(mom) - Die Miss Germany Corporation (MGC) veranstaltet jährlich die Wahl der "Miss Germany". Ihr Gründer Horst Klemmer ist seit 1960 im Bereich Misswahlen aktiv, seit 1982 unterstützt ihn sein Sohn Ralf dabei. Wir haben Ralf Klemmer anlässlich des Fotoshootings unserer "Miss Internet"-Kandidatinnen zum Interview getroffen.

Wir veranstalten jetzt zum zweiten Mal die "Miss Internet"-Wahl. Wie siehst Du den Wettbewerb in diesem Jahr im Vergleich zum letzten Mal?

Klemmer: Zuerst mal muss man sagen, dass wir dieses Jahr die besseren Mädchen dabei haben. Das habe ich auch in der Besprechung gestern zu meinem Team gesagt. Ich gehe davon aus, dass sich dadurch, dass Ihr so eine große User-Gemeinde habt, mehr Mädchen beworben haben, und dadurch die Auswahl einfach gut ist. Jetzt müssen wir halt noch schauen, wer es in die Top Ten schafft.

Wie unterscheidet sich grundsätzlich so eine "Miss Internet"-Wahl von einer normalen Länderwahl?

Klemmer: Ich glaube, dass bei der Internet-Wahl viele Mädchen mitmachen, die bei unseren normalen Veranstaltungen nicht teilnehmen würden. Dadurch, dass man sich nur mit einem Foto bewerben muss, sinkt die Hemmschwelle. So hat man eine größere Vielfalt der Teilnehmerinnen

Wie viele Runden muss eine Kandidatin normalerweise durchlaufen, bis sie an einer Länderwahl, also zum Beispiel der Wahl der "Miss Bayern" teilnehmen darf?

Klemmer: Sie muss an einer Städtewahl teilnehmen und da auf einen der ersten drei Plätze kommen. Die Erstplatzierten haben noch eine zweite Chance, so nimmt zum Beispiel die Gewinnerin bei "Miss Augsburg" an der Wahl der "Miss Bayern" und der Wahl der "Miss Süddeutschland" teil.

Wie viele Missen nehmen am Ende an der "Miss Germany"-Wahl teil?

Klemmer: Es werden wieder 24 Missen sein, so wie letztes Jahr. Ich glaube auch, die Zahl wird sich in den nächsten Jahren nicht groß verändern. Was in diesem Jahr besonders schön ist: Die Mädchen werden noch viel großzügiger beschenkt werden als in den letzten Jahren. Es gibt Preise ohne Ende. Alle Missen werden beschenkt als ob Weihnachten und Ostern an einem Tag wäre.

Was macht für Dich eine perfekte Miss aus? Was muss die perfekte Kandidatin mitbringen?

Klemmer: Es ist schwer zu sagen. Das Gesamtpaket muss stimmen. Wichtig ist, dass man gleich sieht, da kommt eine Dame in den Raum und füllt ihn aus - mit ihrem ganzen Wesen. Ein gutes Beispiel ist Anne Julia Hagen unsere Miss Germany von 2010, die inzwischen ein gefragtes Model, fast schon ein Supermodel geworden ist. Die macht jetzt Fotoshootings für viele Firmen und die ist so ein Typ, wo alles passt. Wichtig ist auch, dass sich die Mädchen nicht verstellen, weder auf der Bühne noch im privaten Bereich.

Bei Misswahlen kann einiges schief gehen

In den ganzen Jahren, die Du jetzt die "Miss Germany"-Wahlen veranstaltest, müssen sich ja eine Menge kurioser Sachen ereignet haben. Gibt es da etwas, das Dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Klemmer: Es sind viele Dinge passiert. Zum Beispiel haben wir einmal bei einer Veranstaltung in Berlin den falschen Namen des Misters, der gewonnen hat, gesagt - das war natürlich peinlich. Da mussten wir ganz schnell reagieren und dem Publikum und den Kandidaten eingestehen, dass da zwei Zahlen verwechselt wurden.

Und auch eine witzige Erinnerung: Wir hatten mal hinter der Bühne so genannte "Blinddurchgänge" wo ein Verschlag war und rechts und links davon konnte man vorbei gehen. Und der Moderator nimmt natürlich die Mitte und läuft voll gegen die Wand. Das war so laut und war ihm so peinlich, dass er gesagt hat, er geht nie wieder auf die Bühne.

In den Jahren als wir die "Queen oft he World" veranstaltet haben, hatten wir 40 bis 50 internationale Missen in Deutschland. Einmal war eine dabei aus Kenia, die hat aus dem Hotel zu Hause angerufen und ist dann während dem Telefonat eingeschlafen. Und jetzt rief uns der Hoteldirektor an und sagte uns, eine Teilnehmerin hätte eine Telefonrechnung von 3.800 D-Mark.

Als wir ihr das erklärt haben, hat sie nur noch geweint und konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Dann haben wir uns an die Post gewandt und die konnten irgendwie eruieren, dass die Dame tatsächlich eingeschlafen sein muss, weil kein Gespräch stattgefunden hat. So wurde das dann heruntergesetzt auf 100 D-Mark und dann war die Sache wieder okay.

Vielen Dank für das Gespräch.

Ralf Klemmer ist seit 1982 in leitender Funktion bei der Miss Germany Corporation tätig. Er organisiert mit seinem Team rund 250 Miss- und Mister-Wahlen pro Jahr mit dem Höhepunkt "Miss Germany"-Wahl im Februar im Europapark Rust. Er ist mit der Miss Germany 1992 Ines Klemmer - gebürtige Kuba - verheiratet. Sie leben in Oldenburg und haben zwei Kinder.