Braunschweig (dpa) - Langschläfer werden sich an diesem Sonntag ärgern, denn in fast ganz Europa beginnt in der Nacht die Sommerzeit. Von Samstag auf Sonntag werden die Zeiger um 2.00 Uhr morgens auf 3.00 Uhr vorgestellt. Den Menschen wird also eine Stunde "gestohlen".

Für den technischen Ablauf der Zeitumstellung sind die Wissenschaftler der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig zuständig. Sie sorgen dafür, dass das entscheidende Signal von einem Sender im hessischen Mainflingen ausgesendet wird, so dass sich Millionen von Funkuhren in Deutschland nachts ganz automatisch umstellen.

Aufstehen müssen die Physiker deshalb aber nicht. "Hier arbeitet nachts niemand", sagt Andreas Bauch, der Leiter der Zeitlabors der PTB. "Alle Geräte sind so programmiert, dass sie selbstständig umschalten." Dass dabei etwas schiefgeht, sei äußerst unwahrscheinlich, meint der Atomphysiker, der bereits über 50 Zeitumstellungen bei der PTB mitgemacht hat. Er freue sich darauf, dass es abends wieder eine Stunde länger hell bleibt.

Die Zeitumstellung wurde in Deutschland 1980 eingeführt, um Energie zu sparen. Ob das gelingt, ist allerdings umstritten. Am letzten Sonntag im Oktober wird die Uhr dann wieder auf die Normalzeit, die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), zurückgestellt.© dpa