Berlin/Hamburg (dpa) - Der Literaturkritiker und Publizist Fritz J. Raddatz beendet nach mehr als 60 Jahren seine journalistische Tätigkeit.

"Ich habe mich überlebt", schreibt der 83-Jährige in einem Beitrag für die Tageszeitung "Die Welt" (Samstag). "Meine ästhetischen Kriterien sind veraltet, das Besteck des Diagnostikers rostet, meine Gierfreude am Schönen der Kunst ist zu Asche geworden, der gefiederte Pegasus, mit dem ich durch Bild und Text galoppierte, lahmt", begründet er seinen Abschied von der "Zeitungsarbeit" und schließt mit den Worten: "Time to say goodbye. Goodbye."

Raddatz zählt zu den prägenden Akteuren des bundesdeutschen Kulturbetriebs. Der langjährige Feuilleton-Chef der Wochenzeitung "Die Zeit" war in den 70er und 80er Jahren einer der einflussreichsten Literaturkritiker.© dpa