In seinem neuen Dokumentarfilm "Where to Invade Next" (Kinostart: 25. Februar 2016) beschäftigt sich Michael Moore mit der Frage, wie andere Länder im Vergleich zu den USA mit sozialen Problemen umgehen. Wieder einmal beweist Moore, dass er nicht nur ein Regisseur, sondern auch ein politischer Aktivist ist. Als solcher ist er nicht unumstritten. Schon mehrmals hat Moore mit seinen Filmen polarisiert.

In seinem neuen Dokumentarfilm "Where to Invade Next" beschäftigt sich Michael Moore mit der Frage, wie andere Länder im Vergleich zu den USA mit sozialen Problemen umgehen. Wieder einmal beweist Moore damit, dass er nicht nur ein Regisseur, sondern auch ein politischer Aktivist ist. Als solcher ist er nicht unumstritten. Schon mehrmals hat Moore mit seinen Filmen polarisiert.
Schon seit seinem ersten Film "Roger & Me" (1989) gilt Moore als Globalisierungskritiker. Damals thematisierte er die Schließung von General-Motors-Fabriken in seiner Heimatstadt Flint. Trotz guter Wirtschaftlichkeit hatte der Konzert seine Produktion wegen geringerer Lohnkosten nach Mexiko ausgelagert.
Allerdings musste Moore sich für sein Erstlingswerk auch Kritik gefallen lassen: Im Film stellt er es so dar, als hätte sich Roger Smith, der Vorstandsvorsitzende von GM, wiederholt geweigert, ihm in einem Interview Rede und Antwort zu stehen. Tatsächlich hatte Smith aber auf einer Aktionärsversammlung auf Fragen Moores geantwortet und später sogar ein Einzelinterview gegeben. Diese Gespräche bleiben im Film aber unerwähnt.
"The Big One" (1997) setzt den globalisierungskritischen Kurs fort. Diesmal besucht Moore verschiedene Unternehmen, denen er Massenentlassungen trotz hoher Gewinne vorwirft. Besonders denkwürdig ist dabei ein Gespräch mit Nike-Chef Phil Knight. Darin gibt Knight an, dass er zwar noch nie eine Nike-Fabrik in Indonesien besucht habe, dass sein Unternehmen aber einen positiven Einfluss auf das Land habe.
Die Auslagerung der Produktion begründet Nike-Boss Knight gegenüber Moore damit, dass US-Bürger keine Schuhe nähe wollten. Daraufhin präsentiert der Filmemacher dem Unternehmer Hunderte von arbeitslosen Menschen aus seiner Heimatstadt, die sofort bereit wären, diesen Job zu übernehmen.
"Bowling for Columbine" ist eine kritische Betrachtung der amerikanischen Waffen-Kultur. Zentraler Aufhänger ist das Highschool-Massaker von Littleton, das sich im Jahr 1999 ereignet hat. Bei der Oscar-Verleihung 2003 wurde Bowling for Columbine als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet und ist heute der kommerziell zweiterfolgreichste Dokumentarfilm aller Zeiten.
Platz eins auf der Liste der erfolgreichsten Dokumentarfilme belegt mit "Fahrenheit 9/11" ebenfalls ein Michael-Moore-Film. Darin betrachtet der Regisseur die politischen Entwicklungen in den USA nach den Terroranschlägen des 11. September.
Moore verzichtete bei "Fahrenheit 9/11" bewusst auf die Chance, einen weiteren Oscar gewinnen zu können. Denn laut Regelwerk dürfen Filme vor der Nominierung nicht im Fernsehen zu sehen sein. Um sein erklärtes Ziel zu verfolgen, mit dem Film eine Wiederwahl George W. Bushs im Jahr 2004 zu verhindern, zeigte Moore "Fahrenheit 9/11" jedoch schon vorher im TV.
Im Rahmen von "Fahrenheit 9/11" kam es zu einem Streit zwischen Moore und The-Who-Frontmann Pete Townshend. Dieser hatte dem Regisseur die Verwendung eines seiner Lieder für den Abspann untersagt. Townshend äußerte Bedenken bezüglich der Faktentreue Moores und wurde von diesem daraufhin als Kriegsbefürworter beschimpft.
Eine selektive Wahrnehmung sowie die strikte Unterteilung in Gut und Böse sind die am häufigsten vorgebrachten Kritikpunkte gegen Moore. Ihm wird zudem vorgeworfen, nicht objektiv zu berichten, sondern Halbwahrheiten zu verbreiten und sich gegenüber Andersdenkenden sowie anderen Kulturen rechthaberisch und anmaßend zu verhalten.
"Sicko" (2007), befasst sich mit dem von Krankenversicherungen und Pharmaunternehmen dominierten US-Gesundheitssystem. Zu diesem Zweck wurde auch mit versteckten Kameras in Arztpraxen oder einer Schönheitsklinik gedreht. Moore wurde vor allem dafür gelobt, objektiver zu sein als bei seinen vorangegangenen Filmen.
Im Jahr darauf veröffentlichte Moore "Capitalism: A Love Story". Darin behandelt er die Finanzkrise ab 2007 sowie den Übergang zwischen den Amtszeiten von George W. Bush und Barack Obama. Moore wirft die Frage auf, ob Kapitalismus nach christlichen Maßstäben eine Sünde sei und was Jesus vom Kapitalismus gehalten hätte. Damit thematisiert er bewusst den ideologischen Widerspruch, in dem sich viele konservative US-Politiker befinden.