Dabei ist es nicht nur der Herzschmerz, den Boy & Bear in Akkorde gießen. Ihre thematische Bandbreite reicht von Glauben über Zweifel bis Krieg. Schwere Themen in Moll. Und doch hinterlässt das Album den Hörer nie trübsinnig zurück. Vielleicht liegt es an der Energie, die Boy & Bear mit ihren kraftvollen Songs freisetzen. Trennungsschmerz entlädt sich hier in einem wütend stampfenden Rhythmus ("Feeding Line"), der nur kurz von zart gezupfter Akustikgitarre unterbrochen wird. Was mit dem besonderen Klang eines Regenmachers beginnt, wandelt sich nach den ersten Sekunden zu einem wilden Galopp, begleitet von heulenden Streichersätzen und tiefem Bass ("Milk & Sticks").
Zudem streuen Boy & Bear vereinzelt positive Momente ein: So klingt "Part Time Believer" wie ein Sonntagsspaziergang durch die 60er-Jahre, zu "Golden Jubilee" darf man eine flotte Squaredance-Sohle hinlegen. Bei "The Village" rasselt es zu Bongos und Dave Hoskings Stimme. Und zwischendurch gibt's mit "Percy Warner Park" einen Ein-Minuten-Streich mit Banjo und ätherischen Gesängen, die so ungewöhnlich klingen, dass man sie zu Beginn für orientalische Streicher hält. Macht zusammen: Ein abwechslungsreiches Album, das viel Gefühl birgt und das Potenzial der Band deutlich macht. In Australien gab's dafür schon eine Platinauszeichnung.
Bewertung: überzeugend
Boy & Bear
| Titel: | "Moonfire" |
|---|---|
| Label: | Cooperative |
| Vertrieb: | Universal |
| Erscheinungstermin: | 10.02.2012 |
| EAN-Code: | 0602527880723 |
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