugung verwendet wird. Fäkalien als Mittel zur Energiegewinnung quasi. Aber solche Projekte sind noch immer die Ausnahme. Die meisten Armen in Äthiopien, Kenia und anderen afrikanischen Ländern müssen auch weiterhin ihre Hose auf offener Straße herunterlassen.
Mit einer finanziellen Spende können Sie den notleidenden Kindern und Menschen in Afrika helfen. Denn UNICEF ist ständig vor Ort und möchte unter anderem aktuell 20 Schulen in der Provinz Siem Reap mit Wasseranschlüssen und sanitären Anlagen versorgen – in den Distrikten Chi Kreng und Svay Leu. Dafür kommen auch innovative, besonders umweltfreundliche Technologien zum Einsatz – zum Beispiel Komposttoiletten.
Deshalb bittet die Stiftung United Internet for UNICEF Sie um Ihre Unterstützung.
Vielen Dank für Ihre Hilfe!













