Dracula beißt sich ins Kino zurück: Der Ur-Vater aller Vampire war schon oft auf der Leinwand zu sehen. Doch noch nie wurde die Geschichte erzählt, wie er zum Vampir wurde. Luke Evans spielt im Blockbuster "Dracula Untold" (ab 2. Oktober im Kino) den furchtlosen Dracula. Im Interview mit unserem Portal gesteht der 35-Jährige aber: Es gibt doch etwas, das ihm unheimlich ist.

Luke Evans, in "Bram Stoker’s Dracula" spielt Gary Oldman die Rolle des Dracula, in "Dracula – Tot aber glücklich" Leslie Nielsen aus "Die nackte Kanone". Haben Sie sich an einer dieser Rollen orientiert?

Luke Evans: Was denken Sie denn? (lacht)

Ich glaube Leslie Nielsen ...

Das Original-Interview mit Luke Evans aus "Dracula Untold" in voller Länge.

Nein, es ist natürlich klar, dass dieser Film anders ist als zum Beispiel Bram Stoker's. Ich kenne ihn aber sehr gut und liebe ihn auch. Diese Story kann man nicht mit all den anderen Dracula-Filmen vergleichen. Wir sprechen von der historischen Figur, die wirklich existiert hat – und die Bram Stoker dazu inspiriert hat, den Vampir zu kreieren, den wir alle kennen. Ich musste mich durch Geschichtsbücher wälzen, die von dem Mann Vlad Tepes handeln, der im 14. Jahrhundert gelebt hat.

Wie lange haben Sie die Bücher gewälzt?

Monatelang. Es gibt viele Bücher und Meinungen über ihn. Kontroverse Geschichten darüber, wie böse oder gut er war. Es war wirklich sehr interessant. Das war ein Geschenk für mich: Eine historische Figur zu spielen, in Geschichtsbücher versinken und Biographien lesen, die von cleveren Leuten geschrieben wurden. Sie liefern uns all diese Informationen auf einem Silbertablett und wir müssen sie nur aufnehmen.

Was finden Sie besonders an der Figur Dracula in Ihrem Film?

Das Original-Interview mit Sarah Gadon aus "Dracula Untold" in voller Länge.

Wir erzählen die ursprüngliche Geschichte - von einem unbarmherzigen Krieger, einem König, einer Führungspersönlichkeit. Er war auch ein erfolgreicher Mann, der sich den Respekt seiner Gefolgschaft verdient hat. Er liebte seine Frau und sein Kind. Dazu musste er sich einer Bedrohung stellen. Es bestand das Risiko, dass er seinen Sohn und Tausende seiner Leute verliert. Und er hat keine Optionen mehr. Das ist das Interessante daran: Der Mann suchte nach der richtigen Entscheidung, um sie zu retten. Und diese Entscheidung war nicht einfach.

Dieser Dracula wird ständig umringt von Fledermäusen, er hat Superkräfte und die Atmosphäre des Films ist eine sehr düstere. Ist er eine Art Batman des Mittelalters?

Vielleicht. Doch all diese Superkräfte, die wir im Film zeigen, wurden vor Hunderten von Jahren geschrieben. Es ist osteuropäische Folklore.

Haben Sie sich die Schriftstücke von einer spezialisierten Universitätsbibliothek geholt?

Sehen Sie hier einen exklusiven Clip aus "Dracula Untold".

Ich habe sie gegoogelt. Auf Wikipedia recherchiert. Es gibt so viele interessante Bücher, eine ganze Ladung habe ich mir bestellt – und ich habe sie alle gelesen. Einige waren interessanter als andere, manche ließen mehr Meinung mit einfließen. Wie gesagt: Die Bücher wurden vor Hunderten Jahren geschrieben. Die Geschichte wurde immer wieder von siegreichen Feinden umgeschrieben. Man muss sehr viel lesen, um die Wahrheit dazwischen herauszuarbeiten. Diese Stückchen Wahrheit wollte ich in meinen Charakter einfließen lassen.

Wie war es, den fertigen Film zum ersten Mal zu sehen?

Ich war ein wenig überwältigt und unglaublich stolz. Ich komme in vielen der Szenen vor, ich bin auf den Postern und der Film handelt von meinem Charakter. Ich dachte, es wird deswegen hart für mich, den Film gesondert von meiner Person zu betrachten. Aber die Story ist so überwältigend, schön, traurig und animiert. Ich habe es einfach genossen. Ich habe den Film ganz alleine in einem großen Kino angesehen. Es war ein wenig unheimlich. Aber es war richtig so. Dann konnte ich die Geräusche von mir geben, die ich machen wollte. (lacht)

Sie sprechen von animierten Szenen. In einer Einstellung verwandeln Sie sich vom Menschen zum Vampir. Ziemlich cool, diese Animation dann zu sehen, oder?

Das war sehr cool. Wobei ich ein wenig die Sorge hatte, dass ältere Mitglieder meiner Familie sich nicht so darüber freuen, dass sich ihr Enkel in einen furchteinflößenden Vampir verwandelt.

Luke Evans, vielen Dank für das Gespräch.

Luke Evans ist 35 Jahre alt und ein britischer Schauspieler. In "Dracula Untold" übernimmt er erstmals eine Hauptrolle in einem Hollywood-Blockbuster. Zuvor war er in Nebenrollen in Filmen wie "Fast & Furious 6" oder "Der Hobbit: Smaugs Einöde" zu sehen.