Ludwigshafen (dpa) - Der eine geht als Handy, der nächste als Hippie, der Dritte als Wildschwein: Bei der Wahl des Karnevalskostüms sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Viele Familienväter werden diesmal das Darth-Vader-Gewand überstreifen. Fachleute beobachten bestimmte Vorlieben:

FILMHELDEN: "Was immer wieder gut läuft, sind Dinge, die mit Filmen zusammenhängen", sagt Dieter Tschorn, Pressesprecher der Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie (DVSI). Filme wie Star Wars oder Spiderman sorgten immer wieder für Outfit-Neuheiten. "Das sind Kostüme, die ragen schon ein bisschen aus dem normalen Einerlei heraus."

KLASSIKER: Klassische Verkleidungen - etwa der Pirat - werde gern genommen, ebenso wie Uniformen bestimmter Berufe wie Polizist und Feuerwehrmann. Wieso das? Zum einen könne man sich damit leicht verkleiden, zum anderen hege mancher vielleicht den Wunsch, Polizist oder Feuerwehrmann zu sein, vermutet Tschorn. Außerdem tauchten diese Berufe oft in den Medien auf, das finde dann auch in Karneval und Fastnacht seinen Niederschlag. Eine weitere Beobachtung: "Das Gruselige spielt auch wieder eine stärkere Rolle", wohl auch wegen der Beliebtheit von Halloween. " Jungen gingen nach wie vor gern als Cowboy oder Indianer, Mädchen als Prinzessin. Bei den Kleinen seien außerdem "Tierkostüme sehr stark im Trend".

FREIZÜGIGES: Manche Verkleidung ist zeitlos, etwa die Hexe, andere Outfits sind nach Tschorns Beobachtung stärker vom Zeitgeist beeinflusst. "Was wir feststellen bei den Damen: Es wird so ein bisschen sexy alles." Hier spiegele sich eine Entwicklung, die etwa auch bei Schauspielerinnen auf dem Roten Teppich zu sehen sei: "Es ist alles sehr viel freizügiger geworden.

GRUSELIGES: Accessoires rund um Vampire und Hexen gehen gut bei Galeria Kaufhof in Landau, wie Geschäftsführerin Christiana Baudach berichtet. Der Landauer Carneval-Verein Narrhalla hat das Thema in diesem Jahr zum Motto erhoben: "Vampire, Geister, Hexenschau - zur Fasenacht beim LCV".

TIERISCHES UND HISTORISCHES:Einen Trend zu Tierkostümen bei Erwachsenen registriert Martina Gräber, die in einem Fachgeschäft bei Kaiserslautern arbeitet. Sie hat etwa einen Bären, einen Frosch, einen Esel und ein Pferd vermietet. Warum verkleidet man sich so? Vielleicht, weil bei Tierkostümen nicht auf Anhieb zu erkennen sei, ob ein Mann oder eine Frau darin stecke. Zu ihrem über 150 Kostüme starken und zum Teil selbst geschneiderten Fundus gehören auch Wikinger- und Hunnenverkleidungen - die seien derzeit aber nicht gefragt.

BERUFSKLEIDUNG UND UNIFORMEN: Die letzte Geschäftssaison läuft derzeit für Erika Kohl von Kostüme Kohl in Zweibrücken. Die 71-Jährige macht den Laden aus Altersgründen dicht und trennt sich von ihrem Bestand. Der Verkauf der verbliebenen 1500 Kostüme laufe gut: "Es hängen noch ein paar Geistliche", sagt sie. Auch Trachten gingen nicht besonders, obwohl das Dirndl zum halben Preis für 105 Euro zu haben sei. Fast ausverkauft seien Schottenkostüme, und auch Uniformen seien gut gegangen, etwa die von GIs. © dpa