"Dschungelcamp" trifft "Promi Dinner": Wo zwei solche Trash-Formate aufeinander treffen, tauchen Fragen auf: Wird Thorsten Legat den Tisch mitessen, einfach weil er es kann? Oder wird er vielleicht Buchstabensuppe servieren? Gestern Abend stellte man sich als Zuschauer aber nur noch eine Frage: Wann hört das endlich auf?

Man hatte irgendwie geahnt, dass man auch die jüngsten "Dschungelcamper" nicht so fix wieder los wird. Und schneller als man Känguru-Hoden sagen kann, trifft sich auch schon die erste Charge Ex-Dschungelisten zum Vox'schen "Promi Dinner".

Namentlich waren dies am gestrigen Abend Jürgen Milski, Thorsten Legat, Ricky Harris und Sophia Wollersheim und es ist davon auszugehen, dass man diese illustre Truppe in den kommenden Wochen und Monaten nicht das letzte Mal in irgendeiner Show der RTL-Gruppe gesehen haben wird.

Sophia Wollersheim kann sich voll gut bücken.

Doch "Promi Shopping Queen" ist morgen, heute wird gekocht. Los geht es damit bei Ricky Harris in Buchloe im Ostallgäu. Dort wohnt der exaltierte Moderator mit seinem "Schatz" Maria, betätigt sich laut Selbstauskunft im örtlichen Muscle-Car-Verein und schmiedet an TV-Projekten, über die er aber noch nichts sagen darf.

Bis er das darf geht Ricky im Ort einkaufen, werkelt mit seiner Maria in der Küche herum und erzählt von seinen Erlebnissen im Dschungelcamp. Dann kommen die Gäste, es wird serviert, Sophia mäkelt am Aperitif, Ricky präsentiert stolz einen Premium-Weißwein, es wird goutiert, gewertet, gelabert – so weit, so "Promi Dinner".

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"Das perfekte Promi Dinner": ein zu Tode gerittenes Format

Doch bereits am zweiten Abend offenbart Vox, was nach nunmehr zehn Jahren "perfektes Dinner" falsch läuft. Damals startete das TV-Format zu einer Zeit, in der noch nicht jeder Koch eine eigene Show hatte.

Da hatte eine Sendung wie "Das perfekte Dinner" noch seinen ganz eigenen Charme und man konnte schmunzeln, wenn irgendwelche Whisky- und Weinkenner ihren Lammrücken mal wieder auf den Punkt brieten und mit stolz blasierter Brust von Muskat-Noten im Abgang ihres Weißweins schwärmten.

"Das perfekte Dinner" war tatsächlich mal eine angenehme Vorabendunterhaltung für Hobbyköche. Es war aber auch klar, dass irgendwann eine Promi-Version folgen musste, was man am Anfang vielleicht noch akzeptierte.

Inzwischen aber ist "Das perfekte Promi Dinner" nur noch ein Sammelbecken, in dem Fast-Bekanntheiten im Angesicht ihrer inhaltlichen Irrelevanz ihre Runden drehen. Die gestrige "Dschungel-Spezial"-Folge bildete dabei den traurigen Tiefpunkt eines zu Tode gerittenen Konzepts.

Ricky Harris: "Das ist niveaulos"

Da lädt dann der ehemalige "Big Brother"-Kandidat Jürgen Milski in seine Münchener Arbeitswohnung, in der er noch nie gekocht hat, zu einem Menü aus Tetrapack-Wein und Fertig-Nachtisch. Von seinen Kollegen bekommt er dafür 29 von 30 Punkten. War der Milski-Abend wenigstens nur von Langeweile geprägt, hätte das Dinner bei Frau Wollersheim nicht absurder sein können.

Da darf dann der Herr des Hauses Wollersheim seine Frau vor laufender Kamera mit Kopulationsandeutungen von hinten umarmen. Sophia revanchiert sich für so viel Geschmacklosigkeit, indem sie ihren Gästen ohne Unterlass erzählt, wie teuer das Fleisch denn war, das sie gerade essen, woraufhin Entertainer Ricky so viel Protzerei mit den Worten "Das ist niveaulos" missbilligt.

Wohlgemerkt der Ricky, der Minuten zuvor zusammen mit Thorsten Legat und Jürgen Milski laut feixend im Haus von Rotlichtgröße Wollersheim mit künstlichen Penissen herumgealbert hat. Aber wer aus dem "Dschungelcamp" kommt, der hat mit Niveau-Limbo bereits seine Erfahrung gemacht.

"Kasalla!" - Ach, sei doch einfach mal still

Während der Abend bei den Wollersheim also vor allem von Nicht-Unterhaltung geprägt war, verlegte sich Thorsten Legat bei seinem Dinner auf die Kategorie "Etablierung der Marke Thorsten Legat".

Nicht nur, dass der ehemalige Profi-Fußballer ohnehin schon die ganze Zeit mit Thorsten-Legat-Zitate-T-Shirts herumgelaufen ist, war nun die Zeit, noch einmal die Thorsten-Legat-Story zu erzählen, das Thorsten-Legat-Buch zu bewerben und sein Image als hemdsärmliger Kämpfer mit Herz zu pflegen.

Gefühlte 500 Kasalla-Rufe später sind dann noch nicht einmal mehr die unfreiwillig komischen Wortkreationen des Buchstaben-Magiers lustig.

Am Ende ist dann auch nicht mehr interessant, wer diese ganze Selbstmarketing-Sendung gewonnen hat (alle hatten 29 Punkte), Hauptsache es ist vorbei. Nun ist das "Dschungelcamp" bekanntlich nichts für Fernseh-Ästheten und "Das perfekte Dinner" nach über 2.000 Folgen so wendungsreich wie ein Sonnenaufgang.

Trotzdem ist es wirklich bemerkenswert, was sich Vox inzwischen unter einer gelungenen Fernseh-Unterhaltung vorstellt.