Zur mobilen Ansicht wechseln

20.08.2012, 16:21 Uhr

"San Francisco": Sänger Scott McKenzie gestorben

Los Angeles/New York (dpa) - Er sang von "sanftmütigen Menschen mit Blumen im Haar" und "einer ganzen Generation in Bewegung": Mit "San Francisco" schuf Scott McKenzie 1967 die Hymne der Hippies und einen bis heute erfolgreichen Ohrwurm.

Es sei doch nur ein "einfacher Song", schrieb McKenzie 2002 auf seiner Webseite. "Ich finde es erstaunlich, wie sehr "San Francisco" auch heute noch in den Herzen und Köpfen der Menschen in aller Welt Träume zu wecken vermag." Am Wochenende starb der enttäuschte Weltverbesserer und ewige Hippie McKenzie, der seine Haare auch im hohen Alter nie kurz schneiden ließ, mit 73 Jahren an den Folgen eines Nervenleidens.

Die Entstehungsgeschichte von "San Francisco" ist äußerst passend: "Zu der Zeit fuhren einige meiner Freunde total auf Meditation ab. Auf dem Weg zu mir pflückten sie Blumen und flochten daraus einen Kranz, den ich während der Aufnahme im Haar trug", erzählte McKenzie einmal in einem Interview. "Meine Freunde meditierten, während ich sang. Es herrschte eine ganz besondere, innige Stimmung im Studio." Nach den Hippies inspirierte das Lied auch viele andere Menschen weltweit - zum Beispiel in der ehemaligen DDR. "Ich trat 1991 im Osten Deutschlands auf, und die Leute erzählten mir, wie viel ihnen der Song als ein Symbol des Widerstandes bedeutet hat", sagte McKenzie. "Ich musste Hunderte von Autogrammen in alte ostdeutsche Pässe und auf wertlose Geldscheine schreiben."

Aber "San Francisco" sollte McKenzies einziger großer Hit bleiben. Der Sänger, Songwriter und Gitarrist war nacheinander Mitglied mehrere Bands, darunter zeitweise auch der Flower-Power-Gruppe The Mamas & the Papas. Auch solo trat McKenzie, der mit bürgerlichem Namen Philip Wallach Blondheim hieß, häufig auf, spielte Folk und Country-Rock. Für die Beach Boys schrieb er das Lied "Kokomo". McKenzie sprach sich öffentlich gegen den Vietnam-Krieg und jede Form von Militarismus und Gewalt aus.

Ein zweites "San Francisco" wollte McKenzie aber einfach nicht gelingen. Immer mehr fiel der Sänger in tiefe Depressionen und litt zunehmend an dem Nervenleiden Guillan-Barré-Syndrom. "Die Krankheit macht dich schwach, ängstlich, unsicher und lässt dich zittern", sagte er einmal. Zuletzt soll er allein mit der Katze Spider in seinem Haus in Los Angeles gelebt haben. Nachbarn fanden dort am Samstag seinen leblosen Körper und informierten seine australischen Freunde Gary und Raylene Hartman, die die Nachricht auf seiner von ihnen betriebenen Webseite verbreiteten.

Im Gästebuch der Webseite und über den Kurznachrichtendienst Twitter reagierten tausende Fans bestürzt auf die Nachricht vom Tod McKenzies. "Dein "San Francisco" war ein Teil meiner Jugend, ein Teil meines Lebens. In meinem Herzen wirst du weiterleben" schrieb ein anonymer Fan. "Bei dieser Musik habe ich meine Frau kennengelernt und dieses verbindet uns bis heute. Auch deshalb waren wir in San Francisco", erzählt ein anderer. Und ein dritter schreibt schlicht: "Wir werden dich niemals vergessen." Nur seine Fans und die Musik - so sagte McKenzie einmal - hätten ihm geholfen, "diese Welt zu ertragen, die wir so gern geändert hätten".

Alle News vom: 20. August 2012 Zur Übersicht: Unterhaltung

3 Meinungen zu ""San Francisco"-Star tot"

  • Kieran
    Montag, 20.08.2012, 14:49 Uhr
    Naja also mit "The Mamas & The Papas" würde ich mich aber nicht schmücken. Tolle Musik, aber nach 2009 nicht mehr hörbar: "John Phillips of Mamas and Papas Slept With Daughter Mackenzie Phillips Phillips calls her father, John Phillips, the lead singer of the American pop-quartet The Mamas and the Papas, a "great and terrible sun around which his children, wives, girlfriends, fellow musicians, and drug dealers orbited, relentlessly drawn to his fierce, inspiring, damaging light." Phillips now says that she had a sexual relationship with her father, often fueled by drugs, that spanned ten years. Phillips wrote in her book: "I woke up that night from a blackout to find myself having sex with my own father." The former star of TV's "One Day at a Time," said the sexual relationship with her father ended when she became pregnant and didn't know who had fathered the child. She had an abortion, which her father paid for, "and I never let him touch me again." (Quelle: cbsnews September 23, 2009 1:10 PM)
  • wondercloud
    Montag, 20.08.2012, 13:13 Uhr
    Obwohl ich noch ziemlich klein war, habe ich den Song noch in den Ohren, bei meinen Eltern lief "San Francisco" täglich rauf und runter. Auch heute noch höre ich die Musik von Scott McKenzie und ebenso die von den "The Mamas & The Papas" gerne. Flower Power muss eine tolle Zeit gewesen sein, um das erlebt zu haben, wäre ich gerne 10 Jahre früher geboren.
  • Kelowna
    Montag, 20.08.2012, 11:51 Uhr
    "San Francisco" , ein Song für die Ewigkeit! Den werden noch Generationen nach uns hören. Der Song der Blumenkinder - Generation. Danke u. R.I.P. Scott !
Partnerangebote
Platten der Woche
Born Ruffians - Birthmarks

Die besten Musik-Neuerscheinungen!

Beantworten Sie einige Fragen zu unserer Webseite. Ihre Meinung ist uns wichtig! >

Heidi Klum

Klum spricht über ihren neuen Freund Martin, Ex-Mann Seal und Sex. >

top.de

Vergangener Ruhm? Von wegen! Das treiben Schiffer und Co. gerade. >

Xavier NaidooVideo

Sehen Sie die exklusive Premiere zum neuen Clip "Bei meiner Seele". >


Internet Made in GermanyWEB.DE 2013 - Marke des JahrhundertsIhr WEB.de-Postfach ist grünWeb.de unterstützt Unicef

Sie lesen gerade: "San Francisco": Sänger Scott McKenzie gestorben. Er sang von "sanftmütigen Menschen mit Blumen im Haar" und "einer ganzen Generation in Bewegung": Mit "San Francisco" schuf Scott McKenzie 1967 die Hymne der Hi...