Berlin (dpa) - Der Theologe aus der umstrittenen Sat.1-Sendung "Hochzeit auf den ersten Blick" hat das Format gegen Angriffe verteidigt. "Jeder Pastor aus der Eheseelsorge weiß, dass Emotion nie die Grundlage einer funktionierenden Ehe sein kann", betonte Theologe Martin Dreyer am Dienstag. "Das wissen auch unsere Experten."

Sat.1-Show "Hochzeit auf den ersten Blick" ist der nächste Reality-Flop.

Das Team glaube, "dass andere Dinge wie gemeinsame Werte, gemeinsame Träume, gemeinsamer Glaube, aber auch so Dinge wie Gene und Hormone eine viel bessere Grundlage darstellen. Das versuchen wir mit unserem Experiment zu beweisen." In der neuen Sat.1-Show "Hochzeit auf den ersten Blick" nach einer dänischen Vorlage heiraten Kandidaten, ohne sich zuvor gesehen zu haben. Die Sendung lief erstmals am Sonntag und zog viel Kritik auf sich.

"Die Ehe ist definitiv kein Spaß für eine kurze Fernsehunterhaltung", sagte zum Beispiel bereits im Vorfeld die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Margot Käßmann, in der "Bild am Sonntag". Dreyer wies das zurück: "Unsere TV-Sendung stellt ein völlig neues Sozialexperiment da. Es erhebt nicht den Anspruch auf eine neue Kirchenlehre. Aber es will herausfordern, über die Liebe noch einmal ganz neu nachzudenken. Und dass es Spaß macht, dieses Experiment anzuschauen, da wird Gott garantiert nichts dagegen haben."