Monica Lierhaus erntete für ihr jüngstes Interview deutliche Kritik. Darin hatte sie erklärt, dass sie ihre lebensrettende Gehirn-OP bereue. Aus Sicht von Kritikern stellt Lierhaus damit den Lebenswert von Menschen mit Behinderung generell infrage. Samuel Koch verteidigt nun die Aussage der Moderatorin.

Die frühere Moderatorin stelle den Lebenswert von Behinderten infrage.

Die Sportmoderatorin Monica Lierhaus hat mit ihrem ehrlichen Interview mit dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" gleichermaßen für Bestürzung wie für Entrüstung gesorgt. Heute würde sie sich nicht noch einmal für die Gehirn-Operation entscheiden, obwohl ihr diese das Leben gerettet habe, erklärte sie darin. "Dann wäre mir vieles erspart geblieben." Die Aussage löste hitzige Diskussionen aus, nachdem die querschnittsgelähmte Autorin Christiane Link Lierhaus in einem Blogbeitrag für "Zeit Online" kritisiert hatte. "Wer täglich gegen das Vorurteil kämpft, dass das Leben mit einer Behinderung nicht lebenswert oder zumindest bemitleidenswert sei, dem hat Monica Lierhaus einen Bärendienst erwiesen", schrieb Link.

"Da hat sie wohl recht"

Nun bekommt Lierhaus für ihr Statement aber Zustimmung von Samuel Koch, der seit einem Unfall bei "Wetten, dass..?" querschnittsgelähmt ist. "Da hat sie wohl recht", sagte der 27-Jährige zu "Bild.de". Er selbst habe Lust auf das Leben und sei neugierig darauf, welche Abenteuer es noch für ihn bereithalte, aber: "Ich finde es gut, dass auch Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, nicht immer 'Sonnenschein' vermitteln und 'Alles ist gut'-Parolen verteilen."

2009 wurde Monica Lierhaus wegen eines Hirn-Aneurysmas operiert. Dabei kam es zu Komplikationen, die Moderatorin lag vier Monate im künstlichen Koma. Danach sei sie "auf dem Stand eines Kleinkindes" gewesen und habe sich mühsam zurückkämpfen müssen. Heute sei sie gesundheitlich zu 85 Prozent wieder hergestellt. (jwo)