Tilalem Kiros ist 13 Jahre alt. Sie will regelmäßig zur Schule gehen und später Ärztin werden. Aber sie fürchtet, dass ihr täglicher Kampf ums Wasser sie daran hindern wird. Dreimal in der Woche holen das Mädchen und seine Mutter Medhin Wasser aus der nächstgelegenen Quelle – doch der Weg dahin dauert über eine Stunde. An manchen Tagen müssen sie Stunden warten, bis sie mit dem Schöpfen an der Reihe sind. Denn auch viele andere Frauen und Mädchen aus den umliegenden Dörfern füllen hier ihre Behälter. Auf dem Rückweg trägt jede von ihnen 25 Liter Wasser auf dem Rücken.

Der schwer bepackte Fußmarsch durch das bergige Gelände ist eine Tortur. Tilalem ist deshalb oft zu müde, um danach noch in die Schule zu gehen. Ihre Noten werden immer schlechter. "Wenn wir nicht früh aufstehen, ist das Wasser oft schon verschmutzt. Denn viele Familien, die näher an der Quelle wohnen, waschen hier", erklärt ihre Mutter Medhin. "Im Frühjahr gibt es auch Zeiten, in denen die Quelle austrocknet. Dann müssen wir Wasser aus den letzten noch verbleibenden Tümpeln holen. Und dieses Wasser ist nicht gut."

Äthiopien ist eines der trockensten Länder der Erde. In vielen ländlichen Regionen gehören wiederkehrende Dürreperioden zum Alltag der Menschen. Der Klimawandel verschärft die Situation. Frauen und Mädchen müssen das Wasser aus offenen Tümpeln holen, die mit Krankheitserregern verseucht sind. Jedes Jahr sterben mehr als 17.000 Mädchen und Jungen an Krankheiten, die direkt auf verschmutztes Wasser und schlechte hygienische Bedingungen zurückzuführen sind. Mit Hilfe von Spenden aus Deutschland möchte UNICEF in der besonders von Dürre betroffenen Region Tigray neue Brunnen bauen und gemeinsam mit den Gemeinden über Hygiene aufklären.

Wasser ist eine Kostbarkeit

In den ländlichen Regionen Äthiopiens hat noch immer jeder Dritte keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser – trotz guter Fortschritte in den vergangenen Jahren. Gerade einmal dreißig Prozent der Menschen haben hygienische Latrinen zur Verfügung. Und es fehlt an Wissen über einfache Hygieneregeln – zum Beispiel darüber, wie wichtig regelmäßiges Händewaschen mit Seife oder zumindest mit Asche ist. Die Folge sind Durchfallerkrankungen und andere Infektionen. Besonders für Kinder verlaufen sie oft lebensbedrohlich. Häufiges Kranksein hält die Kinder vom Schulbesuch ab und zehrt die Mädchen und Jungen aus: Fast die Hälfte aller Kinder auf dem Land ist durch Mangelernährung in ihrer körperlichen Entwicklung zurückgeblieben. Medizinische Behandlung ist für die meisten Familien unerschwinglich.

Es fehlt an sicheren Quellen

Gerade die harsche und extrem trockene Region Tigray im Norden des Landes wird immer wieder von schweren Dürren heimgesucht. Sie war auch bereits von Hungerkatastrophen betroffen. Es fehlt an verlässlichen und sauberen Wasserquellen. Frauen und Mädchen, traditionell für das Wasserholen zuständig, verbringen damit oft mehrere Stunden am Tag. Viele Familien beispielsweise im Distrikt Raya Azebo sind von Trinkwasserlieferungen per Tankwagen abhängig – eine wenig nachhaltige Notlösung, auf die durch den Bau einfacher Brunnen verzichtet werden könnte. Die äthiopische Regierung hat sich vorgenommen, bis 2015 alle ihre Bürger mit Trinkwasser und sanitären Anlagen zu versorgen. Doch bis zu diesem Ziel ist es noch ein weiter Weg.

Was tut UNICEF?

