Berlin (dpa) - Die Abergläubigen müssen zittern: Freitag, der 13. steht vor der Tür. Laut Umfragen glaubt ein Viertel bis ein Drittel der Deutschen, dass dieser Tag eine besondere Bedeutung hat. Die Furcht vor dem "Unglücksdatum" entspringt nicht traditionellem Aberglauben - sie ist ein Phänomen des 20. Jahrhunderts.

Noch in den 30er Jahren waren der Freitag und die 13 jeweils für
sich mit spezifischen Bedeutungen besetzt, wurden aber nicht
miteinander kombiniert. Erst in den 50ern tauchte die negative
Kombination auf, vermutlich in Zeitungsberichten.

Ein Freitag bringt nach der christlichen Tradition oft Schlechtes: Angeblich bissen Adam und Eva an einem Freitag in den verbotenen Apfel. An einem Freitag sollen die Römer Jesus Christus ans Kreuz
geschlagen haben.

Mit der Zahl 13 wiederum verbinden viele Menschen heute Unglück
und Gefahr. Zahlreiche Hotels verzichten auf die Zimmernummer 13,
manche Fluggesellschaften führen keine 13. Sitzreihe in ihren
Maschinen. Und in vielen amerikanischen Hochhäusern wird das 13.
Stockwerk nicht aufgeführt.

Ein Blick in die Unfallstatistik verschiedener Versicherungen
ergibt jedoch: An einem Freitag, dem 13., passieren nicht mehr
schlimme Dinge als an anderen Tagen - sondern sogar weniger.
Vermutlich passen die Menschen an einem vermeintlichen Unglückstag
einfach besser auf.

Der ADAC wertete kürzlich die Unfallzahlen der Jahre
2004 bis 2013 aus und stellte fest: In diesem Zeitraum gab es an den Tagen, die auf Freitag den 13. fielen, sogar geringfügig weniger Unfälle mit Personenschäden als an den anderen Freitagen. So ereigneten sich an allen Freitagen im Schnitt 1001 Unfälle mit Personenschäden. An den 18 Freitagen, die auf einen Dreizehnten fielen, kam es dagegen im Durchschnitt zu 999 Unfällen. © dpa