Boygroups wie die Backstreet Boys, Take That oder *NSYNC feierten in den 1990er-Jahren Welterfolge. Doch auch Jungs werden irgendwann zu Männern. Während manche irgendwann in der Versenkung verschwanden, sind andere nach wie vor erfolgreich.

Die New Kids on the Block gründeten sich 1984. Zu ihrer Glanzzeit zählte die Band zu den international erfolgreichsten Acts. Als sich NKOTB nach zehn Jahren auflösten, hatten sie den Weg für eine ganze Generation an Boygroups geebnet.
Im Jahr 2008 fanden die New Kids on the Block wieder zusammen. Als Kids kann man die Herren inzwischen allerdings nicht mehr bezeichnen. Nach einem gemeinsamen Album samt Tour mit den Backstreet Boys unter dem Namen NKOTBSB und zwei eigenen neuen Alben erhielt die Ur-Boyband im Oktober 2014 einen Stern auf dem Walk of Fame.
In Großbritannien begann der Hype um singende Teenager 1990 mit Take That. Die schrieben einen ihrer erfolgreichsten Songs, "Back For Good", sogar selbst. Nach der Trennung 1996, die Millionen von Teenie-Mädels an den Rand des Nervenzusammenbruchs brachte, wurde ausgerechnet der rebellisch-chaotische Robbie Williams (r.) zum Weltstar, während ...
... Gary Barlow (M.), dem die erfolgreichste Solokarriere prophezeit worden war, genauso wenig an alte Erfolge anknüpfen konnte wie die übrigen Bandmitglieder. Nach einer vorübergehenden, sehr erfolgreichen Reunion verließen Robbie Williams und Jason Orange die Gruppe erneut. Derzeit bestehen Take That aus Howard Donald, Gary Barlow und Mark Owen (v.l.).
East 17 wurden 1992 als Arbeiterklasse-Gegenentwurf zu Take That gegründet und waren die Bad Boys der Szene. Frontmann Brian Harvey (M.) nahm sein Image wohl leider etwas zu ernst: Nach einem Drogenskandal löste sich die Gruppe 1997 auf.
Unter dem Namen E-17 versuchte die Gruppe 2008 ein eher enttäuschendes Comeback. 2010 folgte vorübergehend die erneute Trennung. Nachdem sich Brian Harvey offenbar als unzuverlässig erwies, wurde er schließlich durch Tony Mortimer (l.) ersetzt.
Offiziell getrennt haben sich die Backstreet Boys nie. Das zeigt auch der Titel des Albums "Never Gone" von 2005. Somit sind BSB die Duracell-Hasen unter den Boygroups. Nur Kevin Richardson (l.) stieg zwischenzeitlich aus. Im Juli 2013 erschien mit "In a World Like This" die vorerst letzte Platte - wieder mit Richardson.
*NSYNC waren jahrelang die härtesten Konkurrenten der Backstreet Boys. Zwischen 1995 und 2002 landeten sie mit Liedern wie "Tearin' Up My Heart", "U Drive Me Crazy", "Bye Bye Bye" oder "Girlfriend" zahlreiche Welthits.
Nach dem Ende von *NSYNC 2002 wurde Justin Timberlake (2. v.l.) zum Megastar. Seine Kollegen verschwanden weitgehend in der Versenkung. Bei den MTV Video Music Awards 2013 hatte die Band jedoch einen vielbeachteten Comeback-Auftritt. Eine Reunion gab es bislang allerdings nicht.
Die englisch-niederländische Formation Caught in the Act feierte Mitte der 1990er-Jahre vor allem im deutschsprachigen Raum Erfolge. Der Durchbruch gelang 1994 durch einen Auftritt in der Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten".
Nach der Trennung 1998 wurde es ruhig um die Bandmitglieder. Bei den Versuchen, als Solokünstler durchzustarten, hielt sich der Erfolg in Grenzen. Ende 2014 ließen die beiden Bandmitglieder Eloy de Jong (Bild) und Lee Baxter verlauten, dass sie einem Comeback nicht abgeneigt wären. Fortsetzung folgt bestimmt ...
Die irische Gruppe Boyzone war in den 1990er-Jahren mit sechs Nummer-1-Hits vor allem in Großbritannien extrem erfolgreich. Die Singles "Father and Son", "Words" und "No Matter What" machten Boyzone auch in Deutschland populär. Für Aufsehen sorgte Stephen Gately (l.), als er sich 1999 als homosexuell outete und zeitgleich bekannt gab, dass er eine Beziehung mit Eloy de Jong von Caught in the Act hatte.
Von allen Bandmitgliedern konnten sich nur Ronan Keating (r.) und Stephen Gately, der nebenbei auch als Schauspieler und Schriftsteller tätig war, als Solokünstler etablieren. 2007 formierte sich die Gruppe neu. Gately verstarb 2009 überraschend an einem Lungenödem. Seitdem sind Boyzone zu viert unterwegs.
Als sich Blue 2001 gründeten, war die goldene Ära der Boybands eigentlich schon vorbei. Mit "All Rise", "Sorry seems to Be The Hardest Word" oder "Breathe Easy" konnten die vier Briten trotzdem ein paar Hits landen.
Bereits 2005 lösten sich Blue wieder auf, um sich um Soloprojekte zu kümmern. Die Wiedervereinigung wurde 2009 bekannt gegeben. Beim Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf traten Blue für das Vereinigte Königreich an und belegten den elften Platz.
In Deutschland waren Boygroups in den 1990er-Jahren extrem beliebt. So ist es auch wenig verwunderlich, dass auch hierzulande etliche Jünglinge auf den Zug aufsprangen. Einer der erfolgreicheren Vertreter waren The Boyz, die 1997 mit dem Song "One Minute" immerhin die Top 10 enterten.
Drei der Boyz waren auch nach dem Boygroup-Aus im Jahr 2000 erfolgreich: Während Tarek Hussein alias Tarééc (l.) von 2007 bis 2010 bei Bushidos Label ersguterjunge unter Vertrag stand, etablierte sich Adel Tawil (M.) sowohl als Solokünstler als auch mit der Gruppe Ich + Ich. Florian Fischer (r.) zog sich zwar aus dem Rampenlicht zurück, ist heute aber Manager und Freund der Sängerin Sarah Connor. Als Musikproduzent erhielt er außerdem 2010 für seine Zusammenarbeit mit Ich + Ich einen Echo.