Wasserversorgung verbessern: UNICEF möchte Spenden aus Deutschland einsetzen, um Familien in vier ausgewählten Distrikten der Region Tigray mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Im Distrikt Raya Azebo sollen zwei Tiefbrunnen mit einer Tiefe zwischen 150 und 200 Meter gebohrt und mit Pumpen und Generatoren ausgestattet werden. Über Rohrleitungssysteme werden die Brunnen rund 27.000 Menschen in den umliegenden Dörfern erstmals mit sauberem Wasser versorgen. Zusätzlich sind in der Gebirgsregion 210 Brunnen geplant, die noch einmal 87.000 Menschen erreichen werden. UNICEF arbeitet bei der Planung und Umsetzung jedes Brunnens eng mit dem jeweiligen Dorf und den lokalen Behörden zusammen: In Wasserkomitees engagieren sich besonders die Frauen. Die Dorfbewohner helfen auch selbst beim Brunnenbau mit. Sie bepflanzen auch die Umgebung der Brunnen, um den Boden zu stabilisieren und Restwasser optimal zu nutzen. UNICEF hilft, alle Beteiligten zu schulen und auf ihre Aufgaben vorzubereiten.

Über Hygiene aufklären: Mit Hilfe von Spenden aus Deutschland möchte UNICEF auch die hygienische Situation verbessern: 16 Gesundheitsstationen in besonders entlegenen Regionen Tigrays sollen einfache Latrinen sowie Waschgelegenheiten erhalten. Davon werden rund 200.000 Menschen profitieren. In den umliegenden Dörfern unterstützt UNICEF ein umfassendes Mobilisierungsprogramm über Hygiene. Ziel ist es, dass niemand mehr seine Notdurft im Freien verrichtet. UNICEF schult dazu die Dorfbewohner, selbst eine Bestandsaufnahme der hygienischen Situation und der daraus folgenden Gesundheitsprobleme in ihrem Dorf zu machen. Im Anschluss wird ein Aktionsplan erstellt, der beispielsweise Aufklärungsaktionen an den Schulen und den Bau einfacher Latrinen umfasst. So soll die Zahl der Durchfallerkrankungen und die Kindersterblichkeitsrate deutlich zurückgehen.

Als UNICEF-Pate geben Sie viel

Wenn auch Sie den Kindern weltweit helfen wollen, ist nun die perfekte Gelegenheit: Werden Sie jetzt Pate und die Stiftung United Internet for UNICEF verdoppelt Ihre Spende bis maximal 100 Euro für drei Monate. Eine regelmäßige Spende hilft UNICEF, langfristige Projekte in 150 Ländern zu begleiten. Dabei sollen die Rechte von Kindern auf Überleben, Entwicklung sowie Schutz vor Diskriminierung gestärkt und die Lebenssituation der Kleinen nachhaltig verbessert werden. Ein paar Beispiele: Mit 10 Euro pro Monat sorgen Sie bereits nach einem Jahr dafür, dass 60 Kinder in Nepal genügend Lehrmaterialen erhalten, um unterrichtet werden zu können. Für einen Jahresbeitrag kann UNICEF aber auch 840 Dosen Polio-Impfstoff, 180 Malaria-Tabletten, 24.000 Wasserreinigungstabletten oder 132 HIV-Tests organisieren.

Die Beiträge der UNICEF-Paten werden auch dafür benötigt, wenn schnelle Hilfe notwendig ist. Ihre monatliche Spende stellt sicher, dass Kinder in Katastrophen- und Krisengebieten mit den notwendigsten Hilfsgütern versorgt werden. Für einen Monatsbeitrag sorgen Sie beispielsweise dafür, dass 250 Kinder gegen Tetanus geimpft werden können. Sie sehen, mit einer kleinen monatlichen Spende können Sie schon sehr viel bewegen. Wer regelmäßig hilft, hilft nachhaltig!

Und nun können Sie noch mehr helfen: Werden Sie jetzt Pate und spenden beispielsweise 20 Euro monatlich, wird Ihre Spende von unserer Stiftung United Internet for UNICEF für die nächsten drei Monate auf 40 Euro aufgestockt.

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