Berlin (dpa) - Das Schwule Museum Berlin erzählt in einer neuen Ausstellung die Geschichte der queeren Comic-Helden. Die Schau "SuperQueeroes - Unsere LGBTI*-Comic-Held_innen" ist nach Angaben des Museums die erste Ausstellung über dieses Thema in Deutschland.

Gezeigt werden Underground-Arbeiten von den 70er Jahren bis heute, bekannte Mainstream-Superhelden-Comics sowie zahlreiche Originalzeichnungen von Comic-Künstlern wie Ralf König und Alison Bechdel. LGBTI* steht für LesbianGayBisexualTransIntersex. Die Schau ist vom 22. Januar bis zum 26. Juni geöffnet.

Die Genres der queeren Comics reichten von autobiografischen und historischen Themen bis zu erotischen Geschichten und Reise-Erzählungen, sagte Ausstellungskurator Hannes Hacke. Neben "echten" Superhelden mit Superkräften aus vor allem US-amerikanischen Comics zeigt die Schau auch Antihelden, die Helden des Alltags und beleuchtet die Biografien der Comic-Autoren, die oft heldenhaft viel Kraft und Mut brauchten, um sich gegen Vorurteile und Diskriminierung durchzusetzen. Auch von der Zensurgeschichte der Comics erzählt die Ausstellung.

Werke von Stars der queeren Comicszene wie dem Finnen Tom of Finland, dem Japaner Gengoroh Tagame, dem Spanier Nazario oder der Deutsch-Amerikanerin Naomi Fearn sind ebenso zu sehen wie Arbeiten unbekannterer Künstler. Zu den frühesten Werken der US-Underground-Comic-Szene gehört Superheld Brown Bomber - der von Rupert Kinnard 1979 geschaffene erste schwule Schwarze mit Superkräften im Comic.

Im US-Mainstream-Comic gebe es zum Beispiel die schwule Figur Northstar aus dem Marvel-Superheldenteam "Alpha Flight", die dann 2012 in einer Geschichte geheiratet habe, so Kurator Hacke. Mit Figuren wie dem Condom Man und den Stigma Fighters wird auch das Thema Aids/HIV und Aufklärung im Comic aufgegriffen. Die Ausstellung wurde von einem internationalen Kuratorenteam erarbeitet, zu dem auch der US-Comic-Experte Justin Hall aus San Francisco gehörte.© dpa