Zur mobilen Ansicht wechseln

26.03.2013, 15:36 Uhr

"Wasser wirkt" - UNICEF-Botschafterin Eva Padberg in Kambodscha

Reisetagebuch von UNICEF-Botschafterin Eva Padberg (März 2013) - Die erste Projektreise von Eva Padberg seit ihrer Ernennung zur deutschen UNICEF-Botschafterin führte sie nach Kambodscha – ein Land, in dem nur jeder zweite Mensch Zugang zu sauberem Trinkwasser und nur jeder Vierte Zugang zu sanitären Anlagen hat. Eva Padberg hat sich vor Ort selbst ein Bild von der Situation der Kinder gemacht und sich von den Fortschritten überzeugt, die im Rahmen der UNICEF-Kampagne "Wasser wirkt" bereits erreicht werden konnten.

Tag 1: Gesundheitszentrum im Slum von Phnom Penh

Direkt nach der Ankunft in Kambodscha geht es kurz zum Hotel und dann weiter mit dem Auto in die Siedlung Stunt Meanchey, ein Vorort der Hauptstadt Phnom Penh. Ich tauche direkt ab in eine andere Welt, eine Welt, die weit entfernt ist von allem, was wir als normal empfinden. Wenn man es genau nimmt, ist der Slum eigentlich eine Müllhalde. Die Familien, die dort leben, verdienen durch den Verkauf von gesammeltem und vorsortiertem Müll ihren Unterhalt, alles was übrig bleibt, bleibt liegen. Mehr als 1.400 Familien leben auf oder in unmittelbarer Nähe der Müllhalde, ohne direkten Wasseranschluss oder Latrinen.

Gesundheitszentrum mitten im Slum

Hinter jeder Kurve, um die wir fahren, türmt sich der Müll noch höher, zerfetzte Plastiktüten und Flaschen bedecken fast den ganzen Boden und schließlich, als die Straße fast zu eng wird um sie zu passieren und es verwahrloster kaum noch geht, kommen wir an. Dort, in einem der ärmsten Slums von Kambodscha, unterstützt UNICEF ein Gesundheitszentrum, welches sich vor allem um schwangere Frauen und die gesundheitliche Versorgung von Babys kümmert.

Video

Weltwassertag: Top-Model unterstützt Kinder in Kambodscha. >

Alle drei Monate gibt es einen Tag, an dem Impfungen für Neugeborene und Kleinkinder durchgeführt werden. Die Mütter werden beraten, wie sie sich im Fall von Krankheiten etc. verhalten sollen und wie sie sich und ihre Kinder gesund ernähren können.

Sineth: "Hauptsache, das Baby ist gesund"

Ich treffe Sineth, 17 Jahre. Sie erwartet in zehn Tagen ihr erstes Baby. Sieben Jahre ging sie zur Schule, mit 16 hat sie geheiratet. Sie ist eine winzige Person und der Arzt, der uns bei dem Besuch begleitet, erklärt, dass es deshalb zu Komplikationen bei der Geburt kommen kann. "Ich habe ein bisschen Angst vor der Geburt, ich möchte mein Kind im Krankenhaus bekommen", sagt Sineth. "Mir ist egal, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, Hauptsache, das Baby ist gesund." Im Zentrum bekommt sie alle praktischen Informationen zur Geburt und Beratung über den Umgang mit ihrem Baby, zum Beispiel, dass Stillen und Hautkontakt sehr wichtig sind.

Da das Gesundheitszentrum sehr zentral im Slum von Stunt Meanchey liegt, was es für die Einwohner leicht erreichbar macht, mache ich noch einen Rundgang durch die umliegenden "Straßen". Ich frage eine paar Frauen, die am Straßenrand Eis verkaufen, was mir angesichts der großen Armut ein wenig bizarr erscheint, ob es denn hier einen Wasseranschluss gibt oder Toiletten. Eine zentrale Wasserstelle gibt es, ja, aber Toiletten oder Latrinen? Nein. Ob sie denn gern Toiletten hätten, möchte ich wissen.

"Nein, wozu denn? Wir haben hier die "flying toilets". Wir machen unser Geschäft in eine Plastiktüte und dann ab damit auf die Wiese oder ins Gebüsch", erklären sie mir mit weit ausholenden Handbewegungen. Ich frage mich, wie man den Menschen denn am besten aus so einer Situation raushilft und wie UNICEF sie dazu bewegen will, etwas an ihren Lebensgewohnheiten zu ändern, was für sie so natürlich und normal erscheint? Ziemlich nachdenklich mache ich mich mit dem Rest des Teams auf den Rückweg zum Hotel und hoffe, am nächsten Tag ein paar erleuchtende Antworten zu bekommen.

Alle News vom: 26. März 2013 Zur Übersicht: WEB.DE hilft

Mit dem UNICEF-Newsletter sind Sie immer auf dem neuesten Stand. >

Baby in Sri Lanka

UNICEF hat Programme in 160 Ländern. Ein kurzer Überblick. >

Kind wird geimpft

Hier beantworten wir Ihre am häufigsten gestellten Fragen. >

Gruppe von Kindern

UNICEF-Report zeigt, dass arme Kinder immer noch ausgegrenzt sind. >

Mädchen in Südsudan

Unicef mahnt: Vor allem die Kleinsten leiden unter Verfolgung. >

Daniel Timme

Mitarbeiter berichten aus einer völlig vergessenen Krisen-Region. >


Internet Made in GermanyWEB.DE 2013 - Marke des JahrhundertsIhr WEB.de-Postfach ist grünWeb.de unterstützt UnicefWEB.DE De-Mail - Einfach wie E-Mail, sicher wie ein BriefTop Arbeitgeber Deutschland