Kanye West macht sich wieder einmal unbeliebt: Bei den Grammy-Awards am Wochenende protestierte er gegen die Verleihung des Preises für das "Beste Album" an den Musiker Beck. Es dauert allerdings nicht lange, bis seine wilden Anschuldigungen entkräftet werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass Kanye West seinem Unmut über eine Preisverleihung unmittelbar Luft machte: Bei MTV Video Music Awards 2009 stürmte er auf die Bühne, riss das Mikrofon an sich und erklärte: "Es tut mir leid, aber Beyonce hat das beste Video aller Zeiten gemacht!" Die eigentliche Gewinnerin Taylor Swift stand nur staunend neben ihm.

Ähnliches geschah am vergangenen Wochenende während der Verleihung der Grammys: Beck gewinnt mit "Morning Phase" in der Kategorie "Bestes Album", hält die Trophäe in den Händen und ist bereit für seine Dankesrede. Da taucht plötzlich Kanye West neben ihm auf, hebt die Hand, und verschwindet umgehend wieder in die erste Reihe.

Beck soll "echte Künstler akzeptieren"

Später begründete er seinen kurzen Auftritt auf der Bühne: "Beck sollte echte Künstler akzeptieren und seinen Preis an Beyonce übergeben." Sein Einwand gegen die Entscheidung der Grammy-Jury sei Teil seines "Kampfs für Kreativität".

Wests Behauptungen blieben nicht unwidersprochen. Ein Imgur-Nutzer machte sich umgehend daran, die Aussagen zu entkräften. Im direkten Vergleich zwischen den Alben "Morning Phase" und "Beyonce" schneidet die R'n'B-Sängerin demnach deutlich schlechter ab: 75 Menschen sollen an "Beyonce" herumgewerkelt haben, bei Becks "Morning Phase" waren es nur 15. Während Beyonce Knowles auf 16 Produzenten zurückgriff, kümmerte sich Beck selbst um sein Werk. Außerdem spielt der Sänger auf seinem Album 15 Instrumente. Beyonce..? Keins.

Abgesehen von der Eigenleistung des Künstlers sind auch die Songtexte auf "Morning Phase" mitunter deutlich anspruchsvoller.

Davon abgesehen ist Beck seit mehreren Jahrzehnten ein angesehener Musiker. Im Jahr 1993 hatte er mit "Loser" seinen ersten Hit, gewann 1997 mit "Odelay" seinen ersten Grammy - für das "Beste Alternative Album". Da erschien es einigen als späte Genugtuung, dass der 44-Jährige nun endlich auch den Award für das Album des Jahres mitnehmen durfte.

In der Logik von Kanye West jedoch war der Preis jedoch eine Missachtung von Beyonces kreativem Schaffen. Er wird uns sicher bei Gelegenheit sicher erneut darauf hinweisen. (sag)