Jazz, Pop, Klassik, Folk, Elektro und Freestyle: Alles wird in Hukkelbergs Welt aufsummiert und trotzdem in fesselnde musikalische Epen gepackt. In "My Devils" tummeln sich Bilder einer jungen Kate Bush, die sich an einen ebenso jungen Peter Gabriel klammert, dabei jedoch nicht "Don't Give Up" trällert, sondern eher eine nervöse Version von "Babooshka" anstimmt. Auf "Too Good To Be Good" vereinigt Hukkelberg die komplexe harmonische Vielfalt des Jazz mit subtil aufgeschichteten Ambient-Verweisen und bewahrt den Hörer trotzdem wie selbstverständlich vor intellektueller Überforderung.
Der gemächliche Umgang mit Dissonanzen, kakofonen Versatzstücken und taumelnden Harmonien krönt Frau Hukkelberg mit ausgearbeiteten Facetten ihres den Sirenen verbundenen Gesangs, der sich angenehm warm um die instrumentalen Passagen windet. Selbst im rhythmisch vor sich hertaumelnden Gossen-Sound "You Gonna", in dem sich ein Tom Waits sicher gut aufgehoben fühlen würde, agiert die talentierte norwegische Exzentrikerin mit einer unbefangenen Sicherheit, die einem im Albumverlauf den Atem rauben kann.
Dabei hebt Hukkelberg sich das Beste für den Schluss auf: Im finalen Track "Erik", den sie mit dem 88-jährigen Erik Vister, einem klassisch ausgebildeten Sänger der alten Schule vorträgt, klingt sie so unprätentiös und ehrlich, dass einem die auf das einfachste reduzierte Schönheit fast die Worte raubt. Wie so vieles an diesem beeindruckenden Album.
Bewertung: ausgezeichnet
Hanne Hukkelberg
| Titel: | "Featherbrain" |
|---|---|
| Label: | Propeller |
| Vertrieb: | Soulfood |
| Erscheinungstermin: | 17.02.2012 |
| EAN-Code: | 7070637505530 |
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