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05.11.2011, 08:06 Uhr

Steel Panther - Balls Out

Man muss die Zeit ein gutes Stück zurückdrehen: Wenn man in den 80er-Jahren über Metal sprach, musste man an Männer mit schlecht gepflegtem, weil dauergewelltem Haar denken. An Schminke und Stretchjeans, Spandex mit Tigermuster. Und auch an fürchterlich eindringliche Gitarrenriffs, zentral männliche Posen und einen Gesang, der einem Herz und Hirn zerspringen ließ. Glam- oder Hair-Metal nannte man das dann. Und viele verzogen dabei das Gesicht, hörten lieber "ehrlichen" Rock'n'Rollern wie Peter Maffay oder der Spider Murphy Gang zu. Jetzt schreiben wir das Jahr 2011, und Steel Panther und ihr Album "Balls Out" klingen genau so, wie die 80er-Jahre aussahen.

Von Claudia Nitsche

Alle vier Bandmitglieder haben lange Haare, tragen auffällig oft Stirnbänder, um ihre Mähne zu bändigen, Make-up versteht sich von selbst. Von den Posen ganz zu schweigen. Es rankt sich eine Legende um diese optisch eindrucksvolle Formation: Der Sunset Strip in Los Angeles soll in den 80er-Jahren ihr Revier gewesen sein und ist es wieder. Wer mag das Gegenteil beweisen?

Vor allem, da sich die Herren, allen voran Sänger Michael "Poison haben alles bei mir geklaut" Starr, eifrig um Ausschmückung der Geschichte bemühen. Sie gurren vor Freude, wenn sie über flachgelegte Bräute, Drogen und stahlharte Manieren berichten dürfen.

Vor zwei Jahren gab es ein erneutes Lebenszeichen der Band, um die sich einst die Labels bis aufs Blut gestritten haben sollen. Starr, Gitarrist Satchel, Bassist Lexxi Foxxx und Schlagzeuger Stix Zadinia veröffentlichten ihr Album "Feel The Steel" in England, Australien und den USA. Ein Jahr später war es auch in Deutschland erhältlich und wurde sehr zu Recht von Metal-Magazinen abfeiert. Bei "Balls Out" muss man leider die Lobeshymnen etwas einschränken.

Denn "Feel The Steel" war vielfältig, hatte wirklich große, hörbare Melodien und war herrlich lustig. "Balls Out" hingegen ist ein Album, über dessen Songs bereits alles im Vorspann gesagt ist. Es ist kein wirklicher Genuss. Standard-Hair-Metal, dessen Gesang vom gemeinen Ohr als Kreischen wahrgenommen wird. Nur die Texte bereiten punktuell Freude, sind wahre Slapstickepisoden an Männerträumen, die man freilich nicht unbedingt mit ernsthaft emanzipierten Frauen diskutieren möchte.

Über den Humorgehalt von "It Won't Suck Itself" oder das eigentlich traurige Liebeslied "Gold Whore Digging" mag der Maffay-Fan streiten. Weniger intellektuell anspruchsvolle Hörer und vor allem Metal-Fans werden jeden Satz abfeiern, wenn diese Band auftritt. Die Übersetzung des Albumtitels darf man wortwörtlich nehmen: Hier werden die Hoden außerhalb der Hosen getragen.

Steel Panther auf Deutschland-Tournee:

16.03.2012, Hamburg, Docks

17.03.2012, Berlin, Huxleys Neue Welt

18.03.2012, Frankfurt, Batschkapp

20.03.2012, Köln, Live Music Hall

21.03.2012, München, Tonhalle

Bewertung: überzeugend

Steel Panther

Titel: "Balls Out"
Label: Republic / UID
Vertrieb: Universal
Erscheinungstermin: 04.11.2011
EAN-Code: 0602527832609

© teleschau - der mediendienst GmbH

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7 Meinungen zu "Steel Panther - Balls Out"

  • Opossum666
    Montag, 30.01.2012, 13:40 Uhr
    "...Männer mit schlecht gepflegtem, weil dauergewelltem Haar..." Was ist denn das für ein beknacktes Statement??? Hat jetzt jede Frau, die Dauerwellen trägt, schlecht gepflegte Haare? Oder gilt das nur für Männer?? Es leben die Vorurteile! Wenn man nichts von Metal hält und nicht objektiv sein kann/will, sollte man besser nicht darüber schreiben, liebe Verfasserin! >If it's not in thy bloode thou will never understande< (Zitat Stormwarrior, Videoclip Iron Prayers)
  • wipeot
    Samstag, 19.11.2011, 15:02 Uhr
    De gustibus non disputandum ! Manche gefällt das nicht, mir schon ! Dagegen ;"Musikanten Stadel" ist nicht mein geschmack ,aber deswegen schreibe ich auch nicht darüber .
  • Bargirl
    Samstag, 19.11.2011, 10:43 Uhr
    Ja, also TheChosen muß ich mich da anschließen. Die Geshmäcker sind verschieden, aber sowas muß und darf als Berichterstatter/in nicht sein. Das liest sich wie der Bericht einses Highschool Cheerleaders über die Spinnengattungen im Amazonas.
  • Schnakenfaenger
    Freitag, 11.11.2011, 14:40 Uhr
    Wenn die "Panthers" das lesen werden sie sich zurecht die Spanexhöschen nassmachen vor lachen. Liebe Claudi, Humor ist wenn man trotzdem lacht. Aber als Frau dürfte das schwer werden, gelle. :-)
  • contaminated
    Donnerstag, 10.11.2011, 13:15 Uhr
    "Metal der 80er als Glam/Hair Metal zu bezeichnen ist ganz schön einseitig. " Vollste Zustimmung! Aber Steel Panther ernsthaft als Metal zu bezeichnen, ebenso. Das verleugnet deren unfreiwillige Comedy-Schalgseite sträflich!!!
  • Imamaniac
    Donnerstag, 10.11.2011, 10:22 Uhr
    Metal der 80er als Glam/Hair Metal zu bezeichnen ist ganz schön einseitig. Wenn ich da an Metallica denke, hatten diese bestimmt keine Schminke im Gesicht, mal davon abgesehen, dass man deren Stil als Heavy Metal bezeichnete. Auch wenn man die Musik vielleicht nicht mag, sollte man wie 'TheChosen' bereits erwähnte, nicht subjektiv bewerten. Beim nächsten Artikel bitte besser recherchieren und die eigene Meinung weglassen.
  • TheChosen
    Mittwoch, 09.11.2011, 15:58 Uhr
    Liebe Frau Nitsche, In Zukunft bitte etwas objektiver schreiben, oder aber, was mir lieber wäre, es ganz sein lassen! Dass Metal nicht unbedingt Ihrem Musikgeschmack entspricht, kann ich akzeptieren, dies ist aber noch lange kein Grund, so ekelerregend arrogant über diese Musikrichtung zu schreiben.
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