Berlin (dpa/tmn) - Die Auswahl ist groß und verwirrend. Es gibt nicht nur verschiedene Pinsel für Lidschatten, Puder und Rouge. Auch innerhalb dieser Segmente gibt es noch unterschiedliche Modelle. Manche sind schräg, andere rund, dick oder dünn. Ein Überblick.

Einer für alles reicht nicht: Wer Foundation, Lidschatten und Puder verwendet, sollte auch verschiedene Pinsel und Quasten zum Auftragen haben. Diese Werkzeuge gibt es im Handel:

Rouge: "Rouge auftragen ist eine Kunst, die mit dem richtigen Werkzeug jeder lernen kann", sagt Peter Schmidinger vom VKE-Kosmetikverband in Berlin. Den passenden Pinsel erkennt man an seinen schräg angeordneten Haaren. "Mit der schmalen Seite des Pinsels lässt sich die Wangenpartie optimal akzentuieren, während die breitere Seite des Pinsels ideal zum Verblenden der Farbe ist", erklärt der Make-up-Experte. Außerdem eignen sich die abgeschrägten Haare gut zum Verblenden von Make-ups an den Übergängen der Gesichtskonturen und am Dekolleté. Sonst bleiben hier oft sichtbare Ränder. Deshalb werden Rougepinsel auch Schattierpinsel genannt.

Abgerundete Pinsel sind ideal, um Lidschatten zum Rand hin sanft auslaufen zu lassen.

Komplett runde Rougepinsel eignen sich ebenfalls für verblendete Looks, erklärt Ricarda Zill, Visagistin und Expertin für den Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel.

Concealer: Der Concealerpinsel trägt Abdeckcreme auf: unter den Augen, auf der Nase und in der Nasolabialfalte, die sich vom Mundwinkel zur Nase zieht. Wie bei allen Pinseln, die Flüssiges auftragen sollen, sollte man darauf zu achten, dass es sich um Fettschminkpinsel aus Kunsthaar handelt. "Echthaar nimmt die Farbe auf und gibt sie nicht komplett wieder ab", erklärt der Visagist René Koch vom Bundesverband Deutscher Kosmetiker und Kosmetikerinnen.

Foundation: "Ob die Grundierung, sprich die Foundation, mit Pinsel oder Schwämmchen aufgetragen wird, ist im Prinzip gleich", sagt Ricarda Zill. "Ich bevorzuge einen Make-up-Pinsel. Dieser ist immer aus Kunsthaar und saugt sich nicht mit flüssigem Make-up voll." Die Haare des normalen Foundationpinsels bilden ein rundes Bündel, das oben flach ist. Sie stehen sehr dicht. Der Kabuki-Pinsel ist viel kleiner und gedrungener als andere Pinsel. Er wird verwendet zum Auftragen von Mineralpuder. Der Visagist René Koch zieht Schwämmchen den Pinseln vor, wenn er größere Flächen schminkt.

Lidschatten: Für Ungeübte und alle, die kein Schminktalent haben, empfiehlt die Visagistin Applikatoren, das sind kleine Plastikteilchen mit einem schwammähnlichen Aufsatz. Sie stauben nicht so wie die Pinsel. "Wenn es allerdings um mehrfarbige Augen Make-ups geht, eignen sich Lidschattenpinsel besser, da die Übergänge professioneller zu gestalten sind." Die Bandbreite ist groß: Gerade Borsten eignen sich für konturierte Looks. Abgerundete Pinsel sind ideal, um Lidschatten zum Rand hin sanft auslaufen zu lassen.

Dann gibt es noch den Fächerpinsel. Seine Härchen sind flach und breit angeordnet. Er ist gut geeignet, um überschüssige Krümel des Lidschattens zu entfernen, denn er kommt dicht an den Lidrand ran. Auch Rouge oder Glanzpuder verteilt das Modell gut. Der Visagist René Koch nimmt ihn zum Pudern der Fläche direkt unterhalb der Augen. "Die Form des Fächerpinsels ist optimal für diese Stelle."

Lidstrichpinsel: Er hat eine sehr dünne Spitze. Manchmal findet man auch Modelle, deren Spitze zur Seite abgeknickt ist - dadurch kann man beim Auftragen der Farbe am Lid die Hand auf der Wange auflegen und hat so eine ruhigere Hand.

Lippenstiftpinsel: Mit dem Pinsel, der auch als Lip Brush im Handel zu finden, können die Linien des Lippenstifts präziser gezogen werden, erklärt Schmidinger. Für den Rand nimmt man meist dünnere Modelle, zum Ausmalen mit Farbe dickere. © dpa