Berlin (dpa) - Weihnachtsmann, Christkind, Nikolaus - in der Weihnachtszeit kommen verschiedene Gabenbringer.

NIKOLAUS: Seit rund 1000 Jahren zieht er um den 6. Dezember durchs Land und beschenkt brave Kinder. Oft stellen sie am Vorabend Stiefel vor die Tür, die nachts gefüllt werden. In manchen Gegenden kommt Nikolaus im Bischofsgewand. Um freche Kinder zu bestrafen, hat er oft den grimmigen Begleiter Knecht Ruprecht oder Krampus dabei. Der Heilige gilt als Verschmelzung von zwei historischen Persönlichkeiten: von Bischof Nikolaus von Myra (um 280 bis um 350) und vom 564 gestorbenen Abt Nikolaus des Klosters Sion.

CHRISTKIND: Nach der Reformation löste es in evangelischen Gebieten Sankt Nikolaus als Gabenbringer ab. Als Gegner der Heiligenverehrung ersetzte der Reformator Martin Luther den Heiligen Nikolaus durch das Christkind, das zwar den neugeborenen Christus darstellen sollte, oft aber als Mädchen im Engelsgewand erscheint. Heute schreiben vor allem Kinder aus den mehrheitlich katholischen Regionen Wunschzettel ans Christkind, Kinder aus protestantischen Gegenden an den Weihnachtsmann.

WEIHNACHTSMANN: Der bärtige alte Mann reist Heiligabend auf einem fliegenden Rentierschlitten von Haus zu Haus und verteilt Geschenke. Seinen roten Mantel verdankt er wohl Sankt Nikolaus. Stiefel, Sack und Rute wurden von Knecht Ruprecht übernommen. Niederländische Auswanderer brachten Nikolaus (Sinterklaas) im 17. Jahrhundert mit nach Amerika. Aus dieser Figur entwickelte sich der amerikanische Santa Claus, der als Weihnachtsmann nach Europa zurückkehrte.

LUCIA: In Schweden kommt zum Höhepunkt der Adventszeit am 13. Dezember die weiß gekleidete Lucia-Königin mit einem Kranz brennender Kerzen auf dem Kopf. Die traditionelle nordische Lichtergestalt erinnert an die Heilige Lucia, die um das Jahr 300 den Märtyrertod erlitt. An Heiligabend bringt dann der Weihnachtswichtel Jultomte schwedischen Kindern Geschenke.

NISSE: Der Name des Wichtels aus Dänemark ist von Nikolaus abgeleitet, seine rote Zipfelmütze erinnert an den Weihnachtsmann, in Dänemark Julemand genannt. Nisse ist der Brauch des Wichtelns in der Adventszeit zu verdanken. Dabei werden anonym kleine Geschenke verteilt. An Heiligabend wird Nisse zum Dank für seine Gaben ein Teller Brei vor die Tür gestellt.

HEILIGE DREI KÖNIGE: In Spanien gibt es erst am 6. Januar Geschenke. Dann ziehen die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar mit ihren Gaben durch die Dörfer. Der Brauch geht darauf zurück, dass das Jesuskind zwar am 24. Dezember geboren wurde, die Könige aber erst im Januar eintrafen, um ihm zu huldigen.

HEXE BEFANA: In Italien bringt erst seit wenigen Jahren der Weihnachtsmann Geschenke. Früher mussten Kinder bis zum 6. Januar warten. Dann flog die Hexe auf ihrem Besen von Haus zu Haus. Ihr Name ist abgeleitet vom Fest Epiphanias (Erscheinung des Herrn) am 6. Januar. Der Legende nach verpasste sie die Bescherung des Jesuskindes durch die Heiligen Drei Könige. Seitdem sucht Befana jedes Jahr das Christkind. Bis sie es gefunden hat, beschenkt sie alle Kinder.

Wertvolle Tipps und News zu Weihnachten 2015© dpa