Düsseldorf (dpa) - Bei strahlendem Sonnenschein haben am Sonntag in Düsseldorf Hunderttausende den ausgefallenen Rosenmontagszug nachgeholt. Trotz knackig kalter Temperaturen feierten die Narren stundenlang.

Der eigentliche Zug vor fünf Wochen am Rosenmontag war wegen Sturms ausgefallen. Pünktlich um 11.30 Uhr setzten sich jetzt die Wagen und Fußgruppen in Bewegung, um zu Karnevalsmusik durch die Innenstadt zu ziehen. Bis zum Nachmittag gab es nach Polizeiangaben keine Zwischenfälle. Deutlich über 1000 Polizisten waren im Einsatz.

In Düsseldorf fuhr der Narrentreck mit etwa 10 000 Karnevalisten unter dem Motto "Düsseldorf - scharf wie Mostert" (Senf) über die gut fünf Kilometer lange Zugstrecke.

Die Politik bekam auf Mottowagen ihr Fett weg: US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump wurde mit Popo-Gesicht gezeigt. Pappmaschee-Kanzlerin Angela Merkel schulterte das Kreuz der humanen Flüchtlingspolitik, während die bayrische CSU forderte: "Kreuzigt sie!!!"

Rund um den Rathausplatz und am Zugweg standen die Menschen Spalier. Viele Besucher kamen verkleidet. Darum hatten die Veranstalter vom Comitee Düsseldorfer Carneval gebeten.

Die Zahl der Besucher auf den Straßen der Altstadt war anfangs deutlich geringer als sonst an Rosenmontagen. "Es ist anders als sonst", sagte ein Polizeisprecher. Dann aber füllten sich die Reihen sehr schnell. Das Comitee Düsseldorfer Carneval schätzte, dass mehr als 500 000 Menschen kamen. Die Polizei gab keine Teilnehmerzahlen bekannt.

An dem nachgeholten Karnevalszug beteiligten sich viele Gruppen, die sonst in anderen Städten feiern - etwa ein Tanzcorps aus Krefeld. Entsprechend erhöhte sich die Zahl der Fußgruppen in dem Düsseldorfer Zug auf 115. Auch aus Köln kamen viele kostümierte Zaungäste. "Ich finde das gut, dass das nachgeholt wird", sagte ein Jeck aus Köln, der mit seinen Freunden einen Bus gechartert hatte. Es gebe den Kölnern Gelegenheit, auch mal in der Nachbarstadt zu feiern.

In Kleve holten nach Polizeiangaben etwa 7500 Karnevalsbegeisterte den Rosenmontag nach. Auch in Kamp-Lintfort und in Rheda-Wiedenbrück gab es Umzüge. Zwischenfälle wurden nicht bekannt.© dpa