Nur hübsches Beiwerk? In bislang 24 James-Bond-Filmen gab es zahlreiche "Girls". Doch einige wenige Frauen bedeuteten 007 wirklich etwas - ein Rückblick ...

Als eines der wenigen Bond-Girls tritt Sylvia Trench in gleich zwei Filmen auf - "Liebesgrüße aus Moskau" und "James Bond jagt Dr. No". Gespielt wurde sie von der Britin Eunice Gayson. Sie stellte sich mit den Worten "Trench, Sylvia Trench" vor. Ursprünglich war sie als eine Art dauerhafter Love Interest von Bond vorgesehen. Nach zwei Filmen wurde die Idee aber fallengelassen.
Mit Pussy Galore (Honor Blackman) trat Bond erstmals eine Frau auf Augenhöhe gegenüber. Goldfingers Pilotin lässt sich lange Zeit, ehe sie dem Charme Bonds verfällt und hilft ihm schließlich dabei, Goldfingers perfiden Plan zu vereiteln. Bis "Spectre" hielt Honor Blackman den Rekord als älteste Gespielin Bonds - mit gerade einmal 38 Jahren.
Teresa Di Vicenzo, gespielt von Diana Rigg, ist die einzige Frau, mit der James Bond jemals verheiratet war. Er lernt sie kennen, als er sie vom Selbstmord abhält. Beide planen sogar ihre gemeinsame Zukunft, Kinder inklusive ...
Teresa wird allerdings unmittelbar nach der Hochzeit von Irma Bunt, einer Schergin Ernst Stavro Blofelds, erschossen. Jahre später besucht Bond in "In tödlicher Mission" ihr Grab. Diana Rigg (hier in "Mit Schirm, Charme und Melone") ist inzwischen 77 Jahre alt und heute unter anderem in der TV-Serie "Game of Thrones" zu sehen.
Solitaire aus "Leben und sterben lassen" gehört zu den nachhaltigsten Eroberungen James Bonds, ist sich doch dem Agenten hier die Tragweite seine Affäre bewusst. Solitaire ist eine Jungfrau und darüber hinaus auch noch hellsichtig. Sie verliert jedoch ihre seherischen Fähigkeiten, nachdem Bond sie defloriert.
Sie wurde gespielt von Jane Seymour - eine der populärsten Schauspielerinnen, die je die Rolle eines Bond-Girls übernahm - heute besser bekannt als "Dr. Quinn - Ärztin aus Leidenschaft".
Carole Bouquet spielt in "In tödlicher Mission" die junge Melina Havelock, die den Tod ihrer Eltern rächen will. Eine Verfolgungsjagd in ihrem alten Citroen 2CV ging in die Geschichte der Reihe ein. Im Laufe der Geschichte weckt sie in Bond nicht nur erotische Gefühle, sondern auch einen väterlichen Beschützerinstinkt.
Bei der Auswahl ihres Namens ließen die Autoren ihren Fantasien freien Lauf: Holly Goodhead arbeitet in „Moonraker“ als Physikerin für den Schurken Hugo Drax, ist aber in Wirklichkeit eine Agentin. Sie erlebt mit Bond ein besonderes Happy End in der Schwerelosigkeit.
Goodhead-Darstellerin Lois Chiles sollte bereits eine Hauptrolle in "Der Spion, der mich liebte" übernehmen, wurde dort jedoch von Barbara Bach ersetzt. Anders als manch andere Darstellerin findet die 68-Jährige bis heute nur positive Worte zu ihrem Engagement bei 007.
Die Erste, die Bonds Faible für das schöne Geschlecht gezielt und vor allem berechnend für ihre Zwecke nutzte, war Sophie Marceau als Elektra King in "Die Welt ist nicht genug": Der verknallte Geheimagent merkt nicht, dass die Schöne eigentlich mit seinem Rivalen liiert ist ...
Elektra King verführt 007 nur, um ihn für ihre kriminellen Machenschaften zu missbrauchen. Am Ende wird sie von Bond getötet. Ursprünglich soll Sharon Stone für ihre Rolle vorgesehen gewesen sein.
Das letzte Bond-Girl für Pierce Brosnan erinnert gleichzeitig an das erste von Sean Connery: Halle Berry steigt in "Stirb an einem anderen Tag" in diesem Bikini aus den Fluten, der natürlich an das Outfit von Ursula Andress in "James Bond jagt Dr. No" angelehnt ist.
Eine Liebe, die alles veränderte: In "Casino Royale" findet James Bond Gefallen an der dunkelhaarigen Grazie mit dem klangvollen Namen Vesper Lynd. Doch noch bevor er sich mit ihr absetzen und ein Leben ohne Kugelhagel und Spezialaufträge beginnen kann ...
... begeht sie aus Verzweiflung und Schuldgefühlen Selbstmord. Vesper wurde erpresst und musste ihre große Liebe gezwungenermaßen hintergehen. Gespielt wurde sie von Eva Green.
Sie schreibt den Trend fort, den Frauen in Bonds Leben eine größere Bedeutung zu geben: Léa Seydoux kommt die komplizierte Aufgabe zu, dem ewigen Eroberer 007 wieder einmal ohne schwülstige Worte zu erklären, was echte Gefühle sind. Als Dr. Madeleine Swann, Tochter eines ehemaligen Bond-Widersachers, wird sie gegen ihren Willen in Bonds Jagd auf Spectre hineingezogen.
Léa Seydoux feierte 2006 ihr Filmdebüt und verfügt durchaus schon über Blockbuster-Erfahrung: In "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" (2006) mit Tom Cruise spielte sie eine Auftragskillerin, lebte als solche aber nicht allzu lange. International bekannt wurde sie vor allem durch ihre Rolle in "Inglourious Basterds" von Quentin Tarantino.