Punxsutawney (dpa) - Das berühmteste Murmeltier der Welt muss wieder ran. Geht der Winter rasch zu Ende? Wird es bald Frühling?

Wenn "Punxsutawney Phil" am Dienstagmorgen (2.2.) von einem Herrn mit Zylinder aus seinem nachgestellten Bau gezogen wird, dann gilt es: Sieht er seinen Schatten, bleibt es weitere sechs Wochen lang Winter. Sieht er ihn nicht, kommt der Frühling.

Seit dem Jahr 1887 hält sich dieser Brauch, und auch dieses Jahr werden Tausende Schaulustige in aller Herrgottsfrühe in die Kleinstadt im Bundesstaat Pennsylvania pilgern. Die Macher feiern die launige Untersuchung von Phils Schatten in diesem Jahr das 130. Mal.

Der Legende nach ist es immer das gleiche Murmeltier, das an einem 2. Februar von einem Vertreter aus dem inneren Zirkel des Murmeltiervereins hochgehalten wird: Es trinke jeden Sommer beim Murmeltierpicknick einen Schluck Lebenselixier, das verschaffe ihm sieben weitere Jahre. Phil ist ein ziemlicher Brocken, 2015 brachte das Tier neun Kilogramm auf die Waage.

Tierschützer finden das alles nicht witzig. Es sei unfair, das Tier in Gefangenschaft zu halten. Es einer so großen Menschenmenge und grellem Scheinwerferlicht auszusetzen, sei purer Stress.

Der Murmeltierclub hatte dem einmal entgegengehalten, Phil werde wahrscheinlich besser behandelt als das durchschnittliche Kind in Philadelphia. Die Tierschützer suchten nur Aufmerksamkeit und seien an Phil in Wirklichkeit gar nicht interessiert.

Phils Prognosen sind jedenfalls ziemlich oft falsch. Das US-Klimadatenzentrum weist ihm nach: In mehr als einem Jahrhundert hat das Murmeltier das Winterende nur 17-mal richtig vorausgesagt. 2011 und 2013 schloss Phil auf baldige Wärme. Schneestürme folgten. 2012 signalisierte er einen langen Winter. Es blieb warm.

"Und täglich grüßt das Murmeltier" wurde auch eine Redensart: Der Film mit Bill Murray in der Hauptrolle ist seit 1993 ein Dauerbrenner.© dpa