Schunkelei und Politik haben nichts miteinander zu tun? Zumindest in Bayern ist das Gegenteil der Fall. Um Volksnähe zu demonstrieren, treten Politiker regelmäßig in Faschingssendungen auf. Sind sie mal nicht dabei, sorgen übereifrige Redakteure für die entsprechenden TV-Bilder - so lautet zumindest der Vorwurf eines SPD-Politikers.

"Das nordkoreanische Fernsehen hätte es nicht besser als das Bayerische Fernsehen machen können" - mit diesen eindeutigen Worten beginnt ein Facebook-Post des bayerischen SPD-Landesvorsitzenden Florian Pronold. Darin beschwert sich der Politiker über das Vorgehen des Bayrischen Rundfunks.

Dieser hatte die Faschingssendung "Schwaben weißblau" aufgezeichnet, bei der auch Pronold dabei war. Wer durch Abwesenheit glänzte, war dagegen der bayerische Justizminister Winfried Bausback von der CSU. Er war lediglich bei der Generalprobe am Donnerstag zugegen.

Doch siehe da: bei der Ausstrahlung der Faschingsshow war Bausback plötzlich doch zu sehen.

Da die Teilnahme an solchen Veranstaltungen eben nicht nur Privatvergnügen, sondern harte politische Arbeit ist, witterte Pronold eine Bevorzugung des CSU-Politikers durch den BR und machte in den sozialen Medien seinem Ärger Luft:

Für den BR ist Sache aber überhaupt kein Problem. Der Zeitung "Augsburger Allgemeine" sagte der Sender, dass die erste Aufzeichnung mitnichten eine Generalprobe war, sondern "als gleichwertiger Aufzeichnungstag" zu sehen sei. Die Sendung werde stets an zwei Tagen gedreht. (dh)