Prinz Harry bereiste im November 2014 das Oman. Trotz zahlreicher Unterschiede haben die beiden Staaten eine Sache gemein: Sie sind Monarchien. Das Königreich Großbritannien und das Sultanat Oman im Vergleich.

Die Staatsoberhäupter

Königin Elisabeth II. und Sultan Qabus ibn Sa'id Al Sa'id: Sie beide sind Staatsoberhäupter einer Monarchie. Während Queen Elizabeth II. als eher eiserne Regentin betrachtet wird, gilt Sultan Qabus ibn Sa'id als moderner arabischer Herrscher und liberaler Muslim. Der heute 74 Jahre alte Sultan bestieg den Thron im Jahr 1970, nachdem er seinen Vater gestürzt hatte. Die Machtübernahme sollte unblutig ablaufen, doch der alte Monarch wollte nicht kampflos aufgeben und schoss wild um sich. Tote gab es glücklicherweise nicht.

Bei Queen Elizabeth II. verlief die Machtübernahme weitaus weniger dramatisch als im Oman: nach dem Tod ihres Vaters König George VI. wurde sie als legitime Nachfolgerin zur Königin gekrönt. Seit 1953 hält sie nun das Zepter in der Hand. Trotz ihres mittlerweile fortgeschrittenen Alters von 88 Jahren macht die Queen bislang keine Anstalten, den Platz für ihren Sohn Charles zu räumen.

Parlamentarische Monarchie vs. absolute Monarchie

Das Oman ist eine absolute Monarchie. Im Gegensatz zur parlamentarischen Monarchie in Großbritannien besitzt Sultan Qabus ibn Sa'id die alleinige Staatsgewalt - er ist also nicht nur Staatsoberhaupt, sondern auch Regierungschef. Elisabeth II. hat weitaus weniger Macht und Einfluss in ihrem Königreich: Sie muss sich dem britischen Parlament unterordnen und nimmt heute größtenteils repräsentative Aufgaben war, während das vom Sultan einberufene Parlament im Oman lediglich eine beratende Funktion hat.

Commonwealth vs. Sultanat

Vier Männer sollen Messerattacke auf Elisabeth II. geplant haben.

Qabus ibn Sa'ids Sultanat erstreckt sich über eine Fläche von 309.500 Quadratkilometern – Peanuts, im Vergleich zum Reich von Queen Elizabeth. Die britische Königin ist nicht nur Staatsoberhaupt Großbritanniens (244.820 Quadratkilometer), sondern auch des 15 Staaten umfassenden Commonwealth - zu dem auch Kanada (9.984.670 Quadratkilometer) und Australien (7.692.024 Quadratkilometer) gehören. Doch nicht nur das: Während Ibn Sa'id in seinem Land über 3,2 Millionen Menschen herrscht, blicken allein in Großbritannien 63,7 Millionen Menschen - wohlwollend oder nicht - zur Queen auf.

Die königlichen Streitkräfte

Königin Elisabeth II. und Sultan Qabus ibn Sa'id sind beide Oberbefehlshaber der Streitkräfte ihres Landes. Das Oman verfügt über eine Armee von 43.000 Soldaten und ein Militärbudget von rund 2,5 Milliarden Dollar. Großbritannien – nach wie vor eine der kampfkräftigsten Streitmächte der Welt – verfügt über ein Heer von 195.900 aktiven Soldaten und ein Militärbudget von rund 64 Milliarden Dollar, rund 25-mal so viel wie das Sultanat Oman. Doch auch wenn die Queen laut Gesetz die Oberbefehlshaberin des Militärs ist, werden die Streitkräfte tatsächlich vom Premierminister befehligt.

Ideen für seine Armee sammelte Ibn Sa'id übrigens in England: Im Jahr 1960 schickte ihn sein Vater auf die Königliche Militärakademie nach Sandhurst, an der später auch Prinz William und Prinz Harry ihre Militärausbildung absolvierten.

Das royale Vermögen

"Armer" britischer Adel: Mit einem geschätzten Vermögen von rund 450 Millionen Dollar (Forbes Magazine, 2010) liegt Queen Elizabeth II. im Ranking der reichsten Monarchen der Welt weit hinter Qabus ibn Sa'id. Der Sultan des Oman soll über ein Vermögen von über einer Milliarde Dollar verfügen, das hauptsächlich aus der Erdölwirtschaft stammt. Hinzu kommen acht Paläste und eine stattliche Luxusyacht, die zu den teuersten der Welt gehört.

Zum Privatvermögen der Queen zählen lediglich einige Kunstgegenstände sowie die Anwesen Sandringham House und Balmoral Castle - der Buckingham Palace, Windsor Castle oder die Kronjuwelen gehören nicht Elisabeth persönlich, sondern der Krone - also ihrem Amt - und werden von einer Stiftung verwaltet. Außerdem wandern alle Profite aus den königlichen Ländereien direkt in die Staatskasse - aus der die Queen wiederum vom britischen Finanzminister ein "Taschengeld" erhält.

Die Thronfolger

Seit 1947 ist Prinz Philip als königlicher Ehegatte an der Seite von Queen Elizabeth. Ihr gemeinsamer Sohn Prinz Charles ist der Thronfolger Nummer eins im Königreich, gefolgt von ihrem Enkel Prinz William und ihrem Urenkel Prinz George. Für Nachwuchs ist im Hause Windsor ist also bestens gesorgt. Ganz anders im Oman: 1976 heiratete der Sultan seine Cousine Prinzessin Sayyida Kamila. Die Ehe blieb kinderlos und wurde nach kurzer Zeit wieder geschieden. Seitdem hat der Monarch nicht wieder geheiratet und es gibt keine legitimen Nachfolger - die Thronfolge ist im Oman ist also ungewiss. (jwo)